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Sport lokal Von allem zu wenig
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22:25 22.04.2018
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Minden

Um einen Gegner wie den Tabellendritten zu schlagen, muss mehr kommen, als GWD gestern auf die Platte brachte. Von einem emotional bis an die Zähne bewaffneten Team war weit und breit nichts zu sehen. „Ohne Emotionen, ohne Leidenschaft ist es schwer, die vorhandenen handballerischen Defizite auszugleichen“, sagte GWD-Coach Frank Carstens, der von seinem Team gefordert hatte, nicht nur phasenweise mitzuhalten. Gestern dauerte diese Zeitspanne etwa fünf Minuten – in der es die Gastgeber verpassten, gegen einen in der Startphase der Partie noch indisponierten Gegner vorzulegen. Guter Rückzug, starke Abwehr, die Basis stimmte. Aber vier freie Chancen zu vergeben, war dann Luxus – und rächte sich. Der SCM legte eine 2:0-Führung vor. „Das hat uns dann verunsichert“, räumte Carstens ein. GWD blieb durch Tore von Magnus Gullerud und Andreas Cederholm bis zum 4:5 dran, dann spielte sich der Final-Four-Teilnehmer vor allem über die linke Angriffsseite frei. Matthias Musche wurde zum Schreckgespenst von GWD-Keeper Espen Christensen. Carstens nahm in der ersten Halbzeit zwei Auszeiten, das brachte ebenso wenig wie ein Torwartwechsel zum Kim Sonne. In den Gesichtern der Grün-Weißen spiegelte sich zunehmend Ratlosigkeit. Zwei vergebene Siebenmeter (Luka Zvizej und Marian Michalczik) trugen zur Verunsicherung bei. Über 13:8, 18:11 zog der SCM zur Pause auf 21:12 davon.

 Der Trend setzt sich nach dem Seitenwechsel fort und wurde zur Machtdemonstration. Die Kampa-Halle war fest in Magdeburger Hand, auf dem Feld als auch auf den Zuschauerrängen. GWD leistete sich Fehler, als hätte das Team sich gestern erst kennengelernt. 30 Gegentore bis zur 40. Spielminute sprechen eine deutliche Sprache. Der SCM hatte die 24:34-Klatsche aus der vergangenen Serie noch im Hinterkopf, zog die Demütigung voll durch. Über 26:16 führte der Favorit nach 45 Minuten bereits mit 33:21. „Wir haben dann im Angriff ein bisschen besser ins Spiel gefunden“, meinte Carstens. Es sei aber von vorne bis hinten zu wenig gewesen. Die Magdeburger Fans wollten das 40. Tor sehen, Michael Damgaard erfüllte den Wunsch.

 „Wir müssen uns heute bei den Zuschauern für die Leistung entschuldigen“, zürnte Carstens. Zum Glück waren nur 2014 dabei.