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Sport Die Leiden des jungen S.
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00:21 29.05.2014
Bastian Schweinsteiger ist genervt.
Bastian Schweinsteiger ist genervt. Quelle: dpa
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St. Leonhard

Mit diesen wird Bastian Schweinsteiger im Vorbereitungscamp in Südtirol immer wieder konfrontiert. „Man muss nicht skeptisch sein“, entgegnet der Vize-Kapitän in St. Leonhard also eben jenen Zweiflern. Aber er räumt auch ein: „Wenn man nicht mit der Mannschaft trainieren kann, nervt es.“

Drei Wochen vor dem ersten Ernstfall in Brasilien, dem WM-Vorrundenspiel gegen Portugal, steht der Einstieg des 29-Jährigen ins Teamtraining weiter aus. Von einer weltmeisterlichen Turnierform ist Schweinsteiger noch weit entfernt, er kann darum nur beschwichtigen. „Ich mache mir keine Sorgen“, erklärt der Mittelfeldspieler vom FC Bayern München. „Wir haben noch Zeit bis zum ersten Spiel, deswegen bin ich sehr, sehr zuversichtlich.“

Joachim Löw kündigte am Montag immerhin schon einmal eine zeitnahe Entscheidung an, wann Schweinsteiger wieder auf dem Platz mit der Mannschaft üben soll. „Für ihn war wichtig, im Ausdauerbereich zu arbeiten“, sagt der Bundestrainer. „Er konnte im physischen Bereich etwas aufholen.“ Schweinsteigers Zielkorridor ist auf das erste Gruppenspiel am 16. Juni ausgerichtet. Doch schon zwei Wochen vorher läuft die Frist ab, an der Löw den noch 26-köpfigen deutschen Kader auf 23 Akteure reduzieren muss.

Arbeiten am Comeback - abseits des Teams

Für Schweinsteiger wird dieses Datum allerdings nicht zur Hürde, die er fürchten muss. Löw glaubt, dass Schweinsteiger – wie dessen noch angeschlagene Münchener Kollegen Philipp Lahm und Manuel Neuer – spätestens in Brasilien „gesund und fit sein wird“. Auch Schweinsteiger bezweifelt nicht, dass Löw ihm vertraut. „Ich glaube, der Bundestrainer weiß, wie ich ticke und wie es aussieht“, sagt er. Aber gut sieht es aktuell nicht aus. Und Schweinsteiger ist ein Spieler, der bei aller Turniererfahrung und der bekannten Willenskraft Topleistungen nur abliefern kann, wenn sein Körper top funktioniert.

Es wirkt daher schon fast ein wenig trotzig, wenn der Nationalspieler diesen Einwand beiseitewischt. „Letztendlich entscheidet der Kopf, wie die WM läuft, speziell bei den Bedingungen in Brasilien“, sagt Schweinsteiger. „Natürlich braucht man seine Trainingseinheiten und einen gewissen Rhythmus. Aber letztendlich wird die Willenskraft dort entscheidend sein. Und die geht durch den Kopf in den Körper.“ Also arbeitet Schweinsteiger weiter abseits des Teams an seinem Comeback – und klammert sich an den Traum von seiner dritten und womöglich letzten WM-Endrunde.

2018 beim Turnier in Russland wird er 33 Jahre alt sein. Ob sein Körper dann noch mitspielt, bleibt abzuwarten. Doch derart düstere Gedanken versucht er auszublenden: „Ich bin guter Dinge, so, wie es sich anfühlt.“ Aber es gilt abzuwarten, wie die Sehne im linken Knie auf echte Belastungsreize reagieren wird. „Man muss da schon ein bisschen aufpassen“, sagt sogar Schweinsteiger selbst. „Patella ist nicht zu unterschätzen. Und die Ärzte können auch nicht zaubern.“

Und wenn es ohne Zauberkräfte doch nicht zum ersten Spiel reichen sollte? „Ich denke nicht daran, dass es so sein wird“, sagt Schweinsteiger. Und Löw erklärte für diesen Fall prophylaktisch: „Bastian war und ist immer ein emotionaler Führungsspieler.“ Auf dem Platz und auf der Bank.

Klaus Bergmann / Jens Mende

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