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Sport lokal Showdown vor Rekordkulisse
Sportbuzzer Sport lokal Showdown vor Rekordkulisse
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21:38 29.11.2019
RINTELN/KREFELD.

Vor 7500 Zuschauern tritt der 24-Jährige gegen den 294. der Weltrangliste, Hamisi Maya aus Tansania, an. „Das ist jetzt Europa League, das wird wunderbar“, freut sich Ruhe auf das bevor-stehende Event.

Dabei ist der Fight im Rahmen der „Night for Masters and King of Kings“ für den Deutsch-Italiener auch die Chance, den bereits eigentlich für September angedachten Titelkampf nun endlich austragen zu können (wir berichteten). Sein ursprünglicher Kontrahent Jakub Chval war damals nach der Pressekonferenz kurzfristig wieder abgereist. „Da war ich richtig sau-er“, erinnert sich Ruhe an die Absage. Sowohl mit Blick auf das harte Training als auch auf die finanziellen Kosten sei dies „alles sehr frustrierend gewesen“.

Dennoch nahm Ruhe die Situation professionell auf: „Geht eine Tür zu, öffnet sich eine andere.“ Bereits drei Wochen nach diesem Dämpfer habe er erfahren, dass vonseiten des Verbandes eine neue Ansetzung des Kampfes möglich sei. „Da habe ich natürlich direkt zugesagt“, so Ruhe und fügt an: „Ich finde es gut, wie es jetzt ist.“

„Wahnsinn! Ich kann das selber noch nicht so richtig glauben“

Mit Blick auf das nun stattdessen bevorstehende Box-Event eine mehr als verständliche Einstellung. Immerhin erwartet Ruhe ein Veranstaltungsrahmen auf höchster Profi-Ebene: Wiegen und Pressekonferenz im Maritim-Hotel in Düsseldorf, ein Kampf in der 2500 Quadratmeter großen Multifunktionsarena in Krefeld, eine beeindrucke Fankulisse auf den ausverkauften Rängen – darüber hinaus wird die Veranstaltung live im Fernsehen übertragen.

„Wahnsinn! Ich kann das selber noch nicht so richtig glauben“, zeigt sich der Rintelner voller Vorfreude. Auch dem Punkt, dass die für ihn ungewohnt große Zuschauerzahl möglicherweise zum Problem werden könne, widerspricht Ruhe: „Klar schlägt das Herz im Vorfeld jetzt etwas doller. Aber je mehr Leute vor Ort sind, desto motivierter und stärker bin ich.“

Der Kampf gegen "Hitman the Lionheart"

In Anbetracht seines Gegners werden diese Eigenschaften auch dringend notwendig sein. Der 22-jährige Maya, Spitzname „Hitman the Lionheart“, konnte bislang acht seiner elf Kämpfe gewinnen, sieben davon durch Knock-out. Zudem ist er drei Zentimeter größer als der 1,77-Meter-Mann Ruhe. „Seine Stärke ist, mich auf Distanz zu halten“, analysiert der bislang ungeschlagene Ruhe seinen sportlichen Widersacher. „Zudem ist er die ganze Zeit aktiv, hat Luft ohne Ende und lange Arme.“

Besonders Letzteres, die sogenannte „Boxing Reach“, also die Spannweite zwischen den Fingerkuppen der ausgetreckten Arme, stelle eine Herausforderung dar. „Ich muss Schläge auf den Körper setzen, in den Infight gehen und immer nah dran sein“, erklärt Ruhe seinen Matchplan. Dabei wolle er zunächst „die ersten drei, vier Runden abwarten“, denn Hamisi müsse ihn „schon k.o. schlagen, um mich zu besiegen“, sagt Ruhe und weiß zudem den Heimvorteil auf seiner Seite. Daher erwarte er auch einen „wesentlich intensiveren, von mehr Schlagabtausch geprägten Kampf als je zuvor“. Sollte Ruhe der Titel-Coup gelingen, würde er unter die Top 200 der Weltrangliste springen. Zudem könnte er bei der Junioren-WM antreten. Und im Falle einer Niederlage? „Das kommt gar nicht erst infrage“, zeigt sich Ruhe selbstbewusst und wagt eine Prognose: „Ich werde Samstag dort mit meinen gewonnenen Gürteln sitzen und gemeinsam mit der Familie den Abend genießen.“ Von Niklas Könner