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Hannover 96 Rosenthal spricht über Hannover 96 und das bevorstehende Spiel
Sportbuzzer Hannover 96 Rosenthal spricht über Hannover 96 und das bevorstehende Spiel
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21:09 23.11.2010
Von Christian Purbs
Isaac Vorsah (r.) von Hoffenheim und Jan Rosenthal von Freiburg kämpfen am Sonntag, dem 14. November, im Zweikampf um den Ball. Quelle: dpa
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Jan Rosenthal wurde am 7. April 1986 in Sulingen im Landkreis Diepholz geboren. Sein erster Klub war der SV Staffhorst, von dem er im Alter von 14 Jahren zu Hannover 96 wechselte. Beim ersten Einsatz im Profikader, im März 2005 unter Trainer Ewald Lienen, erlitt der Mittelfeld-Allrounder einen Kreuzbandriss. Bundesliga-Debüt im August 2006, seither elf Tore in 80 Spielen für 96 und drei in acht Spielen für den SC Freiburg, wohin er im Sommer wechselte. Rosenthal hat 16-mal für die „U 21“-Nationalmannschaft gespielt (zwei Tore).

Herr Rosenthal, was überwiegt momentan: der Ärger über die Niederlage am vergangenen Spieltag gegen Dortmund oder die Gedanken an Ihre Rückkehr am Sonnabend nach Hannover?

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Die Gedanken an das Spiel in Hannover. Das 1:2 gegen Dortmund habe ich abgehakt, auch weil es sehr ärgerlich war, denn so wie in der 1. Halbzeit wurde Dortmund bislang von keiner anderen Mannschaft gefordert. Natürlich haben wir auch Fehler gemacht, die haben wir uns am Montag in einer Videoanalyse angeschaut.

Sie stehen mit dem SC Freiburg auf dem 6. Platz, Ihr alter Verein Hannover 96 auf Rang 4. Von welcher Platzierung sind Sie mehr überrascht?

Schwierige Frage, ich denke, beide Mannschaften haben bislang überrascht. Von beiden Teams hat man nach der vergangenen Saison wenig erwartet, 96 und Freiburg galten zu Saisonbeginn als Abstiegskandidaten. In Hannover hat sich durch die Neuzugänge und Wechsel eine homogene Mannschaft gebildet, genau wie bei uns. Das ist der entscheidende Grund, warum es für beide Teams zurzeit so gut läuft.

Am Sonnabend spielen Sie zum ersten Mal für eine andere Mannschaft in der AWD-Arena. Beschreiben Sie doch mal Ihre Gefühle.

Ich freue mich auf das Spiel, auch weil ich körperlich fit bin. Die Gefühle versuche ich so gut es geht auszublenden und aus der Vergangenheit zu lernen. Ich will mir keinen emotionalen Druck machen. Von meinen Mitspielern gibt es natürlich ein paar Sprüche. Stefan Reisinger (Freiburger Stürmer, d. Red.) hat mich im Spaß gefragt, ob ich denn noch verabschiedet werde, und ob ich dann von 96 eine Uhr oder eine Fango­packung bekommen werde.

Sie scheinen sich im Breisgau sehr wohl zu fühlen. Acht Spiele, drei Tore: Sind Sie zufrieden mit Ihrer Bilanz?

Die ist absolut okay. Ich hatte zu Beginn der Saison eine gute Phase, und nach meinem Jochbeinbruch zeigt meine Formkurve in den vergangenen drei Wochen konstant nach oben.

Was ist denn in Freiburg anders als in Hannover? In einem Fernsehinterview haben Sie vor ein paar Wochen gesagt, dass es dort viel ruhiger zugeht ...

Was die Medien betrifft, ist es ein riesiger Unterschied. In Hannover gibt es drei Zeitungen, die sich jeden Tag Geschichten über 96 aus den Fingern saugen müssen. In Freiburg gibt es einen Boulevard-Journalisten, beim Training schaut nie einer von der Zeitung zu. In der Badischen Zeitung wird vier Tage in der Woche überhaupt nicht über den SC Freiburg berichtet. Wir können hier ganz in Ruhe arbeiten, hier kann jeder, vom Physiotherapeuten bis zum Trainer, ohne Druck sein Ding machen. Im Vergleich zu anderen Bundesligisten ist der SC ein kleiner Verein, aber die machen hier alles richtig. Von der Menschenführung bis zur Trainingssteuerung. Hier sind alle ein Team, das aus den Möglichkeiten das Beste macht. Das ist absolut professionell und allererste Sahne.

In vier Jahren haben Sie 80 Spiele für die „Roten“ absolviert und elf Tore erzielt. Was für einen Empfang erwarten Sie von den 96-Fans?

Ich bin nicht im Bösen gegangen, und die Fans waren mir immer wohl gesonnen. Ich glaube nicht, dass sie mich groß feiern werden, ich bin ja kein Stajner. Aber ich glaube auch nicht, dass sie pfeifen werden, weil die Fans wissen, dass ich aus der 96-Jugend komme und immer mit dem Herzen dabei war.

Es scheint sich in der Bundesliga eingebürgert zu haben, dass Spieler, die ein Tor gegen ihre frühere Mannschaft schießen, nicht jubeln. Wie würden Sie reagieren, wenn Sie gegen 96 treffen würden?

Ich würde mich riesig über das Tor freuen, aber aus Respekt keine Mainzer Trommel-Show an der Eckfahne veranstalten. Die 96-Fans sind die Menschen, denen ich die meisten meiner bisherigen Emotionen im Fußball verdanke. Vor ein paar Monaten habe ich mit ihnen noch den Nichtabstieg gefeiert. Nach einem Tor gegen 96 groß zu jubeln, nein, das funktioniert nicht.

Der SC Freiburg hat genau wie 96 schon sieben Siege, sechs Spiele gingen verloren. Nur ein Unentschieden war noch nicht dabei. Wären Sie mit einer Punkteteilung in Hannover einverstanden?

So, wie die Liga zurzeit läuft, kann man sich nie sicher sein. Das ist alles einfach zu eng, um mit einem Punkt zufrieden sein zu können. Deshalb wären ein Sieg für uns schon besser.

Interview: Christian Purbs

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