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Sport lokal Leopold Borne ist ein Titelsammler
Sportbuzzer Sport lokal Leopold Borne ist ein Titelsammler
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22:07 01.09.2017
Der Nienstädter Leopold Borne hat viel Ballgefühl und liebt beim Tennis das Volleyspiel.
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Nienstädt

Borne wurde als fünftes von fünf Kindern im polnischen Kreiwitz 1941 geboren. Mit drei Jahren flüchtete er mit einer Tante über Österreich ins bayerische Ursheim. Dort wurde er auch eingeschult. Nach der Zusammenführung seiner Familie in Hemeringen sollte er dort die zweite Klasse besuchen. „Aber ich konnte nur bayerisch platt sprechen, und deshalb wurde ich zurückversetzt“, erinnert sich Borne.

 Nach dem Ende der Schulzeit begann Borne eine Ausbildung zum Stahlbauschlosser. Als er nach einem Gesellenjahr in der Zeitung eine Anzeige las, dass die Polizei Nachwuchskräfte suchte, bewarb er sich mit 18 Jahren für den Polizeidienst. Nach einem Jahr in der Polizeischule in Hannoversch Münden folgten zwei Jahre Bereitschaftspolizei in Hannover. „Die Schreibmaschine musste selbst angeschafft werden“, weiß Borne noch. Seine erste Dienststelle war Hameln. Dort wurde er für die Außenstelle Afferde eingeteilt. „Das Dienstfahrzeug war das Privatauto.“ Im Jahr 1976 wurde er nach Bückeburg versetzt – anschließend nach Stadthagen. Nach 41 Dienstjahren ging er in den wohlverdienten Ruhestand.

 Seine sportliche Karriere begann recht bescheiden. „Fußballschuhe oder Turnschuhe konnte ich mir nicht leisten, Sport in der Schule wurde nicht angeboten“, blickt Borne zurück. „Mit etwa 14 Jahren spielte ich zum ersten Mal Tischtennis. Im Dachgeschoss der Volksschule in Hemeringen wurden vier Tische zusammengestellt, ein Brett drauf, ein Küchenbrett als Schläger und los.“

 Als Borne im zweiten Lehrjahr ein Fahrrad zusammengespart hatte, schloss er sich im Alter von 16 Jahren dem TSV Fuhlen an. „Wir spielten in einer alten Scheune. Tiefstrahler dienten als Lichtquelle, ein Kanonenofen sorgte im Winter für angenehme Temperaturen.“ In Fuhlen spielte er bis zum Beginn seiner Polizeiausbildung. Nach sechs Jahren ohne Tischtennis kam Borne ins Weserbergland zurück und ging für Schwalbe Tündern auf Punktejagd. Mit 31 Jahren konnte er den Lockrufen von Preußen Hameln nicht widerstehen und spielte dort bis 1976 in der Landesliga.

 Im selben Jahr hatte Borne in Nienstädt gebaut. „Um Land und Leute kennenzulernen, bin ich in den TuS Sülbeck eingetreten und spielte dort Tischtennis und zum ersten Mal Tennis.“ Nach einem Jahr wechselte er in die Tischtennis-Sparte des SV Obernkirchen und stieg mit seinem Team bis in die 2. Verbandsliga auf.

 Als Borne in die Dienststelle Stadthagen versetzt wurde, wechselte er Anfang der neunziger Jahre den Verein und spielte zehn Jahre für den Post SV Stadthagen. Eine Vielzahl von Kreismeisterschaften und Bezirksmeisterschaften pflasterten seinen Weg. Seit 16 Jahren schlägt er nun für den TSV Hespe auf und punktet für die dritte TSV-Mannschaft. Im Frühjahr dieses Jahres feierte Borne dieBezirksmeisterschaft im Einzel und Doppel der Klasse Ü75 und bei den Landesmeisterschaften wurde jeweils Dritter.

 Seine Tenniskarriere begann erst spät – mit 35 Jahren in Sülbeck. „Weil ich Schichtdienst hatte, konnte ich nicht regelmäßig trainieren“, erinnert sich Borne. „Aber Sülbeck hatte eine Ballwurfmaschine. Immer wenn ich dienstfrei hatte, stand ich allein auf dem Platz. Meine Vorhand wurde zu einer gefährlichen Waffe und die Rückhand konnte ich stark verbessern.“

 Im Jahr 1987 stieg Borne mit den Herren des TuS Sülbeck in die Verbandsklasse auf. Im Jahr 1991 wechselte er zum TC Obernkirchen und bildete dort in der Verbandsliga mit Ludwig „Spatz“ Seifert ein hervorragendes Doppel. Beide gewannen auch zahlreiche Turniere. Bei den Deutschen Meisterschaften im Jahr 2002 schied das Duo erst im Viertelfinale aus.

 Die Verbandsliga war für Borne aber nur eine Zwischenstation. Nach dem Wechsel im Jahr 1994 zum TC Grün-Weiß Stadthagen stieg er mit seinem Team 1996 in die Regionalliga auf. Von 2001 bis 2007 spielte er für den Regionalligisten TSV Barsinghausen. „Danach folgte die schönste Zeit meiner Tennislaufbahn. Mit dem Regionalligisten TC Rot-Weiß Hildesheim wurde ich zwölfmal Norddeutscher Meister – sechsmal in der Halle und sechsmal im Freien“, zählt Borne auf. Das tollste Erlebnis habe er 2008 erlebt. Die Hildesheimer bekamen vom LTTC Rot-Weiß Berlin eine Einladung zu den Europäischen Mannschaftsmeisterschaften der Senioren 65. 13 Teams aus neun Nationen nahmen teil. „Im Steffi-Graf-Stadion gegen internationale Konkurrenz zu spielen, war ein Traum. Am Ende belegten wir Platz sechs.“

 Aber das intensive Tennisspielen forderte seinen Tribut. Die Schmerzen im Hüftgelenk wurden immer größer. Aber die Ärzte rieten von einer Operation vorerst ab. „Drei Jahre spielte ich nur mit Schmerztabletten.“ Nach den Begegnungen konnte Borne drei Tage lang kaum laufen. Merkwürdigerweise habe sich der Zustand in den letzten zwei Jahren gebessert. „Ich kann mehr meine frühere Stärke, die läuferischen Qualität, nicht voll in die Waagschale werfen – und muss heute den einen oder anderen Ball gehen lassen – aber die Schmerzen haben nachgelassen“, wundert sich Borne.

 Im Jahr 2014 kehrte der Nienstädter nach Schaumburg zurück und geht jetzt für Weiß-Rot-Blau Bückeburg in der Regionalliga auf Punktejagd. Seit vielen Jahren bildet Borne mit Leue vom TV Espelkamp-Mittwald ein erfolgreiches Doppel. Die größten Erfolge waren im Jahr 2012 die Deutsche Doppel-Vizemeisterschaft und jetzt die Deutsche Meisterschaft. „Wir passen gut zusammen. Hermann macht kaum Fehler, mein Paradeschlag ist die Vorhand und ich bin ein guter Volleyspieler“, verrät Borne die Stärken des Doppels. Leue sei nicht nur ein Partner, sondern auch ein Freund. „Wir harmonieren prächtig, das bekommen die Gegner zu spüren.“

 Borne sammelte im Laufe der Jahre eine Fülle von Einzel-Titeln im Tennissport. Neben nahezu 20 Bezirksmeisterschaften wurde er viermal Niedersachsenmeister. In der Rangliste des Niedersächsischen Tennisverbandes (NTV) schaffte er es unter die Top 3, in der Rangliste des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) auf Rang neun als beste Platzierung.

 „Ich spiele Tischtennis und Tennis gleich gerne. Wichtig ist, die Kameradschaft muss stimmen. In Bückeburg ist das richtig gut.“ Und zu seinen Zukunftsplänen sagt „Leo“ Borne: „Als ich 65 war, habe ich gesagt, dass ich bis 70 spiele. Das hatte ich damals meiner Frau versprochen. Jetzt bin ich 76 und spiele immer noch. Wenn ich gesund bleibe, will ich bis 80 spielen. Und meine Frau ist damit auch einverstanden.“peb