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Hannover 96 Wer hat Angst vorm blauen Mann?
Sportbuzzer Hannover 96 Wer hat Angst vorm blauen Mann?
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21:59 27.11.2014
Von Björn Franz
Drei Tore, drei Vorlagen: Roberto Firmino ist der zentrale Spieler der Hoffenheimer Offensive.
Drei Tore, drei Vorlagen: Roberto Firmino ist der zentrale Spieler der Hoffenheimer Offensive. Quelle: dpa
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Hannover

Eigentlich spricht Tayfun Korkut nicht gerne über Gegentore. Der Trainer von Hannover 96 ist ein ausgesprochener Freund davon, wenn seine Mannschaft zu null spielt, so wie es in dieser Fußball-Bundesligasaison schon sechsmal geklappt hat. Doch am Donnerstag machte er eine Ausnahme. Zehn der bisherigen 14 Gegentreffer, so Korkut, habe seine Elf gegen drei Mannschaften kassiert, die ausgesprochen viel Qualität in der Offensive besitzen – gegen Bayern München (0:4), Borussia Mönchengladbach (0:3) und Bayer Leverkusen (1:3). „Für unsere Gegner gab es zuletzt eigentlich nicht viele Lücken. Aber Mannschaften mit richtig guten offensiven Spielern nutzen diese wenigen Lücken eben eiskalt aus“, erklärte Korkut – und schlug damit zielsicher die Brücke zum Gegner am morgigen Sonnabend (18.30 Uhr). Denn der heißt 1899 Hoffenheim – und hat laut Korkut gleich vier Offensivkräfte „mit internationalem Format“.

Tatsächlich ist das, was der morgige Gastgeber der Hintermannschaft der „Roten“ als Aufgabe vorsetzen wird, eine der besten Angriffsreihen der Liga. Der Brasilianer Roberto Firmino ist nicht erst seit seinem sehenswerten Premierentor im Trikot der „Seleção“ einer der derzeit begehrtesten Spieler in Europa. Dreimal hat der 23-Jährige in dieser Bundesligasaison bereits getroffen, dazu kommen noch drei Torvorlagen. An seiner Seite spielen im von Trainer Markus Gisdol – einem weiteren Mitschüler von Korkut aus dem 2011er-Fußballlehrerlehrgang – bevorzugten 4-2-3-1-System der bereits viermal erfolgreiche Tarik Elyounoussi sowie der deutsche Nationalstürmer Kevin Volland. Und als einzige Spitze dürfte wegen der Sperre von Adam Szalai (3 Tore) mit Anthony Modeste ein Profi auflaufen, der ebenfalls schon viermal getroffen hat.

Zusammengerechnet war dieses Quintett für 15 der 17 Hoffenheimer Saisontreffer verantwortlich. Grund genug für den 96-Trainer, noch einmal ausdrücklich auf diese Qualität hinzuweisen. Aber Angst, das macht Korkut zugleich deutlich, müsse seine Mannschaft vor den Kraichgauern deshalb noch lange nicht haben. „Im Gegensatz zu den Leverkusenern ist das jetzt ein Gegner auf Augenhöhe“, sagte der 40-Jährige, der Torwart Ron-Robert Zieler (Erkältung) und Leonardo Bittencourt (Knieprobleme) beim Training eine kleine Pause gönnte. Die TSG 1899 verfolgt ähnliche Zielsetzungen wie die „Roten“. „Hoffenheim hat sich stabilisiert und schielt in diesem Jahr sicher etwas auf die internationalen Plätze“, meinte Korkut, der einst die U17-Junioren des Klubs trainierte.

Genau deshalb hat der 96-Coach eine relativ simple Zielsetzung für die anstehende Partie im Kraichgau ausgegeben: „Wir wollen auch nach dem kommenden Spieltag vor Hoffenheim stehen.“ Dazu müssten die Hannoveraner mindestens unentschieden spielen. Noch lieber aber wäre ihnen natürlich ein Sieg. Und dafür drehte Korkut den Scheinwerfer auch noch einmal kurz von der starken Offensive der Gastgeber auf ihre mögliche Schwachstelle. „Dass man gegen Hoffenheim auch die Möglichkeit hat, selbst Tore zu erzielen, hat man zuletzt gesehen“, sagte er.

Und darüber, das merkte man ganz deutlich, sprach er viel lieber als über eigene Gegentore.

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