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Sport Deutschland verschenkt Sieg gegen Schweden
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08:39 17.10.2012
Von Patrick Hoffmann
Am Ende sind die Schweden die gefühlten Sieger - und Deutschland nach einer hergegebenen 4:0-Führung fassungslos.
Am Ende sind die Schweden die gefühlten Sieger - und Deutschland nach einer hergegebenen 4:0-Führung fassungslos. Quelle: dpa
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Berlin

Kurz vor dem Pausenpfiff stellten die Schweden die Gegenwehr dann doch endlich ein. Ein ums andere Mal hatten die deutschen Fans zuvor die Laola-Welle durchs Berliner Olympiastadion schwappen lassen, und jedes Mal hatten die mitgereisten Anhänger aus Skandinavien unerschütterlich auf ihren Sitzen verharrt. In der 41. Spielminute aber, kurz nach dem 3:0 für die deutsche Elf durch Per Mertesacker, startete der deutsche Fanblock gegenüber vom Olympiator erneut die Welle. Und dieses Mal rissen auch die Schweden die Arme hoch.

Zögerlich zwar, aber doch im Glauben, an diesem Abend lediglich gemeinsam mit den Deutschen einen Grund zum Feiern zu haben. Und als sich längst alle auf ein rauschendes schwarz-rot-goldenes Fußballfest in der WM-Qualifikation eingestellt hatten, da setzten die Schweden plötzlich doch noch dagegen; dieses Mal die auf dem Spielfeld. Am Ende verspielte die deutsche Elf eine 4:0-Führung und fühlte sich nach dem 4:4 wie der Verlierer.

Dabei hatte es eigentlich eine Stunde lang überhaupt nicht nach einer spannenden Angelegenheit ausgesehen. Ganz im Gegenteil. Es dauerte gerade einmal zwei Minuten, da traf Thomas Müller bereits das erste Mal den Pfosten. Die Schweden, so hatte es den Anschein, waren da gedanklich noch im Mannschaftshotel. In selbiges dürften sich die Abwehrspieler der Gäste wenig später vermutlich endgültig wieder hingewünscht haben. Innerhalb von sieben Minuten hieß es zweimal Vorlage Marco Reus, Tor Miroslav Klose. Und in beiden Szenen unterstrich der Dortmunder Reus, warum er momentan der vielleicht vielversprechendste deutsche Offensivspieler ist. Sein Tempodribbling vor dem 1:0 (8. Minute) und der zweifache Doppelpass mit Mesut Özil und Müller vor dem 2:0 (15.) waren beinahe schon allein das Eintrittsgeld wert.

Klose, das wäre in dem Spektakel am Dienstag beinahe etwas untergegangen, ist nach seinen Länderspieltoren Nummer 66 und 67 nun nur noch einen Treffer entfernt von Rekordtorschütze Gerd Müller. Auch im Anschluss agierte die Elf von Bundestrainer Joachim Löw so dominant, so spielstark und so offensivfreudig, dass eigentlich alle auf Kloses Rekordtor warteten.

Und als dann auch noch Abwehrspieler Per Mertesacker, im deutschen Trikot alles andere als torgefährlich, zum 3:0 traf, hatten die 72.369 Zuschauer keine Zweifel mehr am vierten Sieg der deutschen Mannschaft im vierten WM-Qualifikationsspiel. Nach dem 4:0 durch Özil drohte den Schweden, von vielen als stärkster Gruppengegner eingestuft, eine Demontage.

Was dann nach rund einer Stunde folgte, ist auch in der Nachbetrachtung nur schwer zu erklären. Schwedens Ausnahmestümer Zlatan Ibrahimovic traf wie aus dem Nichts zum 1:4 (62.), Mikael Lustig verkürzte nur zwei Minuten später auf 2:4. Nach dem 3:4 durch Johan Elmander (77.) waren die Schweden dann endgültig zurück im Spiel, auch wenn sie vermutlich selbst nicht wissen, wie das passieren konnte.

Die deutsche Elf schien sich immerhin zu stabilisieren und den Sieg über die Zeit zu retten. Doch in der Nachspielzeit überwandt Rasmus Elm Torhüter Manuel Neuer zum 4:4. Die deutsche Fußballparty war endgültig vorbei, stattdessen gab es Pfiffe von den Rängen. Nur die Schweden, die feierten weiter – plötzlich sogar für die eigene Mannschaft.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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