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Hannover 96 Auch Albornoz ist wieder im Anflug
Sportbuzzer Hannover 96 Auch Albornoz ist wieder im Anflug
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22:31 18.11.2014
Von Björn Franz
Foto: Miiko Albornoz (vorne) überraschte beim starken Debüt im 96-Trikot gegen Schalke 04 – und fehlte den „Roten“ zuletzt sehr mit seiner offensiven Spielweise auf der linken Seite.
Miiko Albornoz (vorne) überraschte beim starken Debüt im 96-Trikot gegen Schalke 04 – und fehlte den „Roten“ zuletzt sehr mit seiner offensiven Spielweise auf der linken Seite. Quelle: imago
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Hannover

Er legte sich richtig ins Zeug. Und das sogar unter erschwerten Bedingungen. Miiko Albornoz sprintete beim Vormittagstraining am Dienstag von Hannover 96 im vollen Tempo über den Rasen und zog dabei den mit einer Hantelscheibe beschwerten Schlitten an einem Seil hinter sich her, als wäre nichts gewesen. Noch am Montag hatte der Chilene die Sprintübungen beim Training des Fußball-Bundesligisten lieber ausgelassen, um nach wochenlanger Zwangspause wegen Achillessehnenproblemen kein Risiko einzugehen. Aber gestern meldete er sich endgültig wieder zurück.

Während der 23-Jährige gemeinsam mit seinen Mannschaftskameraden unter der Aufsicht des baskischen Athletiktrainers Julen Masach mit den Schlitten im Schlepptau schwitzte, beobachtete Tayfun Korkut die Übung aus etwa 30 Metern Entfernung aufmerksam. Für den Trainer der „Roten“ hat sich eine schwierige Situation über die zweiwöchige Länderspielpause grundlegend verändert. Aber leichter geworden ist sie dadurch nicht unbedingt.

Zuletzt musste der 40-Jährige auf der linken Abwehrseite immer wieder neue Lösungen suchen. Zwar stand ihm in den ersten acht Saisonspielen von den designierten Linksverteidigern Albornoz und Christian Pander stets mindestens einer zur Verfügung. Doch nachdem sich außer Albornoz auch Pander, den zuvor bereits zwei grippale Infekte und eine Oberschenkelblessur gestoppt hatten, wegen einer Kapselverletzung abmeldet hatte, betätigte sich Korkut als Improvisationskünstler.

Erst spielte beim 1:0 in Dortmund – und auch beim ernüchternden Pokalaus in Aalen drei Tage darauf – der eigentlich als Innenverteidiger gesetzte Christian Schulz hinten links, dann gegen Eintracht Frankfurt (1:0) der gerade von einer Knieverletzung genesene Mittelfeldspieler Edgar Prib. Und vor eineinhalb Wochen feierte beim 2:0-Erfolg in Berlin etwas überraschend der 23-jährige Stefan Thesker sein Debüt in der 96-Startelf. Der Neuzugang war damit bereits der fünfte Profi, der sich als Linksverteidiger versuchen durfte – und das in gerade einmal elf Bundesligapartien.

Doch vor dem Heimspiel am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen Bayer Leverkusen hat Korkut bei der Besetzung seiner bisherigen Problemposition nun plötzlich schon fast ein Luxusproblem. Bis auf Prib, der wegen einer Trauerfeier im Familienkreis frei bekam und erst heute wieder ins Training einsteigen soll, tummelten sich gestern alle Kandidaten auf dem Rasen der Mehrkampfanlage: Pander, Thesker, Schulz – und auch Albornoz.

Ob der chilenische Neuzugang, der nach seinem Wechsel aus dem schwedischen Malmö nach Hannover mit seiner frechen Spielweise positiv überrascht hat, bereits für die Partie gegen die Rheinländer ein Thema sein wird, ist zwar noch fraglich. Aber zumindest gestern machte er den Eindruck, als wenn er nicht mehr allzu weit von seinem Comeback entfernt wäre. Und dann hätte Korkut hinten links tatsächlich schon fast so etwas wie die freie Auswahl.     

Jörg Grußendorf 20.11.2014
17.11.2014