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Sport Daniel Unger: „Olympia-Medaille fehlt mir noch“
Sportbuzzer Sport Daniel Unger: „Olympia-Medaille fehlt mir noch“
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20:43 02.09.2010
Daniel Unger
Daniel Unger Quelle: Handout
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Los geht es am Sonnabend um 15 Uhr mit dem Schülertriathlon. Ebenfalls am Sonnabend fällt der Startschuss für die Triathlon-Neulinge auf dem Schnupperkurs (15.30 Uhr). Am Sonntag gehen die 700 Volkstriathleten um 9 Uhr auf die Strecke. Der Mittag steht dann ganz im Zeichen der Bundesliga-Männer mit Daniel Unger (12 Uhr) und der Bundesliga-Frauen (12.40 Uhr). Mit dem Rennen über die olympische Distanz um 14.30 Uhr geht die Veranstaltung zu Ende. Der Besuch der Wettkämpfe mit Start- und Zielbereich am Nordufer des Maschsees ist kostenlos.

Herr Unger, welche Ziele haben Sie sich für das Rennen am Sonntag in Hannover gesteckt?

Ich bin heiß auf den Maschsee-Triathlon und möchte im Einzel wie auch mit der Mannschaft in der Teamwertung ganz vorne mitmischen. Das ist der letzte große Formtest vor dem WM-Finale in Budapest am 12. September. Natürlich wird auch viel von der Tagesform abhängen.

Haben Sie Ihre Wadenverletzung vollständig auskuriert?

Ja, seit drei Wochen kann ich wieder voll trainieren. Leider musste ich mit dem Laufen elf Wochen aussetzen. Auf dem Rad und im Wasser bin ich aber gut in Form.

Mit welchem Rennverlauf rechnen Sie?

Die Vasiliev-Brüder aus Buschhütten sind im Wasser die Stärksten. Wenn ich mit denen etwa zeitgleich auf das Rad steigen könnte, wäre ich sehr zufrieden. Dann hoffe ich, dass sich eine kleine Gruppe absetzt. Das wäre optimal für mich.

Nach dem Maschsee-Triathlon starten Sie bei der WM in Ungarn und bei den deutschen Meisterschaften am Schliersee. Muten Sie sich für den September nicht zu viel zu?

Ich denke nicht. Durch meine Verletzung musste ich zwangsläufig eine lange Wettkampfpause einlegen. Jetzt will ich noch ein paar Rennen absolvieren, auch in Mexiko und in Südkorea finden ja noch Weltcups statt.

Schielen Sie mit einem Auge auch auf den Ironman? Im Oktober treffen sich die Langstreckler auf Hawaii.

Man kann nicht auf beiden Hochzeiten tanzen, dafür ist die Konkurrenz viel zu spezialisiert. Ich konzentriere mich ganz auf die olympische Distanz. Ironman geht nicht einfach so nebenbei.

Welche Distanz ist denn aus finanzieller Sicht attraktiver?

Auf der olympischen Distanz ist die Dichte der Konkurrenz größer, und die Preisgelder liegen auch höher. Für einen Weltcupsieg gibt es 18.000 Dollar, auch der 15. geht nicht leer aus. Der Sieger der Langstrecke auf Hawaii bekommt 16.000 Dollar. Drüben in Amerika, in Des Moines, gibt es ein Rennen mit einem Preisgeld von 250.000 Dollar für den Sieger. Überhaupt kann man in den USA gutes Geld verdienen.

Wie hat sich Ihr WM-Titel von 2007 ausgezahlt?

Als Weltmeister findet man leichter Sponsoren. Das Geld reicht heute, und es reicht morgen. Ich kann meine Familie gut ernähren.

In zwei Jahren finden die Olympischen Spiele in London statt. Was wollen Sie mit dann 34 Jahren dort erreichen?

Ich habe bisher bei jeder internationalen Meisterschaft – ob EM, WM oder Weltcup – Medaillen gewonnen. Einzig Olympia fehlt mir noch. Natürlich peile ich dieses Ziel an, nachdem ich 2008 in Peking schon Sechster war. Der Kurs in London ist flach, schnell und technisch anspruchsvoll, was mir entgegenkommt. Ich muss mich zudem nicht wie in China auf eine neue Zeitzone oder ein anderes Klima einstellen. Aber alleine die Qualifikation wird sehr hart werden: Deutschland ist in dieser Sportart die stärkste Nation, 50 Athleten kämpfen um drei Tickets.

Was kommt nach London?

Vielleicht hänge ich nach den Olympischen Spielen 2012 auch noch ein Jahr dran und versuche mich im Ironman. In den nächsten drei Jahren bleibe ich Berufssportler. Danach muss ich weitersehen: Seit 2007 ruht ja mein BWL-Studium. Das will ich unbedingt abschließen. Mit meinem Sportladen habe ich mir ja schon etwas aufgebaut.

Interview: Sören Hendrik Maak