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Hannover 96 96 muss sich mächtig strecken
Sportbuzzer Hannover 96 96 muss sich mächtig strecken
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20:40 11.02.2016
Von Heiko Rehberg
„Durch Quatschen verändere ich nichts“: Die 96-Profis sind gefordert - auf dem Platz. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Man zuckt ja schon immer ein bisschen zusammen, wenn es um Hannover 96 und schlechte Nachrichten geht. Es gab einfach zu viele davon in den vergangenen Wochen. Und deshalb hatte Thomas Schaaf, der Trainer des Fußball-Bundesligisten, am Donnerstag gleich die volle Aufmerksamkeit, als er seine Ausführungen bei der Pressekonferenz mit dem Satz begann: „Es hat uns zusätzlich erwischt.“

Das Abrutschen auf den letzten Platz, die schlimme Vorstellung beim 0:1 gegen Mainz 05, die Pfiffe der Fans, das vergebliche Warten auf die Rückkehr von Hoffnungsträger Hiroshi Kiyotake. Das ist bereits ein bunter Strauß mit schlechten Nachrichten, mehr muss nun wirklich nicht sein, aber Schaaf begann mit dem Aufzählen weiterer Hiobsbotschaften vor dem Auswärtsspiel am Sonnabend um 15.30 Uhr bei Borussia Dortmund: Stürmer Adam Szalai hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen und wird mindestens 14 Tage fehlen. Auch Hugo Almeida, seit der Rückrunde der Sturmpartner von Szalai, wird wegen eines Infekts nicht spielen können, genau wie Kapitän Christian Schulz. Und weil außer Kiyotake auch Leon Andreasen, Oliver Sorg, Felix Klaus und Charlison Benschop nicht zur Verfügung stehen, sind es insgesamt acht Ausfälle für das Spiel in Dortmund.

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Schaaf wäre nicht Schaaf, wenn er darüber jammern würde. „Jeder der Ausfälle tut uns weh, aber jetzt können andere Spieler etwas Positives bewirken. Jeder muss an sich glauben“, sagte Schaaf. Aber genau das ist nicht so einfach als Ligaschlusslicht mit sechs Niederlagen in Serie.

Natürlich ging es auch am Donnerstag noch einmal um die Leistung gegen Mainz. „Wir haben keine Zweikämpfe geführt“, sagte Schaaf. Die Partie sei ein „Rückschritt“ gewesen, „so etwas wie gegen Mainz darf nicht noch einmal passieren“. Es sei wichtig, darüber zu reden, warum die Spieler so gehemmt gewesen seien, warum sie sich nicht in die Zweikämpfe gestürzt hätten. Das alles habe man in dieser Woche besprochen, „das hilft auch und ist wichtig. Aber das Allerwichtigste sind die Handlungen.“ Auch vor dem Mainz-Spiel habe man besser trainiert als gespielt.

Das ganze Reden und Erklären dürfe nicht zu einer „Alibikiste“ werden. „Durch Quatschen verändere ich nichts“, sagte Schaaf. „Jeder ist gefordert, das Optimale aus sich herauszuholen. Jeder muss mehr an sich glauben, jeder muss mehr von dem abrufen, was er leisten kann. Und das muss sichtbar werden.“ Es war ein flammender Appell für mehr Leidenschaft und Einsatz.

Wie schnell das falsch verstanden werden kann, zeigte eine Szene im Training am Vortag. Dort stieg Manuel Schmiedebach überhart gegen den Kollegen Uffe Bech ein. Schaaf reagierte zur Überraschung der Beobachter auf die Szene nicht - zumindest nicht öffentlich. „,Manu‘ hat schon mitbekommen, was ich davon halte“, sagte der 96-Trainer am Donnerstag. „Wir müssen uns schon behaupten. Aber es darf nicht drübergehen.“

Etwas länger überlegen musste Schaaf bei der Frage, ob ein Gegner wie Borussia Dortmund in der derzeitigen Situation nicht das Beste sei, was 96 passieren könne. Gegen Mainz hätten schließlich alle einen Heimsieg erwartet, in Dortmund erwartet eigentlich niemand etwas von den „Roten“. Schaaf antwortete mit Schaaf-Humor. Ja, es stimme schon, „einen 5:0-Sieg in Dortmund erwartet keiner von dir. Wir wissen aber auch, was auf uns zukommt.“ Was er damit sagen wollte: In Dortmund kann es auch schon mal kräftig etwas auf die Mütze geben.

Das zu verhindern wird die erste Aufgabe sein. Danach kann man immer noch schauen, was vielleicht an Überraschung geht gegen den BVB.

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