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Sport Löw steht vor der großen Lotterie
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13:01 07.05.2014
Sami Khedira (re.) hat nach überstandenem Kreuzbandriss gute Chancen, von DFB-Bundestrainer Jogi Löw (li.) für das WM-Aufgebot nominiert zu werden. Quelle: dpa
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München

Joachim Löw wird über die größten Härtefälle für die Fußball-Weltmeisterschaft wohl erst am Ende des Trainingslagers in Südtirol entscheiden. Erst zum Meldeschluss am 2. Juni muss der Bundestrainer den vorläufigen Kader, in den er am Donnerstag bis zu 30 Spieler beruft, auf die 23 Brasilien-Fahrer reduzieren.

Löw möchte in der WM-Saison lange verletzten Akteuren wie Sami Khedira, Miroslav Klose oder auch Stürmer Mario Gomez die Chance eröffnen, in der Vorbereitung die nötige Turnier-Fitness zu erarbeiten. Löw wird vor der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders trotzdem schon einige "schwere Telefonate" führen müssen, wenn er erste Absagen für die WM übermittelt. "Die Entscheidungen müssen getroffen werden, klar. Aber das sind natürlich auch Momente, die mir nahe gehen", hatte Löw der Nachrichtenagentur dpa in einem Gespräch nach dem Länderspiel im März gegen Chile (1:0) gesagt.

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Was wird aus Ron-Robert Zieler?

Löw kündigte am Mittwoch in der Tageszeitung Die Welt an, dass er die schlechte Kunde an die knapp Gescheiterten selbst übermitteln werde. Außer bei den Torhütern. So dürfte Torwarttrainer Andreas Köpke am Mittwochabend bei Adler angerufen haben, um dem zuletzt als Nummer zwei gesetzten HSV-Keeper mitzuteilen, dass er nicht zur WM fährt. Als wahrscheinlich gilt nämlich, dass Löw neben der klaren Nummer eins Manuel Neuer (Bayern) den Dortmunder Roman Weidenfeller und einen jungen Keeper nominiert.

Um diesen Platz gibt es noch einen spannenden Dreikampf zwischen Ron-Robert Zieler (Hannover), Bernd Leno (Leverkusen) und Marc-André ter Stegen (Mönchengladbach). Die nach wochenlangen Verletzungen erst zurückkehrenden Stürmer Klose (Lazio Rom) und Gomez (Florenz) wird Löw wohl berufen, um sich in Südtirol noch einmal einen Eindruck zu verschaffen, wobei Klose bei der Gesundung etwas weiter ist. Als Backup dürfen sich der Gladbacher Max Kruse oder sogar der Hoffenheimer Kevin Volland Hoffnungen machen.

Im Mittelfeld wird Ilkay Gündogan nach fast einjähriger Verletzungspause sicher nicht berufen werden. Wohl aber Khedira, der nach überstandenem Kreuzbandriss am Wochenende wieder im Kader von Real Madrid stand. Bei ihm werde er zur Not eine Ausnahme von der Regel machen, nur zu 100 Prozent fitte Spieler mitzunehmen, hatte Löw bereits angekündigt: "Es gab auch in der Vergangenheit Spieler, die angeschlagen zu einem Turnier gefahren sind, aber die eine Mannschaft nun mal eben braucht. Beispielsweise aufgrund der Persönlichkeit oder der riesigen Erfahrung des Spielers.

So einen kann sich ein Kader grundsätzlich leisten." Richtige Härtefälle wird es für den Bundestrainer wohl erst bei der endgültigen Kader-Nominierung geben. Bis dahin müssen sich neben Khedira, Klose und Gomez wohl vor allem auch die Schalker Benedikt Höwedes und Julian Draxler beweisen.

Gibt es wieder eine Überraschung?

Erwartet werden darf auch, dass Löw wie bei früheren Turnieren mit Marko Marin (2008) oder Julian Draxler (2012) wieder für ein Überraschungsmoment im vorläufigen großen Aufgebot sorgen möchte. Beide Talente durften aber dann nicht mit zu den jeweiligen EM-Turnieren. Das Gros des erweiterten WM-Kaders werden die Akteure von Bayern München und Borussia Dortmund bilden. "Die WM in Brasilien ist ein einmaliges Erlebnis. Da will jeder dabei sein", sagte der gesetzte BVB-Profi Marco Reus bei einer Veranstaltung am Dienstagabend in Dortmund. Da neben den im Ausland beschäftigten Nationalspielern auch die Akteure von Bayern und Dortmund am 17. Mai noch im DFB-Pokalfinale aufeinandertreffen, muss Löw am Donnerstag auch einen Extrakader für das Länderspiel am 13. Mai in Hamburg gegen Polen nominieren. Dieser wird nur wenige WM-Fahrer beinhalten.

dpa/sid

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