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Hannover 96 Korkut heizt den Konkurrenzkampf an
Sportbuzzer Hannover 96 Korkut heizt den Konkurrenzkampf an
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15:37 21.01.2015
96-Trainer Tayfun Korkut. Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

Torhüter

Die Position der Nummer 1 ist bei Hannover 96 klar vergeben. An Ron-Robert Zieler gibt es kein Vorbeikommen für Robert Almer. Auch wenn sich der österreichische Nationaltorhüter in Belek mächtig reinhängte. Gleiches gilt für Timo Königsmann. Der 17-Jährige musste zudem wegen einer Erkältung kürzertreten. Markus Miller (Knieverletzung) kämpft darum, überhaupt wieder fit zu werden.

Verteidigung

Auf der rechten Seite ist Hiroki Sakai noch konkurrenzlos. Marius Stankevicius trainierte gut, spielte stark gegen Basaksehir Istanbul, aber ob es für die Bundesliga noch reicht? In der Innenverteidigung steht Marcelo außer Frage. Sein Nebenmann scheint wieder Christian Schulz zu werden, der seinen Platz zuletzt an Salif Sané verloren hatte. Trotz eines starken Auftritts gegen Pilsen muss er aber weiter Gas geben. Felipe, der endlich mal eine Vorbereitung ohne Verletzung oder Wehwehchen durchstand, sitzt ihm im Nacken. Er muss nur noch mehr Konstanz in seine Leistung bringen.

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Stankevicius ist in der zentralen Abwehr nur die Nummer 4. Andre Hoffmann (im Aufbautraining nach einem Kreuzbandriss) wird wohl erst in ein paar Monaten eine Alternative. Links setzt Korkut auf Miiko Albornoz. Allerdings ist der Chilene längst nicht in Topform, er trainierte und spielte durchwachsen. Christian Pander präsentierte sich in den Einheiten ordentlich, machte aber in den Testspielen wenig Werbung in eigener Sache.

Mittelfeld

In der Defensive ist Manuel Schmiedebach gesetzt. Daneben scheint sich Ceyhun Gülselam seinen Platz zurückerkämpft zu haben. Maurice Hirsch, die Entdeckung des Hinrundenfinals, muss sich wohl hinten anstellen. Aber man merkt, dass er unbedingt wieder ins Team will. Wann Leon Andreasen nach seiner langen Verletzungszeit wieder fit sein wird, ist äußerst fraglich.

Auf der rechten Offensivseite hat Jimmy Briand Tage mit für ihn typischen Höhen und Tiefen erlebt, aber seinen Platz sicher. Links hat Leonardo Bittencourt die Nase vorn. Aber nicht, weil er in Belek überragend trainiert oder gespielt hat (gegen Pilsen zeigte er sich allerdings formverbessert). Er profitiert von der Verletzung Edgar Pribs (Muskelfaserriss), der eigentlich als Vertreter Hiroshi Kiyotakes vorgesehen war, und davon, dass sich sonst niemand wirklich für die Position aufdrängt. Lars Stindl ist Dreh- und Angelpunkt und über jeden Zweifel erhaben. Jan Schlaudraff machte ein überragendes Testspiel gegen Aarau, aber Korkut setzt nicht mehr auf ihn. Sportdirektor Dirk Dufner erklärte gestern noch einmal, dass 96 dem 31-Jährigen keine Steine in den Weg legen werde, wenn er den Verein verlassen wolle.

Sturm

Joselu ist kein Trainingsweltmeister, aber für diese Mannschaft unverzichtbar. In den eigenen Reihen ist weit und breit niemand in Sicht, der dem Torjäger gefährlich werden könnte. Kenan Karaman ist sehr bemüht, traf gegen Aarau auch zweimal, aber ihm fehlt derzeit das Selbstvertrauen, sodass er sein Potenzial nicht abrufen kann. Artur Sobiech, der nach seiner Verletzung in Hannover wieder ins Mannschaftstraining einsteigen möchte, hat noch Nachholbedarf.

Die Jungen

Die Talente, die mit in Belek waren, haben einen frischen Eindruck gemacht. Am auffallendsten präsentierte sich Sebastian Ernst (19) mit seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke. Es kann sein, dass Korkut ihn schon bald einmal „reinwirft“. Auch der nachnominierte Mike Bähre (19) machte nachhaltig auf sich aufmerksam und Fabian Pietler (21) seine Sache ordentlich. Valmir Sulejmani (18) hatte Pech, dass er aufgrund von Muskelproblemen einige Tage passen musste. Keinen Schritt nach vorn hat auch Tim Dierßen (18) gemacht. Konkurrenten für die Stammspieler sind alle fünf noch nicht.

Korkuts derzeitige erste Elf: Zieler - Sakai, Marcelo, Schulz, Albornoz - Gülselam, Schmiedebach - Briand, Stindl, Bittencourt - Joselu.

Jörg Grußendorf 23.01.2015
21.01.2015