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Sport Auf Höhenflug in Richtung 2. Liga
Sportbuzzer Sport Auf Höhenflug in Richtung 2. Liga
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12:30 25.12.2011
Ein verschworener Haufen: Die Spieler der Handballfreunde Springe hatten in der Hinrunde – wie hier beim Derbysieg über den HSV Hannover – oft Grund zum Jubeln. Quelle: Petrow
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Springe

Mit dem überzeugenden 34:31-Sieg beim Vorjahresmeister HSG Tarp/Wanderup haben die Handballfreunde Springe in der 3. Liga ein Zeichen gesetzt. Nach der Vizemeisterschaft im Vorjahr klopft der Klub vom Deister als „Herbstmeister“, der drei Punkte Vorsprung auf die Verfolger hat, lautstark an die Tür zur 2. Bundesliga. Denn im Gegensatz zur vergangenen Saison, in der der Meister aus Tarp noch in die Relegation musste und dort scheiterte, steigt der Tabellenerste diesmal direkt auf. Wir beleuchten die Gründe für den Springer Höhenflug und blicken schon einmal vorsichtig nach vorne.

Der Trainer

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Mit der Verpflichtung von Oleg Kuleschow haben sich die Springer einen Hochkaräter an die Linie geholt. Als Aktiver hat der ehemalige russische Nationalspieler fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Er wurde Welt- (1997) und Europameister (1996), Champions-League-Sieger (2002) und deutscher Meister (2001) mit dem SC Magdeburg. Die Erfahrung aus 123 Länderspielen (390 Tore) und seinen Bundesligapartien für Magdeburg und den VfL Gummersbach gibt der ehemalige zentrale Rückraumspieler nun als Nachfolger des zur TSV Burgdorf II gewechselten Sven Lakenmacher an seine Mannschaft weiter. „Die Handschrift von Oleg ist im Team eindeutig zu erkennen“, sagt Manager Dennis Melching. „Wie er Handball denkt, plant, arbeitet, lebt und vorlebt ist beeindruckend. Besonders die jungen Spieler profitieren enorm von ihm.“ Den größten Schritt nach vorn hat der 23-jährige Rückraumschütze Jannis Fauteck gemacht.

Der Kader

Einen gehörigen Anteil am Erfolg hat aber auch Melching. Dem Manager war es bereits vor der Verpflichtung des Trainers gelungen, eine gesunde Mischung aus erfahrenen Spielern und erfolgshungrigen Talenten zu formen. In der Abwehr führt der 41-jährige zweifache Olympiasieger Wjatscheslaw „Slava“ Gorpischin Regie. Kapitän Daniel Deutsch und Rückraumspieler Claus Karpstein spielten lange Zeit in der 2. Liga. Selbst die jungen Spieler wie Fauteck, Maximilian Kolditz, Nils Eichenberger und Fabian Hinz haben schon einige Einsätze in höheren Ligen auf dem Buckel.

Beeindruckend ist vor allem die Erfolgsquote bei den Neuzugängen: Eichenberger, Kolditz und Kay Behnke (alle Eintracht Hildesheim), der griechische Nationalspieler Nikolaos Tzoufras (AC Filippos Verias) und Torhüter Simon Herold (SC Empor Rostock) schlugen allesamt ein. „Wir hatten ja letzte Saison schon einen guten Kader, aber die Qualität wurde nochmals verbessert“, erklärt Melching. „Die Jungs passen sportlich und menschlich alle sehr gut zusammen, dadurch kitzeln sie vielleicht immer noch den einen oder anderen Prozentpunkt mehr aus sich heraus.“

Die große Stärke des nicht allzu großen, dafür aber hochkarätig besetzten Kaders ist seine Ausgeglichenheit. „Wenn einer mal einen schlechten Tag hat, haben wir mittlerweile die Optionen, das aufzufangen“, sagt der Manager, der nahezu jede Position doppelt besetzt hat. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass die Springer sich in der bis zum 14. Januar dauernden Winterpause noch einmal verstärken. Melching hat bereits „einige interessante Möglichkeiten“ für den Fall in der Hinterhand, dass der Verein nochmals auf dem Transfermarkt tätig werden sollte.

Das Abwehrbollwerk

Bereits in der vergangenen Serie stellten die Handballfreunde die beste Defensive der Liga. Auch in der Hinrunde kassierte das Team um Abwehrchef Gorpischin in 15 Spielen nur 393 Gegentreffer – so wenig wie kein anderer Drittligist. Das Torhütergespann Andreas Stange/Herold gilt als das beste der Liga. Einzige Schwachstelle ist derzeit noch die eigene Trefferquote.

Die Konkurrenz

Die Liga ist enger zusammengerückt. War es in der vergangenen Saison ein Zweikampf zwischen Springe und Tarp, mischen in dieser Spielzeit neben diesen beiden Teams auch der SV Henstedt-Ulzburg, der TSV Altenholz und der HSVHannover vorne mit. Dabei hat Springe allerdings einen vielleicht entscheidenden Vorteil: Gegen die vier ärgsten Verfolger spielt der Tabellenführer in der Rückrunde vor heimischem Publikum.

Die Planungen

Melching würde den Kader für die 2. Liga auf zwei bis drei Positionen deutlich verstärken. Der Etat von derzeit 350 000 Euro müsste dafür allerdings deutlich angehoben werden. Mit dem Hauptsponsor, dem Bauunternehmer Peter Othmer, sowie einem wachenden Sponsorenpool könnte dies realisierbar sein. Ein Problem stellt aber die Sporthalle an der Harmsmühlenstraße dar. „Wir werden in der Form nicht mehr in Springe spielen können“, erklärt der Manager. Umzüge nach Hameln oder Hildesheim wären vor allem wegen der Zuschauerkapazität denkbar. Zudem laufen laut Melching Gespräche mit der Stadt über einen Umbau der bestehenden Halle oder einen Neubau der abgebrannten Bisonhalle.

Benjamin Gleue

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23.12.2011