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Hannover 96 Befürchtete Krawalle bei Derby bleiben aus
Sportbuzzer Hannover 96 Befürchtete Krawalle bei Derby bleiben aus
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13:59 07.11.2016
Quelle: Dillenberg
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Weil bereits am Freitag in Hannover erhängte 96-Puppen und Sprühereien auf dem alten 96-Clubhaus aufgetaucht waren, setzte die Polizei am Sonntag sowohl in Braunschweig wie auch in Hannover auf weitreichende Sicherheitsmaßnahmen. Zudem hatte die Verabredung zur vielleicht größten Hooligan-Massenschlägerei der jüngeren Geschichte am Freitag Böses ahnen lassen. Und so waren am Tag des Derbys dann Polizeihubschrauber und Wasserwerfer, die Reiterstaffel des Landes und Schutzhunde im Einsatz, um ein Aufeinandertreffen der verfeindeten Fanlager zu verhindern.

Fans reisen friedlich an und ab

Das Konzept ging auf. Etwa 1275 Fans der „Roten“ reisten friedlich mit einem Entlastungszug nach Braunschweig, ein paar wenige weitere Fans kamen regulär mit der Deutschen Bahn. Die übrigen fast 2300 Anhänger der „Roten“, die Karten für das Derby ergattern konnten, kamen mit Autos und ließen sich friedlich in Shuttlebussen vom Parkplatz zum Stadion und zurück bringen. 

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Auch im Stadion war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass alles friedlich bleiben würde: Etliche Fans, sowohl Braunschweiger als auch 96er, waren komplett in Schwarz gekleidet. Überall schützten Polizeibeamte und Ordner die Kurven. Nach anfänglichen Hassgesängen gegen den jeweils anderen Club und dem Präsentieren von Spruchbändern unterstützten beide Anhängergruppen ihre Mannschaft frenetisch. Dann begannen hannoversche Anhänger mit dem Zündeln (14. Minute). Ein kurzes, gellendes Pfeifkonzert der Gegenseite folgte, direkt danach waren aber wieder lautstarke Fan-Gesänge der Braunschweiger zu hören.

Bengalos sorgen für Spielunterbrechung

Es gab das übliche Buhen und Pfeifen, wenn ein 96er zur Ecke anlief. Auf der anderen Seite, vor der Kurve der „Roten“, schützten Ordner die Eintracht-Spieler beim Ausführen der Ecken mit Regenschirmen. Und in der 37. Minute zündelten die Braunschweiger, im 96-Block explodierte ein Böller. Nach dem Wiederanpfiff zündelten die Schwarzgekleideten und begannen mit Leuchtkugeln zu schießen. Ein Bengalo-Feuer aus dem Braunschweiger Block landete nicht weit von Eintracht-Keeper Jasmin Fejzic entfernt auf dem Rasen. 96er schossen zurück. Schiedsrichter Felix Zwayer unterbrach die Partie für etwa zwei Minuten, um die Spieler zu schützen. Nachdem das Spiel fortgesetzt wurde, kam es zu keinen größeren Zwischenfällen mehr.

Außerhalb des Stadions indes blieb es friedlich- wohl auch dank des massiven Polizeiaufgebots. „Es ist gut, dass die Polizei solche Risikospiele schützt, es kann aber nicht sein, dass der Steuerzahler immer dafür aufkommen muss“, sagt der CDU-Bundestagabgeordnete Roy Kühne aus Northeim, der den Polizeieinsatz am Sonntag vor Ort begleitete. Auch die Mitglieder des Landtags-Innenausschusses verschafften sich ein Bild vom Einsatzkonzept der Polizei und ließen sich von Einsatzleiter Roger Fladung im Stadion über die Taktik seiner Behörde informieren.

Die Polizei, mit 2000 Beamten im Einsatz, zog eine positive Bilanz des Derbys. Abgesehen von den Pyrozündeleien im Stadion habe es keine nennenswerte Vorfälle gegeben. Nach Angaben der Behörde nahmen 567 gewaltbereite Fans aus Braunschweig sowie 509 polizeibekannte Fußballchaoten aus Hannover am Derby teil. Das Rückspiel wird im April wird für die Hannoversche Polizei allerdings erneut eine Mammutausgabe. Denn die Partie ist für den Ostersonntag angesetzt und liegt damit mitten in den Osterferien. Deswegen droht bereits jetzt eine Urlaubssperre für viele Einheiten der Polizei.

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