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Hannover 96 96-Chef Kind stellt Dufner ins Abseits
Sportbuzzer Hannover 96 96-Chef Kind stellt Dufner ins Abseits
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21:44 15.04.2015
Von Heiko Rehberg
Foto: Sportdirektor Dirk Dufner (links) wird von Clubchef Martin Kind kritisch beäugt.
Sportdirektor Dirk Dufner (links) wird von Clubchef Martin Kind kritisch beäugt. Quelle: dpa
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Hannover

Kind kritisierte damit beim Sponsorenabend beim Stadionnamensgeber HDI – ohne Namen zu nennen – einige der Neuzugänge aus dem vergangenen Sommer. Dieter Schatzschneider, ehemaliger 96-Trainer und Kind-Vertrauter, kritisierte bei der Veranstaltung vor allem den spanischen Angreifer Joselu. Dessen Leistung nach seiner Einwechslung beim Spiel gegen Hertha BSC (1:1) bezeichnete Schatzschneider als „Frechheit“. Joselu ist mit acht Toren immer noch der erfolgreichste 96-Spieler der Saison, aus Mannschaftskreisen heißt es aber, er benehme sich derzeit wie eine „Diva“. Ähnliche Vorwürfe musste sich Joselu früher auch bei 1899 Hoffenheim gefallen lassen.

Mit seinem Hinweis auf einen intensiveren Charaktertest bescheinigte Clubchef Kind seinem Sportdirektor Dirk Dufner öffentlich, die Hausaufgaben nicht richtig gemacht zu haben. Dass Dufner in der kommenden Saison noch etwas zu sagen hat bei den „Roten“, gilt als unwahrscheinlich. Der Sportdirektor hatte zuletzt mehrfach für Unmut bei Kind gesorgt.

Als Talkrundenleiter Thomas Helmer beim Sponsorenabend Kind nach einer Wutrede von Dufner in der Spielerkabine fragte, sagte der 96-Clubchef: „Rufen Sie ihn bitte selbst an, der freut sich bestimmt über Ihren Anruf.“ Wenn Kind in der Öffentlichkeit kleine Späße über einen seiner leitenden Angestellten macht, dann bedeutet das in der Regel nichts Gutes. Eine Trennung von Dufner soll es auch beim geschafften Klassenerhalt geben, heißt es aus dem 96-Umfeld.

Kind verhängt „Planungsstopp“

Dufner soll am Montagabend in Düsseldorf den Fortunen-Stürmer Charlison Benschop beobachtet haben. Doch Verhandlungen mit Profis, die als Neuzugang infrage kommen, gibt es derzeit nicht. Kind bekräftigte, dass er einen „Planungsstopp“ verhängt habe. Es gebe zwar Kontakte zu einigen Kandidaten, aber konkrete Gespräche würden momentan nicht geführt. „Das macht keinen Sinn, solange wir nicht wissen, wo wir nächste Saison spielen.“

Kind selbst bekräftigte, auch im Abstiegsfall im Amt bleiben zu wollen. „Ich werde in der Krise garantiert nicht weglaufen und auch in der 2. Liga weitermachen“, sagte er – und bekam dafür von den Sponsorenvertretern Applaus.

Sponsoren stehen zum Präsidenten

Nicht auf uneingeschränkte Zustimmung in dem Kreis stieß der 70-Jährige mit seiner Feststellung, dass „wir auf jeden Fall den Klassenerhalt schaffen. Davon bin ich überzeugt.“ Helmer, früherer Nationalspieler und Europameister von 1996, machte Kind dagegen Mut. „Ich glaube auch nicht, dass 96 absteigt“, sagte der heutige Sport1-Moderator.

HDI-Chef Christian Hinsch sagte, dass das Versicherungsunternehmen auch in der 2. Liga treu an der Seite von Hannover 96 bleiben würde. Doch so weit soll es gar nicht kommen. „Wir werden am Sonnabend in Leverkusen eine andere Mannschaft erleben“, sagte Kind und meinte damit Aufstellung und Auftritt. „Und auch in den anderen Spielen wird das zu sehen sein.“

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