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Hannover 96 Hannover 96 kann doch noch gewinnen
Sportbuzzer Hannover 96 Hannover 96 kann doch noch gewinnen
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20:52 27.03.2015
Von Heiko Rehberg
Jimmy Briand und Jan Schlaudraff freuen sich über das 1:0.
Jimmy Briand und Jan Schlaudraff freuen sich über das 1:0. Quelle: Nigel Treblin
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Hannover 96 hat ein Spiel gewonnen. Normalerweise sollte das keine außergewöhnliche Nachricht sein, aber es sind momentan keine normalen Zeiten für den Fußball-Bundesligisten, bei dem Abstiegskampf zum Alltag geworden ist. Nach zehn Ligaspielen ohne Sieg ist so ein 3:0 wie am Freitagabend in der Testpartie gegen den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt da sehr willkommen.

Um es gleich vorwegzunehmen: Es war nicht der erste Sieg der „Roten“ im Jahr 2015, auch wenn man das aus guten Gründen glauben mag. Im Trainingslager in der Türkei im Januar gab es bereits zwei Erfolge, jeweils mit 1:0 gegen Young Boys Bern und Viktoria Pilsen. Das ist ganz schön lange her, und mit erschreckender Schnelligkeit hat sich 96 vom damals hoffnungsvoll Richtung Europa League schauenden Team zu einem Abstiegskandidaten entwickelt.

Es war eine gespenstische Atmosphäre in der HDI-Arena, in der sich 1200 Zuschauer verlaufen hatten bei nasskaltem Wetter. Es gab ein paar „Hannover, Hannover“-Rufe, und einmal in der 1. Halbzeit und einmal nach der Pause schafften es auch drei Anhänger, ihr „Kind muss weg“ unterzubringen. Geschenkt!

Das Kombinationsspiel stockte anfangs

Allzu viele Erkenntnisse darf man von einer solchen Partie nicht erwarten. Die Gäste, die nach vier Niederlagen in der 3. Liga den Trainer gewechselt hatten (Christian Preußer löste Walter Kogler ab), kamen mit Spielern wie Stefan Kleineheismann oder Lohore Steve Gohouri, von denen keiner der 1200 Zuschauer vorher etwas gehört haben dürfte. Und vermutlich auch keiner der Profis der „Roten“.

Es war nicht so, dass die Hannoveraner die nach zehn frechen Anfangsminuten doch verdammt biederen Erfurter an die Wand gespielt haben. Trotz klarer Überlegenheit stockte das Kombinationsspiel immer wieder. Und so viele Fehlpässe darf man sich am kommenden Sonnabend in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt nicht erlauben.

Für das 1:0 sorgte einer, der bei 96-Trainer Tayfun Korkut zuletzt keine Rolle spielte und zumindest zeitweise zeigte, dass das möglicherweise ein Fehler ist: Jan Schlaudraff traf in der 24. Minute nach schönem Zusammenspiel mit Jimmy Briand.

Schützenhilfe beim zweiten Treffer

Beim zweiten Tor bekam 96 Schützenhilfe vom Erfurter Luka Odak, der den Ball nach einer Flanke von Lars Stindl ins eigene Tor beförderte (65.). Das 3:0 machte der Erstligist dann wieder selbst durch Edgar Prib (69.), der auffällig engagiert um einen Stammplatz für sich warb.

Und sonst: Manuel Schmiedebach durfte eine Halbzeit die Position hinten rechts ausprobieren – das Experiment muss nicht unbedingt wiederholt werden. Ceyhun Gülselam durfte eine Stunde mal wieder im defensiven Mittelfeld spielen und konnte sich nicht empfehlen. Und dann war da noch Didier Ya Konan, der von Beginn an dabei war und bestätigte, dass er noch weit davon entfernt ist, der Mannschaft in der Bundesliga helfen zu können.

Im Tor von 96 stand übrigens ein gewisser Maximilian Brünig. Auch von ihm hatte kaum einer der 1200 Zuschauer vorher etwas gehört. Zweimal musste er eingreifen – und war danach aufmerksamer Zuschauer in seinem ersten Einsatz bei den Profis.

So haben sie gespielt:

Hannover 96: Brünig – Schmiedebach, Marcelo, Felipe, Schulz (61. Pander) – Gülselam (61. Joselu) – Briand (46. Hirsch), Stindl, Schlaudraff (73. Karaman), Prib – Ya Konan.

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