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Hannover 96 „Im Paket stimmt mich das alles optimistisch“
Sportbuzzer Hannover 96 „Im Paket stimmt mich das alles optimistisch“
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00:15 25.04.2015
„Das ist eine gute Voraussetzung, um gemeinsam erfolgreich zu sein und den Klassenerhalt zu schaffen“: Michael Frontzeck an seinem neuen Arbeitsplatz.
„Das ist eine gute Voraussetzung, um gemeinsam erfolgreich zu sein und den Klassenerhalt zu schaffen“: Michael Frontzeck an seinem neuen Arbeitsplatz. Quelle: Joachim Sielski
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Herr Frontzeck, das Training hat am Mittwoch bereits um 9.30 Uhr und damit eine halbe Stunde eher begonnen. Wird die 96-Mannschaft auf der Zielgeraden der Saison zum Frühaufsteher?
Auf dem Programm stand eine sehr intensive Einheit, die wir in zwei Gruppen gestaltet haben. Die Mannschaft wusste natürlich Bescheid, wann sie auf dem Platz zu sein hat.

Wollen Sie in den paar Wochen alles anders angehen, um im Abstiegskampf die nötige Fahrt aufnehmen zu können?
Man muss nicht alles auf null stellen. Die Bedingungen hier sind ausgezeichnet, vieles greift auch. Es wird auch nicht so sein, dass am Sonnabend gegen Hoffenheim elf neue Spieler auf dem Platz stehen. Ich sammle derzeit viele Eindrücke, die wichtigsten wohl in der nicht öffentlichen Einheit am Donnerstag, wenn es um taktische Dinge gehen wird. Dann berate ich mich mit meinem Trainerstab, was das Beste ist für die Mannschaft. Es bleibt ja uns relativ wenig Zeit bis zum Hoffenheim-Spiel.

Was sagt Ihnen Ihr Gefühl nach dem zweiten Arbeitstag bei 96?
Ich habe ein gutes Gefühl. Man darf sich nicht davon blenden lassen, dass die Spieler versuchen, am besten 110 Prozent zu geben, wenn ein neuer Trainer da ist. Von der Art und Weise, wie sie das Training angehen, bin ich sehr angetan. Ich habe in den 48 Stunden auch viele gute Einzelgespräche geführt. Es muss ja alles extrem schnell und ohne Vorlauf funktionieren. Im Paket stimmt mich das alles optimistisch. Es sind fünf Spiele in der Liga, und es ist eine große, intensive Aufgabe für alle Beteiligten.

Warum haben Sie sich Jan-Moritz Lichte als einen Assistenten ausgesucht?
Ich kenne ihn schon seit einigen Jahren, er hat in Leverkusen top Arbeit abgeliefert. Auch bei St. Pauli haben sie von ihm geschwärmt. Ich arbeite jetzt bei 96 mit ihm zum ersten Mal zusammen.

Wie sehen Sie die Rolle von Steven Cherundolo?
Er hat als Spieler einen sehr großen Erfahrungsschatz, war lange Profi in Hannover, ist charakterlich top. Er kennt auch das Umfeld, ein Stück weit auch die Mannschaft - das alles sprach dafür, ihn als Ko-Trainer einzubeziehen. Die ersten zwei Tage haben mir da Recht gegeben. Ich bin froh, dass „Stevie“ dabei ist.

Aus Ihrer Zeit in Aachen kennen Sie auch Jan Schlaudraff gut. Damals hatten Sie ihn mal suspendiert. Setzen Sie jetzt auf ihn?
Das Ganze liegt schon einige Zeit zurück. Ich habe damals versucht, ihm das zu erklären. Damit war die Sache für mich durch, und unser Verhältnis hat dadurch nicht gelitten. Der Jan hatte in Hannover ausgesprochen gute Zeiten. Wenn er zu 100 Prozent fit ist, kann er dem Team sicherlich helfen. Es ist gut, dass er dabei ist. Durch seine Ballfertigkeit, das habe ich auch beim 2:2 in Frankfurt gesehen, ist er immer mal in der Lage, überraschende Situationen zu schaffen.

Ist Schlaudraff denn fit genug?
Eine Verletzung im Adduktorenbereich bereitet ihm kleine Probleme. Trotzdem war er im Training sehr engagiert und hat ein paar gute Sachen gemacht.

Brauchen die Spieler in der derzeitigen Situation eine besondere Ansprache?
Es wäre das Einfachste, den sogenannten Hammer rauszuholen und öffentlich auf Einzelne draufzuhauen. Dafür bin ich nicht zu haben. Die Ausnahme wäre, wenn jemand meinen würde, sein Ego auf Kosten des Teams auszuleben. So wie ich die Spieler kennengelernt habe, wird es nicht an der Einstellung liegen.

Und was war in Leverkusen beim 0:4 los?
Wenn eine Mannschaft zwölfmal in Folge nicht gewonnen, sich viel vorgenommen hat, dann aber individuelle Fehler gleich alles über den Haufen werfen, ist ein derartiger Auftritt für mich nicht wirklich überraschend. So eine Klatsche ist das Endprodukt dessen, was vorher auf dem Platz schiefgelaufen ist.

Sehen Sie Ihren Kurzzeitjob bei 96 als Chance, um im Profifußball wieder längerfristig Fuß zu fassen?
Sie können es mir wirklich glauben: Was im Sommer ist, das interessiert mich derzeit nicht. Ich habe in Hannover die schwierige Aufgabe übernommen, binnen weniger Wochen die Klasse zu halten. Dem ordne ich alles unter. Von den Spielern kann ich nicht erwarten, dass sie bestimmte Dinge hinten anstellen, gleichzeitig aber selbst über persönliche Sachen reden.

Angst, dass Ihr Ruf in den kommenden Wochen Schaden nehmen könnte, haben Sie nicht?
Wenn man in den Spiegel schaut und sagen kann, alles versucht und gegeben zu haben, dann muss man sich nichts vorhalten. Das gilt nicht nur für jeden Trainer, sondern auch für jeden Spieler. Ich habe das Gefühl, dass hier alle dazu bereit sind. Und das ist eine gute Voraussetzung, um gemeinsam erfolgreich zu sein und den Klassenerhalt zu sichern. Um nichts anderes geht es.

Interview: Norbert Fettback und Jörg Grußendorf

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