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Sport „Ein Weltmeistertitel wäre die Krönung“
Sportbuzzer Sport „Ein Weltmeistertitel wäre die Krönung“
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08:55 05.06.2014
Auf dem Weg zum Weltmeistertitel? Bundestrainer Joachim Löw. Quelle: dpa
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Herr Löw, am Sonnabend startet das Abenteuer Brasilien mit dem Abflug für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Wie muss die WM verlaufen, damit Sie am Ende zufrieden sind?
2010 sind wir nicht Weltmeister geworden, aber die Art und Weise, wie die Mannschaft dort aufgetreten ist, hat in Deutschland viele Menschen begeistert. Wenn ich nur an die Bilder denke, welche Wahnsinnsstimmung nach den Spielen gegen England oder Argentinien herrschte. Wenn wir es schaffen, dieses Gefühl wieder aus der Ferne nach Hause zu schicken, dann werden wir uns alle freuen.

Wie oft haben Sie das Turnier schon durchgespielt? Und haben Sie vielleicht sogar schon mal vom Pokal geträumt?
Ich beschäftige mich nachts auch manchmal mit Aufstellungen, Verletzungen oder Spielen. Aber so richtig vom Pokal geträumt habe ich noch nicht.

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Die Spanier haben lange auf einen Titel warten müssen, dem ersten folgten dann direkt zwei weitere. Glauben Sie, dass sich für Ihr Team mit dem Turniersieg auch solch ein Knoten lösen könnte?
Das muss nicht die Regel sein. Es ist bei jedem Turnier wieder aufs Neue schwierig, sich zu behaupten. Die Spanier haben derzeit eine überragende Generation. Sie haben lange auf den Titel gewartet, aber sie hatten auch noch nie eine so gute Mannschaft wie seit 2008. Dass man drei Titel in Folge gewinnt, ist sehr ungewöhnlich, zumal es auch meist Veränderungen im Gefüge einer Mannschaft gibt. Die Spanier konnten bei allen Turnieren mit nahezu derselben Mannschaft antreten. Daran, dass das anderen Mannschaften gelingt, darf man deshalb berechtigte Zweifel haben.

Viele Leistungsträger Ihrer Mannschaft sind schon um die 30. Wie wichtig wäre es für die Generation Lahm/Schweinsteiger/Podolski oder gar für den bald 36-jährigen Miroslav Klose, endlich einen Titel mit der Nationalelf zu holen?
Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm haben die Champions League und viele nationale Titel gewonnen. Sie haben schon mehr als 100 Länderspiele und so viel Positives für den deutschen Fußball getan. Miroslav Klose spielt bereits sein viertes Turnier, das schaffen nur ganz wenige. Sie alle haben jetzt schon phänomenale, großartige Karrieren hingelegt. Aber ein Weltmeistertitel wäre natürlich die Krönung, sozusagen das i-Tüpfelchen.

Sie haben schon oft auf die besonderen Bedingungen in Brasilien hingewiesen. Die kann man aber nicht simulieren. Wie gut vorbereitet sind die Spieler auf das, was sie vor Ort von Sonntag an erwarten wird?
Wir haben ihnen viele Informationen an die Hand gegeben, aber sie müssen es erst einmal vor Ort spüren. Wir müssen Brasilien auch erleben, deshalb fliegen wir so frühzeitig hin. Vor Ort werden wir die Wettkampfsituation simulieren, indem wir mal in der Mittagshitze trainieren oder zu den Anstoßzeiten der Spiele. So können wir uns Stück für Stück an die Besonderheiten gewöhnen.

Sie haben insgesamt zwölf Spieler von Bayern München und Borussia Dortmund im Kader. Welchen Vorteil könnte die Blockbildung haben – auch vor dem Hintergrund, dass Spanien seine drei Titel vor allem mit Spielern von Real Madrid und vom FC Barcelona geholt hat?
Wenn man Blockbildung hat, ist das kein Nachteil für uns, sondern kann und wird gut sein. Aber es ist keine zwingende Voraussetzung. Für mich stehen die Qualitäten der einzelnen Spieler und das Anforderungsprofil für die jeweilige Position über der Blockbildung.

Gibt es einen deutschen Spieler, dem Sie zutrauen, der große Star dieser WM zu werden?
Da gibt es nicht nur einen. Ich kann mir bei mehreren vorstellen, dass sie eine Hauptrolle spielen. Zuerst denkt man natürlich immer an offensive Spieler, aber es kann auch ein Defensivspieler zur ganz großen Entdeckung werden.

Sehen Sie Marco Reus nach seinen überragenden Leistungen zuletzt in Dortmund auch in der Nationalelf für die Zentrale vor – oder doch eher für seine ursprüngliche Position links offensiv?
Er kann beides. Bei uns hat er zumeist links gespielt, da waren wir immer sehr zufrieden. Ein Spieler mit seinen Fähigkeiten kann aber immer auch zentral spielen. Nur in allervorderster Front kommt er meiner Einschätzung nach nicht so gut zur Geltung. Für ihn ist es besser, wenn er etwas aus der Tiefe kommen kann. Zentral ja, aber nicht als alleinige vorderste Spitze, sondern dahinter.

Ist Mesut Özil nach seiner durchwachsenen Saison eines Ihrer Sorgenkinder?
Sorgen habe ich mir gemacht, als er verletzt war. Aber nicht um seine Leistung, weil ich weiß, dass er Unglaubliches leisten kann. Das müssen wir rauskitzeln, dann ist er ein Spieler, der den Unterschied ausmachen und Spiele entscheiden kann.

Bangen um Lahm, Schweinsteiger und Neuer geht weiter

Mainz. Kapitän Philipp Lahm, Torwart Manuel Neuer und Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger haben auch gestern ihr WM-Aufbauprogramm fortgesetzt. Die angeschlagenen Leistungsträger der deutschen Fußball-Nationalmannschaft absolvierten auf dem Gelände des Bayern München erneut ein individuelles Training mit den DFB-Fitnesscoaches Darcy Norman und Shad Forsythe. Lahm (Kapselriss am Sprunggelenk) und Neuer (Schulterverletzung) dürften trotz gewisser Fortschritte morgen beim letzten Länderspiel vor dem Abflug zur WM in Mainz gegen Armenien (20.45 Uhr/live im ZDF) wiederum fehlen. Schweinsteiger, der nach seiner Entzündung an der Patellasehne schon im Trainingslager in Südtirol mit der Mannschaft trainiert hatte, wird dagegen aller Voraussicht nach zur Verfügung stehen.

Heute will sich Bundestrainer Joachim Löw bei einer Pressekonferenz über den Gesundheitszustand seiner Stars äußern. Das erste Gruppenspiel hat das DFB-Team am 16. Juni in Salvador gegen Portugal. Weitere Vorrundengegner sind Ghana (21. Juni) und die USA (26. Juni). Abflug nach Brasilien ist am Sonnabend von Frankfurt nach Salvador.

Löw hatte seinen 23 WM-Spielern von Montagmittag an noch einmal freigegeben. Heute um 14 Uhr trifft sich das Team im Mainzer Hotel Hyatt Regency zur Vorbereitung auf die Generalprobe gegen Armenien. Am Abend findet im Stadion in Mainz das Abschlusstraining statt. Zuvor ist der obligatorische Fototermin der deutschen WM-Mannschaft geplant. Alle Spieler bekamen vom Bundestrainer einen Trainingsplan mit nach Hause. Sonderschichten muss neben Lahm, Neuer und Schweinsteiger vor allem Sami Khedira schieben, der ein halbes Jahr wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen war.

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