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22:54 01.06.2014
„Diese Mannschaft hat Geschichte geschrieben“: Die Spieler der SG Flensburg feiern ausgelassen ihren größten Vereinserfolg. Quelle: dpa
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Köln

Als die schier übermächtigen Titeljäger des THW Kiel gestoppt waren, tanzten die Spieler der SG Flensburg-Handewitt wild im Kreis und herzten Matchwinner Mattias Andersson. Der überragende schwedische Nationaltorhüter trieb im Finale der Champions League den deutschen Rekordmeister in Köln immer wieder zur Verzweiflung und hatte großen Anteil am überraschenden 30:28 (14:16)-Erfolg des Außenseiters. Die Flensburger feierten damit den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte.

Nach den bitteren Finalniederlagen 2004 und 2007 holte die SG die wichtigste Trophäe im europäischen Klubhandball erstmals. „Was die Mannschaft abgeliefert hat, ist unglaublich. Es ist ein Traum wahr geworden. Diese Mannschaft hat Geschichte geschrieben. Es ist der absolute Wahnsinn, ich kann das noch gar nicht begreifen“, sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. Auch Trainer Ljubomir Vranjes schwärmte: „Ich bin stolz auf diese Mannschaft.“

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Die Flensburger vergoldeten als Nachfolger des HSV Hamburg ihren sensationellen Halbfinalsieg gegen den Topfavoriten FC Barcelona. Nach einem Handball-Krimi und einem 26:32-Rückstand acht Minuten vor dem Ende behielt die SG gegen den spanischen Meister nach Verlängerung (36:36) und Siebenmeterwerfen (5:3) die Oberhand. Der THW hatte sich am Sonnabend gegen den ungarischen Meister MKB Veszprem (29:26) durchgesetzt, verpasste vor 20 000 Zuschauern im Finale aber den vierten Triumph in der europäischen Königsklasse nach 2007, 2010 und 2012.
„Die Kraft war nicht mehr vorhanden. Es war ein hartes Spiel. Schade, dass es nicht geklappt hat. Glückwunsch an Flensburg“, sagte THW-Star Filip Jicha. Beste Werfer im Finale beim Sieger waren die Außen Anders Eggert und Lasse Svan mit jeweils sieben Toren.

In der Neuauflage des Endspiels vor sieben Jahren setzte THW-Coach Gislason zunächst auf eine offensive 3:2:1-Deckung und hatte damit in der Anfangsphase Erfolg. Der THW profitierte immer wieder von Ballverlusten der Flensburger und zog nach elf Minuten auf 8:3 davon. SG-Trainer Vranjes nahm die erste Auszeit, diese fruchtete allerdings erst nach dem 6:12-Rückstand in der 18. Minute. Flensburg legte in der Folge die Nervosität ab, und Torhüter Andersson steigerte sich. Kurz vor der Pause verkürzte der dänische Nationalspieler Eggert den Rückstand per Tempogegenstoß auf zwei Treffer. Nach dem Wechsel kam Flensburg entschlossen aus der Kabine und durch Thomas Mogensen beim 19:19 erstmals zum Ausgleich (38.). Eine Minute später traf Eggert sogar zur ersten Führung des Außenseiters, bei dem der schwedische Torhüter Andersson immer stärker wurde und die THW-Stars um Jicha entnervte.

Eine Woche nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft in einem irren Wettwerfen mit den punktgleichen Rhein-Neckar Löwen steckte Kiel aber auch nach dem 21:25-Rückstand durch Mogensen (47.) nicht auf. Doch am Ende musste der THW zuschauen, wie die überglücklichen Flensburger nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte im Konfettiregen den Pokal in die Höhe reckten. Dabei sah Flensburg im Halbfinale schon wie der sichere Verlierer aus, doch der Tabellendritte der Bundesliga zeigte große Moral und rettete sich durch das achte Tor von Nationalspieler Holger Glandorf zwei Sekunden vor dem Ende in die Verlängerung. Im Siebenmeterwerfen behielten alle fünf Flensburger Schützen die Nerven, während Ex-Welthandballer Nikola Karabatic vergab.

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