Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Sport lokal Frenetischer Jubel und „Klein Reinhardt“ steht im Dunkeln
Sportbuzzer Sport lokal Frenetischer Jubel und „Klein Reinhardt“ steht im Dunkeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:53 16.06.2010

Fußball (peb). Reinhardt Schlömer aus Krankenhagen kann sich noch an das Endspiel am 4. Juli in Bern erinnern. Mit einem 3:2-Sieg gegen das Top-Team aus Ungarn vor 60.000 Zuschauern im Wankdorf-Stadion wurde Deutschland zum ersten Mal Weltmeister. Das Spiel ging in die deutsche Sportgeschichte als „Wunder von Bern“ ein und die Spieler um Bundestrainer Sepp Herberger als die „Helden von Bern“.

Der Titelgewinn löste in Deutschland einen großen Freudentaumel aus. Neun Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges schien der Erfolg ein ganzes Volk aus den Entbehrungen und Depressionen der Nachkriegszeit zu reißen und sollte am Anfang des deutschen Wirtschaftswunders stehen. Der Erfolg gab den Menschen verloren gegangenes Selbstvertrauen zurück. Die Begeisterung erfasste alle Schichten der Bevölkerung.

Schon in der Vorrunde traf Deutschland nach einem 4:1-Erfolg gegen die Türkei auf Ungarn. Herberger bot nicht sein bestes Team auf und Deutschland verlor gegen die Magyaren mit 3:8. Nach einem Entscheidungsspiel gegen die Türkei (7:2) zog Deutschland in das Viertelfinale ein. Dort wurde Jugoslawien mit 2:0 bezwungen. Im Halbfinale gewann Deutschland gegen Österreich mit 6:1.

Das Finale gegen Ungarn wurde im Dauerregen ausgetragen. Die Deutschen verfügten über Schraubstollenschuhe, die von ihrem Zeugwart, dem Schuhmacher Adi Dasler, dem späteren Gründer der Adidas-AG, noch selbst in Handarbeit gefertigt worden waren. Die Ungarn dagegen spielten mit den damals üblichen Noppenstiefeln, die aufgrund der kurzen und weichen Korknoppen einen wesentlich schlechteren Stand auf dem aufgeweichten Boden boten.

Ungarn ging durch Ferenc Puskas (6.) und Zoltan Czibor (8.) mit 2:0 in Führung. In der 10. Minute traf Max Morlock zum 1:2 und in der 19. Minute schaffte Helmuth Rahn den 2:2-Ausgleich. Im weiteren Verlauf spielte die DFB-Elf zwar hervorragend, die deutlich besseren Torchancen hatten jedoch die Ungarn, die mehrfach an Pfosten, Latte und dem „Teufelskerl“ Toni Turek im deutschen Tor scheiterten. Den entscheidenden Treffer zum 3:2-Sieg erzielte Rahn in der 84. Minute.

Während die deutschen Spieler zu Helden aufstiegen, kam es in Ungarn, deren Mannschaft zum ersten Mal nach viereinhalb Jahren wieder ein Spiel verloren hatte, bereits kurz nach dem Spiel zu Ausschreitungen. Spieler wurden verhört und vom kommunistischen Regime drangsaliert. Einigen Spielern, die mit deutschen Mercedes-PKW aus der Schweiz heimkehrten, wurde Folter angedroht und unterstellt, sie hätten sich kaufen lassen, um absichtlich zu verlieren. Verwandte von Spielern verloren ihre Arbeitsplätze. Nach dem Aufstand von 1956 flohen viele Spieler ins westliche Ausland.
1954 gab es in Deutschland nur etwa 20.000 Fernsehgeräte. In der damals 800-Seelen-Gemeinde Eilvese stand das einzige Fernsehgerät im Dorf in der Gastwirtschaft. In dem Saal der Dorfkneipe versammelten sich die Fußball begeisterten Männer. Frauen hatten keinen Zutritt. Das Endspiel war Männersache. Über 100 Fans drängelten sich in dem kleinen Raum vor einem für heutige Verhältnisse winzigen Schwarz-Weiß-Fernseher.

Die Entfernung zum Gerät betrug für die „Hinterbänkler“ über zehn Meter. Der Qualm von Zigaretten und Zigarren ließen kaum etwas erkennen. Durch den Lärm verstand man sein eigenes Wort nicht mehr. Alle redeten vor Aufregung durcheinander. Und mittendrin der achtjährige Reinhardt als einziges Kind in der Männergesellschaft. 0:1 – Ernüchterung im Saal. Wieder ein Tor. „Klein Reinhardt“ auf den Schultern seines Vaters sah nur die schwarzen Stutzen und jubelte, weil er dachte, es wäre der Ausgleich. Aber schnell merkte er den Irrtum. Totenstille im Saal und die Enttäuschung wuchs weiter.
Dann das 1:2 – Jubel und neue Hoffnung. Beim 2:2 hielt es keinen mehr auf den Sitzen. Vater Schlömer warf seinen Reinhardt vor Freude in die Luft, andere fingen ihn auf und „Klein Reinhardt“ wurde über den Köpfen quer durch den Saal gereicht. Plötzlich saß er ganz dicht vor dem Fernseher und konnte jetzt alles hautnah verfolgen.

Mit fortlaufender Spielzeit wuchs die Spannung bis ins Unerträgliche. Ungarn hatte „dicke“ Chancen. Aber das Tor fiel auf der anderen Seite. „Jetzt Deutschland am linken Flügel durch Schäfer, Schäfers Zuspiel zu Morlock wird von den Ungarn abgewehrt, und Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn, am Ball. Er verliert den Ball gegen Schäfer, Schäfer flankt nach innen – Kopfball – abgewehrt – aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor! – Tor für Deutschland“, dröhnte es aus dem Fernseher. Alle Männer sprangen auf, tanzten vor Freude, nahmen sich gegenseitig in den Arm, schrien und weinten! Für „Klein Reinhardt“ mitten im Gedränge wurde es dunkel. Panik und Angst machten sich bei ihm breit. Endlich beruhigten sich die Leute wieder. Und das große Zittern und Bangen begann. Sechs Minuten bis zum Abpfiff. Die Ungarn machten Druck. Die deutschen Spieler Werner Kohlmeyer, Horst Eckel, Jupp Posipal, Karl Mai, Werner Liebrich, Helmuth Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter und Hans Schäfer warfen sich in die Bälle und kämpften bis zum Umfallen. Keeper Toni Turek hielt alles und dann der erlösende Schlusspfiff.

„Klein Reinhardt“ stürmte sofort nach draußen, lief durch das ganze Dorf und schrie: „Deutschland ist Weltmeister! Deutschland ist Weltmeister!“

Als Papa, Opa und Reinhardt nach Hause kamen, rieben sich die drei vor Erstaunen die Augen. Auf dem Hof stand „Deutschland gegen Ungarn 3:2“ mit weißer Kreide geschrieben. „Klein Reinhardt“ hatte das Ergebnis vorausgesehen und vor dem Abmarsch zur Gastwirtschaft aufgeschrieben.

Die Herren von GW Stadthagen bleiben in der Verbandsklasse weiter ohne Punkte.

15.06.2010

Arne Frank ist erfolgreich von der dritten Austragung der Bike Trans Germany zurückgekehrt. Vom höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze, ging es über 300 Kilometer und fast 7500 Höhenmeter entlang der Grenze zwischen Deutschland und Österreich in Richtung Westen. Der Start erfolgte in Garmisch-Partenkirchen, weitere Etappenorte waren Lermoos, Pfronten, Sonthofen und am Ende der Strapazen der große Zieleinlauf in Bregenz am Bodensee.

15.06.2010
Sport lokal Kreis Schaumbrug / Kreismeisterschaften - Lauenauer Schützen überzeugen im Kreis

Die Bogenabteilung des SV Bison Calenberg hat in diesem Jahr die Kreismeisterschaften der Bogensportler des Kreisschützenverbandes Deister- Süntel Calenberg (DSC) ausgerichtet. „Alles was im Verantwortungsbereich des Ausrichters lag, klappte hervorragend“, schreibt DSC-Pressesprecher Gerd Gehlenin einer Pressemiteillung.

14.06.2010