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Sport Bruchlandung für „Air Jordan“
Sportbuzzer Sport Bruchlandung für „Air Jordan“
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22:04 23.03.2012
Der „größte Basketballer aller Zeiten“ ist als Klubchef der Charlotte Bobcats in der NBA glücklos Quelle: dpa
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Charlotte/Boston

Jordan ist Besitzer der Charlotte Bobcats und sein Team mit nur sieben Siegen aus 44 Spielen das mit Abstand schlechteste, das die nordamerikanische Basketball-Liga NBA zu bieten hat – Bruchlandung für „Air Jordan“. Während der 49-Jährige beharrlich zur Krise schweigt, hat kürzlich sein Kumpel Charles Barkley das gesagt, was viele denken. „Ich liebe Michael, aber als Besitzer hat er ganz einfach keinen guten Job gemacht“, meinte Barkley.

Barkley kritisiert vor allem, dass sich Jordan in Charlotte ausschließlich mit Jasagern umgeben hat. Widerspruch oder Einwände – Fehlanzeige. „Wenn du berühmt bist und die Rechnungen der Leute um dich herum bezahlst, wirst du kaum eine andere Meinung hören. Sie wollen schließlich in deinem Privatjet mitfliegen“, betonte Barkley. 2006 hatte Jordan erste Anteile an den Bobcats erworben, seit 2010 ist er der Mehrheitseigner.

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Seitdem der „größte Basketballer aller Zeiten“ (NBA-Homepage) in Charlotte mitmischt, hat der Verein nur eine Saison mit mehr Siegen als Niederlagen vorzuweisen. Als der Klub aus North Carolina 2010 erstmals die Play-offs erreichte, ließ Boss Jordan anschließend die besten drei Spieler ziehen. Center Tyson Chandler ging zu Dirk Nowitzki nach Dallas und avancierte bei den Mavericks zum entscheidenden Puzzleteil der Meistermannschaft. Raymond Felton schloss sich den New York Knicks an, Gerald Wallace den Portland Trail Blazers. Charlotte bekam im Gegenzug maximal Mittelmaß – aus einem potenziellen Playoff-Kandidaten wurde eine graue Maus.

In dieser Saison ging der tiefe Fall weiter – und Jordan schaut tatenlos zu. „His Airness“, der scheinbar Unfehlbare, ist Mensch geworden, zeigt Schwächen, will diese aber nicht einsehen. Bereits während seiner Zeit als Teammanager bei den Washington Wizards traf Jordan eine Fehlentscheidung, die ihm und dem Hauptstadtteam bis heute nachhängt.

Washington hatte bei der Draft am 27. Juni 2001 von allen NBA-Teams das Erstzugriffsrecht auf sämtliche Talente. Zur Auswahl standen unter anderem Tyson Chandler, Pau Gasol und Tony Parker. Jordan entschied sich jedoch für Center Kwame Brown, einen 19-Jährigen, der direkt von der Highschool kam. Chandler, Gasol und Parker wurden später in anderen Klubs zu Stars und jeweils mindestens einmal NBA-Champion. Brown indes hat einen Punkteschnitt von 6,8 Zählern und spielt mittlerweile bei den Milwaukee Bucks – es ist seine siebte NBA-Station.

Jordan ist nicht der Einzige, der als Spieler überragte und im Anschluss an die klangvolle Karriere in anderer Funktion scheiterte. Wayne Gretzky gilt bis heute als bester Eishockeyspieler der Geschichte. 2001 kaufte sich „The Great One“ Anteile an den Phoenix Coyotes und war von 2005 an Cheftrainer. Sein Engagement in der Wüste von Arizona wurde zum Desaster. Phoenix kam unter ihm kein einziges Mal auch nur annähernd an die Play-off-Plätze heran. Erst als Gretzky im September 2009
zurücktrat, schafften die Coyotes umgehend gleich zweimal den Sprung in die K.-o.-Runde.

Heiko Oldörp

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