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Sport Bundestrainer Löw macht Druck
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06:15 08.09.2012
Von Heiko Rehberg
Der Bundestrainer trägt jetzt auch bei den Pressekonferenzen Trainingsanzug – und ist bei den jungen Autogrammjägern immer noch sehr beliebt: Joachim Löw im Rittergut Eckerde.Petrow
Der Bundestrainer trägt jetzt auch bei den Pressekonferenzen Trainingsanzug – und ist bei den jungen Autogrammjägern immer noch sehr beliebt: Joachim Löw im Rittergut Eckerde. Quelle: Florian Petrow
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Barsinghausen

Neuanfang. Es ist das am meisten gebrauchte Wort bei der Fußball-Nationalmannschaft in diesen Tagen. Die Europameisterschaft ist abgehakt, mit der WM 2014 in Brasilien gibt es ein neues Ziel, zu dem sich die Mannschaft am Freitag in Hannover im ersten Qualifikationsspiel gegen die Färöer (20.45 Uhr, live im ZDF) auf den Weg macht. Was aber ist eigentlich neu am Neuanfang?

Der Bundestrainer ist der alte. Oder vielleicht doch nicht? Der Mann, der am Mittwoch im Rittergut Eckerde auf dem Podium saß und den Neuanfang erklärte, sah aus wie Joachim Löw. Aber der Bundestrainer bei einer Pressekonferenz in einem dunkelblauen Trainingsanzug? Farbe und Modell waren neu, und überhaupt konnte sich keiner der anwesenden Reporter erinnern, wann er Löw fernab des Rasens im Trainingsanzug gesehen hatte. Wo war der berühmte V-Pullover? Oder das eng geschnittene Markenhemd?

Es ist nicht davon auszugehen, dass Löw morgen in der AWD-Arena die sportliche Variante wählt. Am Mittwoch aber gelang ihm mit dem Trainingsanzug im - wie es heute so schön heißt - Retrolook ein Überraschungserfolg. In puncto guter Laune war der 52-Jährige wieder ungefähr auf dem Stand vor dem EM-Halbfinale, zu erkennen an kleinen Scherzen wie der Antwort auf die Aufstellungsfrage eines Journalisten. „Sie werden nicht spielen“, sagte Löw zu dem Reporter.

Mit dem Spiel morgen in Hannover, von dem Löw einen „klaren“ deutschen Sieg gegen die Färinger erwartet, beginnt das, was der Bundestrainer eine „neue Runde“ nennt. „Grundsätzlich spüre ich bei diesem Zusammentreffen, dass der Erfolgshunger absolut vorhanden ist, dass die Enttäuschung weggesteckt wurde“, sagte Löw. Erstmals nach der Europameisterschaft hat Löw die Nationalspieler mehr als eine Woche zusammen. Dass er bei der Kadernominierung für das Spiel morgen und Dienstag in Wien gegen Österreich mit Ausnahme von Marc-Andre ter Stegen und Julian Draxler auf das EM-Aufgebot zurückgreift, hat vor allem damit zu tun, dass bei dem Turnier die besten Profis bereits dabei waren. Beim Versuch, „das, was nicht gut war, besser zu machen“, muss er nicht beim Personal ansetzen, sondern beim Spielstil. Und da nutzte Löw die Gelegenheit am Montag zu einem kurzen Fußballfachkurs.

Bei seiner EM-Analyse hat der Bundestrainer entdeckt, dass sich die Mannschaft „zu selten belohnt“, aus Torchancen also zu wenig macht. „Wir führen die Aktionen oft nicht zu Ende“, sagte er. Ein Hauptaugenmerk liegt in Barsinghausen deshalb darauf, den Abschluss zu verbessern; die Färinger dürften morgen ein für diese Übung idealer Gegner sein.

Der andere Schwerpunkt ist das, was Löw das „Spiel gegen den Ball“ nennt. Das ist Trainerdeutsch und deshalb erklärungsbedürftig. Die deutsche Mannschaft, ausgestattet mit technisch wunderbaren Fußballern wie Mesut Özil, Sami Khedira, Mario Götze und Marco Reus, ist bei Ballbesitz stark. Hat aber der Gegner den Ball, dann dauerte es Löw in der Vergangenheit zu lange, bis dessen Verteidiger unter Druck („Pressing“) gesetzt wurden. Künftig soll das tiefer und energischer in der gegnerischen Spielhälfte passieren.

Das hört sich leicht an, ist aber laut Löw „die schwierigste Aufgabe im Fußball“. Zum Üben kommen die Färöer auch in dieser Hinsicht gerade recht.

Nur 27.000 Karten sind bisher weg

Das WM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft morgen in der hannoverschen AWD-Arena gegen die Färöer ist kein Publikumsrenner. 27.000 Karten waren bis Mittwoch verkauft. Weil bei internationalen Spielen 44.000 Fans ins Stadion passen, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ausverkauft sein. Wenn die Menschen in der Region nicht noch in größerer Zahl von der Neugierde auf das Nationalteam gepackt werden, dürften es rund 35.000 Zuschauer werden.

Die Gründe für die Zurückhaltung sind vielfältig: Die Färöer sind kein attraktiver Gegner, Hannover 96 bietet derzeit genug Attraktionen, und die Preispolitik des Deutschen Fußball-Bundes mit bis zu 80 Euro teuren Karten empfinden viele Fans als unangemessen.

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