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Hannover 96 Maue Atmosphäre in der HDI-Arena
Sportbuzzer Hannover 96 Maue Atmosphäre in der HDI-Arena
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00:20 16.02.2015
Von Christian Purbs
„Der Umschwung kann nur aus der Nordkurve kommen, der Rest brennt darauf, mitzumachen“: So wie auf diesem Foto aus besseren Zeiten sollte die Atmosphäre in der Arena sein. Doch die Stimmung im Stadion ist verflogen – das liegt nicht nur an fehlenden 96-Siegen. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Glücklich ist niemand mit der Situation, doch eine schnelle Änderung ist nicht in Sicht. Dazu sind die Fronten zu verhärtet, die Lage zu verfahren. Die Stimmung bei den Heimspielen von Hannover 96 in dieser Saison ist kein erfreuliches Thema, denn die Atmosphäre in der HDI-Arena ist längst nicht mehr so ausgelassen und gut wie all die Jahre zuvor. Die Anhänger, die in der Nordkurve für Stimmung sorgten, versagen der Mannschaft seit Saisonbeginn die Unterstützung, der Zwist zwischen diesen Fußballfans und der Klubführung sowie die gegenseitigen Vorwürfe spalten den Verein. „Es gibt kein Stadion in der Bundesliga, in dem die Stimmung so schlecht ist wie in Hannover“, musste sich 96-Clubchef Martin Kind kürzlich während einer Talkrunde von Sky-Kommentator Fritz von Thurn und Taxis anhören. Das sagte ausgerechnet von Thurn und Taxis, dessen Reportagen oftmals ein prima Mittel gegen Schlafstörungen sind.

Stimmung auch ohne Ultras?

Aber was können die 96-Fans, die ihre Mannschaft im wichtigen Heimspiel am Sonntag gegen den SC Paderborn (17.30 Uhr, HDI-Arena) unterstützen wollen, tun, um auch ohne Ultras endlich wieder mehr Leben in die Bude zu bringen? Dass es durchaus Ideen und Möglichkeiten gibt, zeigt eine Faninitiative im Internet. Auf Facebook hat sich die Gruppe „Pro Stimmung im Niedersachsenstadion“ gegründet. „Unser Zuhause, unser Wohnzimmer, ohne Stimmung? Unvorstellbar! Helft mit!“, fordern die Macher die Anhänger der „Roten“ auf, alles für eine bessere Atmosphäre im Stadion zu geben. Selbst ist der Fan – warum auch nicht?
Vielleicht ist es gar nicht so schwierig, einen Stimmungsumschwung einzuleiten. Zumindest scheint es viele Anhänger der „Roten“ zu geben, die etwas gegen die maue Atmosphäre in der
Arena unternehmen wollen. „Keine beknackten Nebenkriegsschauplätze mehr, die begeistern außer den Gästefans niemanden, sie vergiften das Klima und demotivieren die Mannschaft. Der Umschwung kann nur aus der Nordkurve kommen, der Rest des Stadions brennt darauf, mitzumachen“, schreibt Fan Saxer im 96-Forum.

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Atmosphäre hilfreich für Erfolg

Zumal mehr lautstarke Unterstützung der Mannschaft garantiert auch dabei helfen würde, endlich den ersten Sieg in der Rückrunde einzufahren. „Dass wir da ein Problem haben, ist bekannt. Und dass es nicht leistungsfördernd für die Mannschaft ist, wenn die Atmosphäre nicht so gut ist, ist auch klar“, sagt 96-Sportdirektor Dirk Dufner und appelliert an die Fans, das 96-Team am Sonntag im Stadion zahlreich zu unterstützen. Bislang sind etwas mehr als 35.000 Karten verkauft. Er wäre enttäuscht, sagt Dufner, wenn beim Anpfiff nicht mindestens 40.000 Fans im Stadion wären.

„Wer nicht merkt, dass die Stimmung darunter leidet, seit die Ultras weg sind, der ist nicht ehrlich“, sagte 96-Kapitän Lars Stindl schon am Ende der Hinrunde: „Das ist ein Konflikt, den wir als Mannschaft nicht lösen können.“

Vielleicht nicht lösen, aber ein bisschen anschubsen kann das Team schon. Denn wie die Stimmung gegen den SC Paderborn sein wird, hängt auch von der Leistung der Mannschaft ab. Wenn die 96-Profis es schaffen, den Funken vom Platz auf die Tribüne überspringen zu lassen und die Fans mit einer herausragenden Vorstellung zu begeistern und mitzunehmen, dann wird auch das Klima auf den Rängen ausgelassener sein. Es wäre ein Anfang, vielleicht ein Aufbruch zu guten, alten Zeiten.

Protestaktionen der Fans

Stimmungsboykott: Auch in anderen Stadien der Bundesliga herrschte in der Vergangenheit nicht immer die beste Stimmung. Beim FC Bayern München kam es sogar zum Eklat, als der damalige Manager Uli Hoeneß bei der Jahreshauptversammlung 2007 lospolterte, weil einige Mitglieder an der Stimmung in der Arena herummäkelten. „Für die Scheißstimmung seid ihr doch zuständig und nicht wir. Was glaubt ihr eigentlich, was wir das ganze Jahr machen, um euch für 7 Euro ins Stadion zu lassen. Euch finanzieren doch die Leute in der Loge“, sagte Hoeneß damals. Danach war die Atmosphäre in der Münchner Arena eine Zeit lang noch frostiger. Und beim Hamburger SV kehrten Hunderte Anhänger dem Club den Rücken, weil sie durch die Ausgliederung der Profiabteilung in eine Aktiengesellschaft eine größere Kommerzialisierung befürchteten.
Stumme Proteste in deutschen Stadien gab es bei der Aktion „12:12“. Mit dem zwölfminütigen Stimmungsboykott protestierten die Fans 2012 gegen das neue Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball-Liga.

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