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Hannover 96 Mame Diouf trainiert wieder
Sportbuzzer Hannover 96 Mame Diouf trainiert wieder
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00:15 29.09.2013
Von Christian Purbs
Foto: Wieder am Ball: 96-Stürmer Mame Diouf konnte am Donnerstag wieder trainieren.
Wieder am Ball: 96-Stürmer Mame Diouf konnte am Donnerstag wieder trainieren. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Natürlich waren sie unzufrieden. Wieder verloren, mit 1:4 sogar recht deutlich, und bereits in der 2. Runde des DFB-Pokals ausgeschieden – da kommt keine Freude auf. Doch wenn die Mannschaft von Hannover 96 im Mai nächsten Jahres Bilanz ziehen und die dann abgelaufene Saison analysieren wird, dann wird die Niederlage vom Mittwochabend beim FC Bayern München wohl diejenige sein, die den „Roten“ im Rückblick am wenigsten geschadet hat. Viel wichtiger als der ohnehin kaum für möglich gehaltene Überraschungscoup im Pokal ist für 96 das Erreichen der Ziele in der Bundesliga, in der die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka nach einem guten Saisonstart den momentanen 4. Platz gerne so lange wie möglich verteidigen möchte.

Was jedoch schon am nächsten Spieltag bei der morgigen Partie bei Bayer Leverkusen (15.30 Uhr) eine äußerst ambitionierte Ausgabe sein wird. Da passt es gut, dass mit Mame Diouf ein Hoffnungsträger wieder fit ist. Nach seiner Verletzung am linken Sprunggelenk trainierte der 96-Stürmer gestern Nachmittag erstmals seit knapp drei Wochen wieder mit der Mannschaft und dürfte morgen gegen Bayer zumindest im 96-Kader sein. Ob es vielleicht sogar für einen Platz in der Startelf reicht, wird Trainer Slomka erst heute oder morgen entscheiden. „Es bisschen schmerzt es noch, aber ich fühle mich gut“, sagte der Angreifer.

Die Torgefahr von Diouf und das damit verbundene gute Gefühl für die Mannschaft kann 96 gegen den starken Tabellendritten der Liga gut gebrauchen. „Das ist eindeutig keine Blindentruppe“, lautete die etwas grobe Einordnung des nächsten 96-Gegners von Dirk Dufner. Auch der Sportdirektor der „Roten“ wollte sich nicht lange mit dem Pokalaus beim FC Bayern beschäftigen – aber auch nicht gleich zur Tagesordnung übergehen. Denn es gab für Dufner durchaus einige Aspekte beim 1:4 in München, die für die Begegnung gegen Leverkusen von Bedeutung sind. „Die individuellen Fehler, die wir gegen die Bayern in der Defensive gemacht haben, dürfen wir in Leverkusen auf keinen Fall wiederholen“, sagte der 45-Jährige: „Da waren wir deutlich schlechter als in den vergangenen Spielen. Das können wir besser.“

Tatsächlich waren es im Gegensatz zur 0:2-Niederlage im Punktspiel bei den Bayern vor knapp zwei Wochen dieses Mal keine prima herausgespielten Tore des Meisters, die 96 schließlich zum Verlierer machten. Im Pokal profitierten die Münchener bei allen vier Treffern von der Schlafmützigkeit und Unkonzentriertheit der 96er, für die lediglich Didier Ya Konan kurz vor der Halbzeit auf 2:1 verkürzen konnte (37. Minute). Beim 1:0 durch Thomas Müller zögerte Marcelo zu lange (17.), vor dem 2:0 von Claudio Pizarro klärte Salif Sané nicht energisch genug (27.), beim 3:1 verlor Hiroki Sakai nach einem Freistoß Müller aus den Augen (64.), den Treffer zum 4:1 muss der ansonsten gute Torwart Ron-Robert Zieler auf seine Kappe nehmen, weil er den Schuss von Müller nach vorne abprallen ließ und damit den Treffer des erst in der 2. Halbzeit eingewechselten Franck Ribery möglich machte (78.).

All das machte die Niederlage für Leon Andreasen „bitterer als das letzte Mal, weil wir die Fehler selber gemacht haben. Gerade bei Standards und im Spielaufbau passiert uns das eigentlich nicht. Da sind wir normalerweise stark und lassen kaum etwas zu.“ Der Mittelfeldspieler, der mit einer starken Erkältung spielte, sah jedoch auch positive Eigenschaften seines Teams beim Pokalaus. „Wir arbeiten gut miteinander und füreinander. Das müssen wir auch in Leverkusen machen, denn die sind fast genauso gut wie die Bayern“, sagte der Däne.

Ohnehin haben es die „Roten“ mit ihren ersten vier Auswärtsspielen knüppeldick erwischt. Nach Mönchengladbach und den Bayern geht es morgen nach Leverkusen und dann zu Borussia Dortmund. Dieses „Festival der guten Mannschaften“ habe laut Dufner aber auch einen Vorteil: „Dann haben wir sie wenigstens weg.“ Gut ist auch, dass die „Roten“ bei diesen Topteams nicht zu sehr unter Druck stehen. „Wir haben uns durch die vier Heimsiege ein Polster erarbeitet und fahren deshalb nicht zitternd nach Leverkusen, weil wir dort unbedingt die Wende schaffen müssen“, sagte Dufner. Gegen einen oder sogar drei Bonuspunkte hätte der Sportdirektor allerdings auch nichts einzuwenden. „Wir fahren da selbstbewusst hin.“ Und die Rückkehr von Diouf dürfte 96 noch zusätzliches Selbstvertrauen geben.

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