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Hannover 96 96 außer Rand und Band
Sportbuzzer Hannover 96 96 außer Rand und Band
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00:15 28.08.2013
Von Christian Purbs
Foto: Hand aufs Herz: Szabolcs Huszti bejubelt ausgiebig sein Tor zum 1:0, Kollege Leon Andreasen (hinten) versucht sich als Huszti-Bändiger.
Hand aufs Herz: Szabolcs Huszti bejubelt ausgiebig sein Tor zum 1:0, Kollege Leon Andreasen (hinten) versucht sich als Huszti-Bändiger. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Das Ende des Spiels schauten sich die drei Sünder gemeinsam an. Auf der linken Seite am Ausgang des Spielertunnels stand der frisch geduschte Benedikt Höwedes, in der Mitte sein Schalker Kollege Christian Fuchs, ganz rechts der 96er Szabolcs Huszti, genau wie Fuchs noch in schweißnasser Arbeitskleidung.

Die Drei würdigten sich keines Blicks, dafür war zuvor auf dem Rasen einfach zu viel vorgefallen. In einem denkwürdigen Spiel zwischen Hannover 96 und dem FC Schalke 04 waren alle drei Profis vom Platz geflogen, nun verfolgte das Trio die letzten Minuten der Partie notgedrungen gemeinsam.

Trost spendete der Abpfiff und der damit besiegelte 2:1-Sieg für die „Roten“ jedoch nur Huszti. Wenn überhaupt. Denn mit der Roten Karte gegen ihn war der Ungar ganz und gar nicht einverstanden. Die hatte ihm Schiedsrichter Bastian Dankert eine Viertelstunde vor Spielende für ein Foul an Tim Hoogland gezeigt.

Es war ein verrücktes Spiel mit überraschenden Wendungen, das bis zur letzten Sekunde so spannend war, dass es am Ende keinen der 49 000 Zuschauer in der ausverkauften HDI-Arena auf den Sitzen hielt.

Dabei sah es bis zur Pause ganz danach aus, als ob die Fans der „Roten“ einen entspannten und überaus erfreulichen Nachmittag erleben würden. Konzentriert und engagiert ergriff die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka die Initiative.

Den letzten Schub für eine erstklassige Leistung bis zur Halbzeit erhielt 96 in der 14. Minute, als der Schalker Benedikt Höwedes nach einer Notbremse an Mame Diouf die Rote Karte sah und Szabolcs Huszti den fälligen Strafstoß zum 1:0 (15. Minute) sicher verwandelte. Auch wenn bei konsequenter Chancenverwertung mehr als der Treffer von Diouf zum 2:0 (42.) drin gewesen wäre, war das eine prima Vorstellung der „Roten“.

Die Mannschaft hatte gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt. Was für Möglichkeiten sie besonders in der Offensive hat, in der Slomka zum ersten Mal in dieser Saison Artur Sobiech als zweiten Angreifer aufstellte.

Der Pole hätte kurz nach dem Seitenwechsel mit dem Treffer zum 3:0 sogar für absolute Tiefenentspannung im 96-Lager sorgen können. Doch sein Drehschuss wehrte Schalkes Torwart Timo Hildebrandt mit einem starken Reflex ab (50.). Dummerweise machte es Schalke-Stürmer Adam Szalai fünf Minuten später besser und erzielte den Anschlusstreffer zum 2:1.

Es war das Tor, das alles veränderte. Bei 96 ging von da an alles drunter drüber, die Unsicherheit breitete sich binnen Minuten auf das ganze Team aus und war bis hinauf auf den letzten Sitzplatz der Arena greifbar.

„Wenn du 2:0 führst und ein Mann mehr bist, darf dir eigentlich nichts mehr passieren“, sagte Mittelfeldspieler Edgar Prib. Dass nichts mehr passierte lag auch an einer „Portion Glück, vor allem bei der Großchance, die zum 2:2 geführt hätte“, sagte Slomka, dem etwas weniger Spannung bei seinem 200. Bundesligaspiel als Trainer sicherlich recht gewesen wäre.

In der vom 45-Jährigen angesprochenen Szene brachte Szalai das Kunststück fertig, das leere Tor aus zehn Metern Entfernung nicht zu treffen.

Und weil die Schalker, bei denen vor dem morgigen Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation wieder Krisenstimmung herrscht und Trainer Jens Keller um seinen Job bangen muss, den Vorteil der Roten Karte für Huszti (74.) zehn Minuten später durch den Platzverweis für Fuchs wieder herschenkten, kam 96 noch einmal mit einem blauen Auge davon.

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