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Hannover 96 „Man muss auch ein bisschen zäh sein“
Sportbuzzer Hannover 96 „Man muss auch ein bisschen zäh sein“
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19:25 08.12.2011
Von Jörg Grußendorf
Karim Haggui und Mohammed Abdellaoue beim Training. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Dann hat die kräftezehrende Hatz von Hannover 96 durch Fußball-Europa und -Bundesliga ein Ende, dann ist endlich Winterpause. Glücklicherweise, sagen einige 96-Kicker, denn sie kriechen nach eigener Aussage aufgrund der ungewohnten Mehrfachbelastung schier auf dem Zahnfleisch.

Davon, dass sich die „Roten“ in die Winterpause schleppen, will Trainer Mirko Slomka indes überhaupt nichts wissen. „Wir wollen das durchziehen“, sagte der 44-Jährige, „und uns nicht irgendwie durchbeißen.“ Für Andeutungen seiner Spieler, am Ende der Hinrunde mit den Kräften am Ende zu sein, habe er wenig Verständnis. „Jeder kann jederzeit zu mir kommen“, erklärte der 44-Jährige, „und sagen: ,Ich bin platt.‘ Meine Tür ist offen.“ Es sei aber niemand gekommen. „Ich kann mich also hinterher nicht hinstellen, nach unpassenden Ausreden suchen und sagen: ,Das war zu viel.‘ Man muss auch ein bisschen zäh sein“, fügte der Coach an.

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Trotz dieser Zurechtweisung für seine Profis legt Slomka Wert darauf, dass man die Problematik Doppelbelastung differenziert sehen müsse – er machte deutlich, dass es für alle Spieler ein Vorteil sei, wenn sie mit kompletter Vorbereitung und verletzungsfrei durch die Saison gingen.

„Von einem Emanuel Pogatetz etwa habe ich keine einzige schlechte Leistung gesehen“, sagte der Trainer. Als ein anderes Beispiel erwähnte Slomka Christian Pander. Der frühere Schalke habe in dieser Saison 23 Spiele absolviert, im Jahr davor für die Gelsenkirchener lediglich fünf Pflichtspiele. „Dass er irgendwann ausgelaugt ist, ist klar“, sagte Slomka. Da Pander sich darüber hinaus zu Beginn der Woche mit einer Grippe herumgeschleppt hat, deutet vieles darauf hin, dass der 28-Jährige morgen gegen Leverkusen eine schöpferische Pause erhalten wird (sein Konkurrent Konstantin Rausch trainierte entsprechend im A-Team).

Zurückkehren in die A-Elf dürfte morgen auch Manuel Schmiedebach. Der 23-Jährige, der in der Vorwoche beim 1:1 in Freiburg schon früh wegen einer Kapselverletzung ausscheiden musste, mischte erstmals wieder im Mannschaftstraining mit. Slomka ließ zwar auch die sogenannte Raute, eine taktische Variante, bei der Schmiedebach nicht dabei war, trainieren. Doch das Lob des Trainers für seinen talentierten Mittelfeldspieler lässt auf dessen Mitwirken schließen. „Manuel ist ein wichtiger Spieler für uns“, sagte Slomka, „er hat uns in Freiburg sehr gefehlt.“

Ins Team rutschen könnte morgen auch Sofian Chahed. Steve Cherundolo, Kapitän und etatmäßiger rechter Verteidiger, klagt über Leistenprobleme. „Man hat gesehen, dass er die Sprints nicht durchziehen konnte“, sagte Slomka.

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Jörg Grußendorf 06.12.2011