Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Hannover 96 Mutig: 96 will gegen die Bayern punkten
Sportbuzzer Hannover 96 Mutig: 96 will gegen die Bayern punkten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:16 08.03.2015
Von Jörg Grußendorf
Der immense Druck des Abstiegskampfs ist nicht spurlos an Cheftrainer Tayfun Korkut vorübergegangen.
Der immense Druck des Abstiegskampfs ist nicht spurlos an Cheftrainer Tayfun Korkut vorübergegangen. Quelle: Sielski
Anzeige
Hannover

Cheftrainer Tayfun Korkut sah mitgenommen aus, verzog keine Miene. Auch seine Assistenten Julen Masach und Xaver Zembrod, die gemeinsam mit ihrem Chef den Weg von der HDI-Arena zum Trainingsplatz auf der Mehrkampfanlage zurücklegten, wirkten angespannt. Will man es positiv ausdrücken, könnte man sagen: Sie waren fokussiert. Aber es sah anders aus. Der Abstiegskampf bedrückt; und der nächste Gegner, der FC Bayern, ist auch keiner, auf den man sich in der Lage besonders freut. Hannover 96 im März 2015 sorgt nicht gerade für Freude und Zuversicht.

Etwas später, als die Übungseinheit begann, wich die Anspannung; die Trainer waren wieder in ihrem Element, tauchten ein in ihre irgendwie abgeschlossene Fußballwelt. Da gab es kaum einen Unterschied zum Korkut aus guten 96-Zeiten. Okay, seine Anweisungen kamen mitunter etwas lauter, vielleicht lobte er auch etwas mehr als sonst – ansonsten war er wie immer. Keine großartigen Gesten oder Sprüche, keine Show, keine Wutausbrüche für die Galerie. „Ich werde jetzt nicht anfangen, ein anderer Mensch zu sein“, sagte Korkut hinterher. „Ich bin, wie ich bin.“

Es gibt also keinen anderen Korkut. Oder vielleicht doch? Dem 40-Jährigen wird eine gewisse Sturheit vorgeworfen. Entscheidungen, die er mal getroffen hat, die gelten bei 96 als Gesetz. Doch bei der gestrigen Einheit wartete Korkut mit einer ziemlichen Überraschung auf: Felipe durfte wieder mittrainieren. Erst vor zwei Wochen hatte der Chefcoach den Innenverteidiger wegen mangelnder Einstellung zum Training in die Regionalliga-Mannschaft der „Roten“ verbannt. Jetzt die plötzliche Begnadigung. Was kann sich da innerhalb von ein paar Tagen geändert haben? „Wichtig war, dass Felipe den ersten Schritt gemacht hat, und dass er will“, sagte Korku.

Der Brasilianer hatte ihn angerufen, daraufhin hatte es am Sonntag ein gutes Gespräch gegeben, sagte der Trainer weiter, „und jetzt ist er wieder ein volles Mitglied bei uns“. War wirklich alles so einfach, wie es sich anhört? Wohl eher nicht. Von großem Druck des Felipe-Beraters Thomas Solomon ist da zu hören.

Aber sei es drum, in der vertrackten sportlichen Situation muss bei 96 alle Konzentration der nächsten Bundesligaaufgabe gelten. Und da will Korkut einige Änderungen der Trainingsinhalte vornehmen. „Das ist doch normal im Hinblick auf dieses wichtige Spiel“, sagte der Coach. Einer Partie, in der er sich, obwohl es gegen die übermächtigen Bayern geht, etwas ausrechnet. Was soll er auch sonst sagen? Sein Club und noch viel mehr er selbst stehen unter Erfolgsdruck.

„Man hat immer eine Chance, auch wenn sie minimal ist“, sagte Korkut. „Wir müssen alles dafür tun, um die Chance zu vergrößern.“ Es folgten einige Allgemeinplätze, wie „120 Prozent geben“, jede Möglichkeit nutzen“ und „alles geben“. Ungewohnt angriffslustig klang jedoch seine nächste Aussage: „Wir dürfen den Bayern-Spielern keine Ruhe geben“, sagte der 40-Jährige, „wir müssen immer eine Möglichkeit finden, im Spiel zu agieren oder zu reagieren.“ Ein Trainer kämpft um seinen Job.

Hannover 96 96-Boss Kind über Korkut - „Er braucht die Ergebnisse“
03.03.2015
03.03.2015
Hannover 96 Gerüchte um 96-Kapitän - Wechselt Stindl nach Leverkusen?
03.03.2015