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Sport DFB-Team ist heiß auf die Revanche gegen Spanien
Sportbuzzer Sport DFB-Team ist heiß auf die Revanche gegen Spanien
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19:23 07.07.2010
Will das deutsche Team zum Sieg antreiben: Bastian Schweinsteiger.
Will das deutsche Team zum Sieg antreiben: Bastian Schweinsteiger. Quelle: dpa
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Am 7. Juli 1974 wurde Deutschland in München durch einen 2:1-Sieg gegen die Niederlande zum zweiten Mal Weltmeister. Am 7. Juli 2010 will eine junge Mannschaft, die in Südafrika alle begeistert hat und der am Mittwoch zig Millionen Menschen in Deutschland die Daumen drücken werden, das WM-Finale erreichen.

„Wir wollen mehr, als wir bisher haben“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. Unter den besten vier Nationen der Welt ist sein Team bereits, „zu Recht“, wie er findet. Doch mit einem Spiel um den 3. Platz, wie vor vier Jahren im eigenen Land, will sich keiner abfinden. Die Mannschaft will unbedingt ins Endspiel, sie will noch einmal nach „Soccer City“ in Johannesburg, wo am Sonntag der WM-Höhepunkt stattfindet. „Wir wollen wieder ein großes Kaliber ausschalten“, sagte Bastian Schweinsteiger, bislang der überragende Spieler in Südafrika. Nach dem 4:1 im Achtelfinale gegen England und dem 4:0 im Viertelfinale gegen Argentinien wartet am Mittwoch mit Spanien der Europameister, für Schweinsteiger „die beste Mannschaft der Welt“. Aber „nicht unschlagbar“, wie Löw sagte.

Wir erklären, was Sie vor dem Halbfinale wissen müssen.

Wie schwer wiegt der Ausfall des gesperrten Thomas Müller – und wer wird ihn gegen Spanien ersetzen?

„Müller hat Großes für die Mannschaft geleistet“, sagte gestern Nationalelfmanager Oliver Bierhoff. Mit anderen Worten: Gleichwertig zu ersetzen ist er nicht. Einen Spieler mit seinen überragenden Qualitäten vor allem beim Torabschluss (bereits vier Treffer) und als Vorbereiter, der rechts im Mittelfeld spielen kann, gibt es nicht im deutschen Aufgebot. Der Bundestrainer muss erstmals nach dem Vorrundenspiel gegen Ghana (1:0) seine Startformation ändern. Wichtig wird sein, die Spielweise möglichst zu belassen. Obwohl Cacau sich nach seiner Bauchmuskelzerrung fit gemeldet hat, fällt die Entscheidung für den Müller-Ersatz zwischen Piotr Trochowski und Toni Kroos – mit dem Hamburger Trochowski in der Favoritenrolle, weil er die Position besser kennt. Aufstellungsüberraschung aber nicht ausgeschlossen.

Beim EM-Finale vor zwei Jahren war Deutschland trotz des knappen 0:1 chancenlos. Wird das am Mittwochabend anders sein?

Bei der Europameisterschaft in der Schweiz und in Österreich hat die deutsche Mannschaft ein einziges Spiel – das Viertelfinale gegen Portugal – auf dem Niveau bestritten, das sie in Südafrika seit der Vorrunde zu ihrem Standard erhoben hat. Entsprechend größer ist das Selbstbewusstsein der Spieler. Aus der Startformation von damals sind mit Jens Lehmann, Christoph Metzelder, Torsten Frings, Michael Ballack und Thomas Hitzlsperger fünf Spieler nicht mehr dabei. Das heutige deutsche Team ist spielerisch wesentlich stärker als das von 2008 – nicht zuletzt auch unberechenbarer. Zu erkennen ist das am großen Respekt der Spanier, deren Stolz es normalerweise verbietet, andere zu loben. „Sie spielen eine spektakuläre WM“, sagte Mittelfeldspieler Andres Iniesta. Torhüter Iker Casillas sagte: „Deutschland hat eine Riesenmannschaft.“

Wer kümmert sich um die Bewachung von Spaniens Stürmer David Villa, der bislang fünf der sechs spanischen WM-Treffer erzielt hat?

Die Antwort klingt für viele wahrscheinlich überraschend, aber sie lautet: Philipp Lahm. Das hat nichts damit zu tun, dass der WM-Kapitän wegen seiner kritischen Äußerungen zu Michael Ballack in die Innenverteidigung strafversetzt wurde. Lahm verteidigt wie bisher hinten rechts, und genau über diese Seite kommt Villa, der – wenn Fernando Torres als zweiter Stürmer aufläuft – vornehmlich Linksaußen spielt.

Welches sind die Schlüsselduelle für die heutige Partie?

Das Spiel wird im Mittelfeld entschieden. Xavi und Iniesta sind für Löw die „ballsichersten Spieler überhaupt“. Beide in ihren Kombinationen zu stören und „gleichzeitig eigene Akzente zu setzen“ (Löw), wird am Mittwoch die wichtige Aufgabe für Schweinsteiger und Sami Khedira. Und Villa sollten die Deutschen natürlich auch in den Griff kriegen und zudem aufpassen, wenn Fernando Llorente eingewechselt wird: Der ist 1,95 Meter groß und ein ganz anderer Spielertyp, im Achtelfinale gegen Portugal (1:0) sorgte er für die Wende.

Und was sagt Paul?

Paul ist ein Tintenfisch, lebt im Sealife Oberhausen und wird von den Zoopflegern vor jedem WM-Spiel gezwungen, die deutschen Resultate zu „tippen“, indem er sich für ein Glas Muschelfleisch entscheidet. Paul lag bislang immer richtig. Diesmal tippt er … Ach, Tintenfische haben keine Ahnung. Und Mittwoch ist der 7. Juli.

Aus Pretoria und Durban berichtet Heiko Rehberg

Dirk Schmaler 07.07.2010
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