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Hannover 96 Endlich am perfekten Platz
Sportbuzzer Hannover 96 Endlich am perfekten Platz
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10:17 30.08.2014
„Ich bin vom ersten Tag an toll aufgenommen worden“: Nicht nur wegen seines Siegtreffers gegen Schalke 04 hat Joselu bei 96 derzeit viel Grund zum Lachen.
„Ich bin vom ersten Tag an toll aufgenommen worden“: Nicht nur wegen seines Siegtreffers gegen Schalke 04 hat Joselu bei 96 derzeit viel Grund zum Lachen. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Drei der bisherigen fünf Pflichtspieltore hat der Spanier für den Fußball-Bundesligisten erzielt. Auch am Sonntag beim Spiel in Mainz ruhen die Hoffnungen in der Offensive wieder maßgeblich auf ihm. Doch Joselu nimmt das gelassen. „Für einen Stürmer sind Tore immer wichtig“, sagt der 24-Jährige – um diese Aussage gleich ein wenig zu relativieren. „Aber ich will der Mannschaft auch mit meiner Defensivarbeit helfen.“

Großspurige Ankündigungen sind nicht sein Ding. Das merkt man schnell, wenn man sich ein wenig mit dem Neuzugang unterhält, der im Sommer für fünf Millionen Euro von 1899 Hoffenheim nach Hannover kam. Joselu, teuerster Transfer der Klubgeschichte, sieht sich nicht als Star. Und er verhält sich auch nicht wie einer. Weder auf dem Platz, wo er sich auffällig oft in die Defensivarbeit der eigenen Mannschaft einschaltet. Noch abseits des Spielfeldes. Seine Freizeit, verrät Joselu in gutem Deutsch, verbringt er meist mit seiner Freundin Melanie in der gemeinsamen Wohnung im hannoverschen Zooviertel. Nur einen festen Termin gibt es außer Haus: Einmal die Woche besucht das Paar ein spanisches Restaurant in der Umgebung. Ein bisschen Heimat muss einfach sein.

Doch eigentlich fühlt sich Joselu in Hannover pudelwohl. Die Stadt gefällt ihm, sie erinnert ihn ein bisschen an Heidelberg, die Stadt, in der er im ersten Jahr nach seinem Wechsel aus Spanien in die Bundesliga gewohnt hat. Und auch die Mannschaft der „Roten“ hat ihm die ersten Wochen auf und neben dem Platz sehr leicht gemacht. „Ich bin hier vom ersten Tag an toll aufgenommen worden. Alle haben mir geholfen, nicht nur fünf oder sechs Spieler“, sagt der schlaksige Angreifer, der bis zum Sommer 2018 bei den „Roten“ unter Vertrag steht. Nur über das schlechte Wetter in Hannover beschwert er sich augenzwinkernd ein bisschen.

Dass es ganz andere Probleme für einen Profi geben kann, das musste Joselu in Hoffenheim erfahren. Für sechs Millionen Euro war José Luis Sanmartin Mato, so sein vollständiger Name, 2012 von Real Madrid, wo er zumeist in der Reserve zum Einsatz kam, in den Kraichgau gewechselt. Doch statt des Durchbruchs erlebte er ein Chaosjahr mit vier unterschiedlichen Trainern und dem Fastabstieg. Darüber möchte Joselu am liebsten gar nicht mehr reden. „Das Jahr in Hoffenheim habe ich abgehakt. Jetzt bin ich froh, dass mein Vertrag dort aufgelöst wurde und ich mit Kopf und Herz nur noch Spieler von Hannover 96 bin“, sagt er – und ergänzt mit gequältem Lächeln: „Es war auf jeden Fall ein sehr langes Jahr.“

Doch nun ist er – mit einem einjährigen Abstecher nach Frankfurt – ja in Hannover angekommen. Bei der Eintracht, an die Joselu ein Jahr lang ausgeliehen war und für die er neunmal in der Bundesliga traf, hatten nicht wenige darauf gehofft, dass der spanische Angreifer bleiben würde. Doch der entschied sich für Hannover. „Ich hatte mit Frankfurt ein gutes Jahr. Dennoch habe ich mir Gedanken gemacht, wo es für mich am besten weitergehen könnte“, sagt er. Dass er sich diese Frage mit 96 beantwortete, lag unter anderem an Trainer Tayfun Korkut, der sich sehr um ihn bemüht habe. Aber auch am Fernsehen. „Ich habe in den vergangenen Jahren viele Spiele von Hannover gesehen, weil ich zu Hause sehr gerne Fußball schaue“, verrät der Stürmer. „Und nach den persönlichen Gesprächen hatte ich dann einfach den Eindruck, dass Hannover für mich der perfekte Platz ist.“

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