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Hannover 96 Zum Siegen verdammt
Sportbuzzer Hannover 96 Zum Siegen verdammt
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21:59 16.03.2015
Von Christian Purbs
„Drei Punkte sind noch möglich“: Um die Vorgabe von Clubchef Martin Kind zu erfüllen, muss 96-Trainer Tayfun Korkut gegen Dortmund gewinnen.
„Drei Punkte sind noch möglich“: Um die Vorgabe von Clubchef Martin Kind zu erfüllen, muss 96-Trainer Tayfun Korkut gegen Dortmund gewinnen.  Quelle: imago
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Hannover

Dass die Frage nach seiner Zukunft als Trainer von Hannover 96 kommen würde, darüber war sich Tayfun Korkut im Klaren. Ruhig wiederholte der 40-Jährige auch nach der 0:2-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach das, was er schon in den vergangenen Wochen zu diesem Thema gesagt hatte: „Ich habe eine Aufgabe, an der halte ich fest. Ich werde die Mannschaft auf das nächste Spiel gegen Dortmund vorbereiten. Alles andere liegt nicht in meiner Macht.“

Diese Macht liegt bei Sportdirektor Dirk Dufner und Clubchef Martin Kind, der am Montag für eine Beurteilung der Situation nicht zu erreichen war. Sie werden am kommenden Sonnabend nach dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund darüber entscheiden, ob Korkut weitermachen darf, bis dahin hat Dufner eine Entlassung des 96-Coaches ausgeschlossen. „Da wird sicherlich nichts passieren. Man muss die Ruhe bewahren“, stellte sich Dufner nach dem Abpfiff in Gladbach hinter den 96-Trainer. Vorerst. Denn eine Jobgarantie vermied der 47-Jährige. „Ich kann beim besten Willen nicht sagen, dass er noch bis zum Ende der Saison Trainer ist. Das liegt an den Ergebnissen. Wir müssen alles tun, um den Abstieg zu vermeiden, und das werden wir auch tun.“ Man müsse situativ entscheiden, was das Richtige ist, sagte Dufner und stellte klar: „Über allem steht der Nichtabstieg.“

Auch ohne in diese Sätze zu viel hineinzuinterpretieren, das alles klingt nach einem Endspiel für Korkut gegen Dortmund. Vor dem Spiel gegen den FC Bayern München hatte 96-Boss Kind drei Punkte als Vorgabe für die nächsten drei Spiele ausgegeben, herausgekommen ist bisher nichts Zählbares. Zwar ruderte Dufner am Sonntag ein wenig zurück und sagte, dass wohl niemand unzufrieden sei, wenn es gegen den BVB „nach einer guten Leistung ein Punkt wird“.

Doch darauf sollte sich Korkut besser nicht verlassen. Nach einer Negativserie von neun Spielen ohne Sieg muss er endlich gewinnen. Das weiß auch der Deutschtürke. Ihm ist bewusst, dass die Begegnung gegen Borussia Dortmund seine letzte Chance ist, um die Maßgabe von Kind zu erfüllen. „Drei Punkte sind noch möglich“, sagte Korkut und hofft auf ein Erfolgserlebnis gegen den BVB.

Der 96-Trainer ist zum Siegen verdammt, denn nicht nur das Vertrauen der Clubführung in seine Arbeit, die immer noch in erster Linie an Ergebnissen gemessen wird, wurde seit Beginn der Rückrunde immer weniger. Und auch bei den Fans verspielte der 40-Jährige viel Kredit. Zu unansehnlich ist die Art, wie er Fußball spielen lässt, zu destruktiv und defensiv. Und zu erfolglos.

Auch beim 0:2 in Mönchengladbach igelte sich seine Mannschaft in einer ganz schlimmen ersten Halbzeit um den eigenen Strafraum ein und spielte dabei so mutlos und passiv, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis die Gastgeber diesen Angsthasenfußball durch Tore bestraften. „Wir sind jetzt im Abstiegskampf und müssen uns auf diese Situation voll einlassen und uns mit allem dagegen wehren“, sagte Dufner nach Spielende. Es wäre sicherlich keine schlechte Idee gewesen, wenn das der Mannschaft einer vor dem Anpfiff gesagt hätte.

Der Trainer unter Druck, die Spieler ohne Mumm und Selbstvertrauen: Das sind keine guten Voraussetzungen, um die Wende zu schaffen und sich ein bisschen Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Wie gefährlich die Situation ist, weiß auch Christian Schulz. Der Innenverteidiger hat seit seinem Wechsel zu 96 im Sommer 2007 so manche kritische Lage mit den „Roten“ erlebt. Der 31-Jährige weiß also, wovon er spricht, wenn er sagt, dass „wir nicht zu denken brauchen, dass wir in den nächsten drei Spielen aus der Situation raus sind - das kann bis zum Ende dauern. Das werden jetzt noch knüppelharte neun Spiele. Auch die Mannschaften, die unten stehen, punkten irgendwann. Und leider gehören wir zu den Teams, die das nicht getan haben. Deswegen ist die Situation jetzt noch schwieriger als vor zwei, drei Wochen.“

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