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Hannover 96 Rätselraten um 96-Torjäger Mame Diouf
Sportbuzzer Hannover 96 Rätselraten um 96-Torjäger Mame Diouf
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00:15 15.02.2013
Von Björn Franz
Der Einsatz von Torjäger Mame Diouf (r.) morgen in Moskau ist gefährdet.
Der Einsatz von Torjäger Mame Diouf (r.) morgen in Moskau ist gefährdet. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Eigentlich lief die Generalprobe fast perfekt: Das letzte Training vor dem Abflug nach Russland überstanden alle Profis von Hannover 96 – dick verpackt mit langen Hosen, Handschuhen und zum Teil sogar Mützen – am Dienstagvormittag auf dem vereinseigenen Kunstrasenplatz ohne Verletzungen. Im Abschlussspiel setzte sich die designierte Startelf der „Roten“ für das Europa-League-Spiel am Donnerstag bei Anschi Machatschkala mit 3:1 gegen die Reservisten durch. Und doch blickte so mancher der etwa 50 Zuschauer, die trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt zum Eilenriedestadion gekommen waren, etwas sorgenvoll auf das Geschehen. Denn mit Mame Diouf fehlte ausgerechnet der Mann, der bei den „Roten“ derzeit so etwas wie die personifizierte Torgarantie ist.

Statt sich mit seinen Mitspielern auf dem ungewöhnlichen Untergrund vorzubereiten, auf dem am Donnerstag auch die Partie im Moskauer Luschniki-Stadion angepfiffen wird, wurde der Stürmer im Kabinentrakt der AWD-Arena von den Physiotherapeuten behandelt. Diouf habe im Anschluss an den 1:0-Sieg über 1899 Hoffenheim am vergangenen Sonnabend, bei dem er den entscheidenden Treffer erzielt hatte und in der letzten Minute ausgewechselt wurde, über muskuläre Probleme geklagt. Wie schwerwiegend die sind, das blieb allerdings Verschlusssache. Wobei die Ankündigung des Fußball-Bundesligisten, der Senegalese solle am Mittwochvormittag ganz normal mit der Mannschaft vom Flughafen in Langenhagen aus nach Moskau fliegen, zumindest die Hoffnung nährt, dass er pünktlich zum Hinspiel des Sechzehntelfinals wieder einsatzbereit ist.

Sollte der 25-Jährige aber doch ausfallen, würde das die „Roten“ sehr hart treffen. Immerhin führt er mit neun Saisontreffern die mannschaftsinterne Torjägerliste an und ist derzeit so etwas wie die einzige Konstante vor dem gegnerischen Gehäuse: In fünf der vergangenen sechs Bundesligapartien erzielte 96 mindestens einen Treffer – und Diouf, der auch schon dreimal in vier Spielen der Europa League erfolgreich war, zählte immer zu den Torschützen.

In Abwesenheit des Senegalesen bildeten am Dienstagvormittag Jan Schlaudraff und Mohammed Abdellaoue das Sturmduo. Dass diese Kombination beim Trainingsspiel für alle drei Tore der A-Elf verantwortlich war – zweimal Abdellaoue, einmal Schlaudraff –, macht für den Fall Mut, dass Diouf nicht auflaufen kann. Zumal Schlaudraff mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein in das erste Aufeinandertreffen mit der Startruppe um Samuel Eto’o geht. „Auf dem Papier sind wir schon der Außenseiter, aber wir haben trotzdem die Möglichkeit, etwas dagegenzuhalten“, sagt der 29-Jährige. „Es ist mit Sicherheit ein kleiner Vorteil für uns, dass wir schon im normalen Ligabetrieb sind, während Anschi gegen uns das erste Pflichtspiel in diesem Jahr macht.“

Nur der ungewohnte Untergrund, auf dem Schlaudraff wie der Großteil der 96-Profis noch nie ein Pflichtspiel absolviert hat, gibt dem trickreichen Offensivakteur noch das eine oder andere Rätsel auf. „Es ist schon eine große Umstellung was das Passspiel angeht“, gesteht er nach der ersten Einheit auf Kunstrasen. „Wenn der Ball nicht sauber gespielt wird, dann ist er direkt weg, weil er unglaublich schnell wird und sofort wegflutscht.“