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Hannover 96 „So ist das, wenn man da unten steht“
Sportbuzzer Hannover 96 „So ist das, wenn man da unten steht“
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19:51 15.12.2015
Von Christian Purbs
Gutes Verhältnis: Für 96-Trainer Michael Frontzeck hat Leon Andreasen (rechts) viel Lob übrig.
Gutes Verhältnis: Für 96-Trainer Michael Frontzeck hat Leon Andreasen (rechts) viel Lob übrig. Quelle: Team zur Nieden
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Hannover

Die Situation sei „unangenehm“, sagt Leon Andreasen. Der nächste Gegner auch. Und überhaupt sei es bislang nicht so gelaufen, wie er und die Mannschaft von Hannover 96 sich das vorgestellt haben. Aber Andreasen ist ein Kämpfer, ein Profi, der nie aufgibt, auch wenn die Lage noch so schwierig ist. Und das ist sie zweifelsfrei. Platz 16, nur 14 Punkte und die Bayern zum Abschluss der Hinrunde in der Fußball-Bundesliga vor der Brust. Schwierig und heikel, aber nicht hoffnungslos. „Wir hatten schon deutlich schwierigere Situationen als jetzt und haben dann immer gezeigt, dass wir damit umgehen können“, sagt der Däne und setzt dabei auch auf neues Personal bei den „Roten“. „Konkurrenz ist immer willkommen, sie hat noch keiner Mannschaft geschadet. Wenn im Winter noch ein paar Verstärkungen kommen, dann wird auch der Konkurrenzkampf größer - und damit die Qualität höher.“

So sehr Andreasen auch daran glaubt, dass es in der Rückrunde mit 96 wieder bergauf geht und der Klassenerhalt geschafft wird, umso skeptischer beurteilt der 32-Jährige die Möglichkeit, am Sonnabend im Heimspiel gegen den FC Bayern München etwas ausrichten zu können. „Wir werden alles versuchen, eine Chance ist immer da. Aber groß ist sie nicht“, sagt Andreasen und fragt: „Wo haben die überhaupt Schwächen? Für mich ist das die beste Mannschaft in Europa.“

Auch wenn es für einen Sieg gegen den übermächtigen Meister aus München nicht reicht, mit einer guten und engagierten Leistung könnte die Mannschaft nach dem enttäuschenden 0:1 gegen Hoffenheim wieder ein paar Pluspunkte bei ihren Fans sammeln. „Die Niederlage hat weh getan“, sagt Andreasen und meint damit nicht nur die verlorenen Punkte gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf. Auch die Kritik, die das Team einstecken musste, habe geschmerzt. „Wir waren besser und hatten die größeren Chancen. Wenn wir auf Platz 9 oder 10 stehen würden, dann wäre bestimmt nicht so negativ über das Spiel geschrieben worden. Dann hätte man von Pech gesprochen, oder darüber, dass das 0:1 ein Witz ist“, sagt Andreasen. „Aber so ist das nun mal, wenn man da unten steht. Angenehm ist das nicht.“

Das trifft auch auf die Situation von Trainer Michael Frontzeck zu. Nach der Pleite in Hoffenheim hat die Intensität, mit der darüber diskutiert wird, ob der 51-Jährige noch der Richtige für die „Roten“ ist, deutlich zugenommen. Wenn Andreasen sagt, dass Frontzeck „fußballerisch sehr gut und menschlich sehr angenehm“ ist, bringt er damit seine Wertschätzung für den 96-Coach zum Ausdruck. Der Mittelfeldspieler hat in seinen fast sieben Jahren als Profi von Hannover 96 jedoch schon oft genug miterlebt, dass in solchen Situationen oftmals Erfolg und Punkte das Handeln bestimmen. „So ist es nun einmal im Fußball: Der Erste, der fliegt, ist der Trainer“, sagt der Däne, nimmt jedoch auch sich und seine Kollegen in die Pflicht. „Wir Spieler müssen nach der Saison auch in den Spiegel schauen können. Jeder weiß, dass wir bislang nicht unsere optimale Leistung gebracht haben.“

In diese Kritik schließt Andreasen auch sich mit ein, wenngleich der 32-Jährige zu den 96-Profis zählt, auf die sich Frontzeck bisher verlassen konnte. Mit seiner Präsenz sorgte Andreasen zuletzt aus dem zentralen Mittelfeld für mehr Torgefahr im 96-Spiel, musste aber auch schon mehrmals auf die Außenbahnen ausweichen. „Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt. Bis auf Torwart habe ich schon alle Positionen durch.“

Sorgen muss sich Ron-Robert Zieler deshalb nicht machen. In der Rückrunde wird der Kämpfer Andreasen auf anderen Positionen viel dringender gebraucht.

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