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Sport Die sportliche Rückkehr von Per Mertesacker
Sportbuzzer Sport Die sportliche Rückkehr von Per Mertesacker
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22:37 04.09.2012
Von Heiko Rehberg
Hallo, Herr Nachbar: Per Mertesacker kommt aus dem nur 26 Kilometer entfernten Pattensen. Klar, dass er am Vormittag bei einem Besuch in Barsinghausens Innenstadt besonders gefragt war. Quelle: Petrow
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Barsinghausen

Als ein Reporter bei der Pressekonferenz der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Rittergut Eckerde darauf hinaus wollte, dass in Barsinghausen, wo die Nationalspieler bis Sonntag in der Sportschule wohnen, nicht besonders viel los sei, erhob der Verteidiger Einspruch.

„Hier gibt es ein schönes Gebirge“, sagte Mertesacker, man könne die Natur erleben, und gleich hinter dem Teamhotel könne man mit dem Fahrrad die Hügel hinaufstrampeln. Mertesacker kennt sich hier im Deister, anders als seine Nationalelfkollegen, nämlich bestens aus. Pattensen, nur 26 Kilometer entfernt, ist sein Heimatort, „in der Sportschule in Barsinghausen habe ich einen Teil meiner Jugend verbracht“.

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Es ist für Mertesacker eine Rückkehr – in doppelter Hinsicht. Weil der Terminstress mit seinem Klub FC Arsenal in der englischen Premier League extrem groß ist, war er lange nicht zu Hause; den Montag hat er genutzt, um mal wieder bei den Eltern vorbeizuschauen. Und vielleicht komme der eine oder andere von den alten Freunden und Bekannten ja mal in Barsinghausen vorbei, sagte der 27-Jährige, „der Weg ist ja nicht weit, das kann man mit dem Fahrrad schaffen“.

Auch in sportlicher Hinsicht ist es eine Rückkehr. Beim Testspiel Mitte August gegen Argentinien (1:3) hatte Bundestrainer Joachim Löw auf seine Nominierung verzichtet, Mertesacker sollte sich vornehmlich darum kümmern, in London einen Stammplatz zu ergattern. Das ist eindrucksvoll gelungen, der nächste Schritt soll möglichst schon am Freitag im WM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer (20.45 Uhr, live im ZDF) folgen: Mertesacker will zurück in die Stammelf. Und wo wäre das schöner als in Hannover und in dem Stadion, in dem er bei 96 zum Nationalspieler geworden ist?

Mertesacker spricht von einer „neuen Situation“. Bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 sowie der Europameisterschaft 2008 war er in der Innenverteidigung unumstrittene Stammkraft. Zieht man unter die drei großen Turniere einen Strich, dann kommt als Bilanz heraus: Mertesacker hat seine Sache dreimal gut gemacht. Doch eine schwere Sprunggelenkverletzung vor der EM in diesem Jahr warf den Verteidiger aus der Bahn. Er schaffte es zwar mit großem Einsatz in den Kader, doch vor dem ersten Turnierspiel gegen Portugal musste Mertesacker feststellen, dass er nur Ersatz ist.

Löw war die Sache mit ihm aufgrund der fehlenden Spielpraxis zu riskant, und weil Mats Hummels und Holger Badstuber bis zum Halbfinale gegen Italien (1:2) ein gutes Abwehrduo bildeten, blieb für Mertesacker die Zuschauerrolle. „Man hat gespürt, wie es in ihm gebrodelt hat“, sagte Nationalelfmanager Oliver Bierhoff , „aber er hat sich unglaublich toll im Sinne der Mannschaft verhalten und sich immer wieder zusammengerissen.“ Mertesacker erzählte, dass er durch die Situation in Polen und der Ukraine ein Gefühl dafür bekommen habe, wie es sein muss, unbedingt spielen zu wollen, aber nicht zu dürfen.

Offen erzählte er von den „vielen Fragezeichen“, die es auf einmal gegeben habe. Auch von der Sorge, nach einer EM ohne Spiel „auch im Klub durchgereicht zu werden“. Heute behauptet Mertesacker, dass „ich viel Motivation aus der Zeit gezogen und versucht habe, alles in positive Energie umzusetzen“.

Der gute Saisonstart mit Arsenal – drei Spiele, kein Gegentor – macht Mertesacker wieder zuversichtlich, trotz des „großen Konkurrenzkampfs in der Innenverteidigung“. Und so forsch ist er mit 81 Länderspielen dann schon, dass er für das Spiel gegen die Färöer sagt: „Ich würde mich schon freuen zu spielen.“

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