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Sport Eltern klagen gegen DFB
Sportbuzzer Sport Eltern klagen gegen DFB
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08:27 11.07.2012
Von Patrick Hoffmann
Der DFB muss möglicherweise seine Wechselbestimmungen neu regeln. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Es ist ein Fall, wie er jeden Sommer etliche Male vorkommt, und doch ist dieser Fall ein besonderer – denn er könnte weitreichende Folgen für den gesamten Juniorenfußball haben. Die Eltern eines 15-jährigen Hobbykickers aus Hannover wehren sich juristisch gegen die Wechselbestimmungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Sie wollen nicht einfach hinnehmen, dass ihr Sohn im Sommer 2011 zwar vom TSV Kirchrode zu Arminia Hannover wechseln wollte, aber aus Kirchrode keine Freigabe erhielt.

Stattdessen sollten die Eltern ihren Sohn mit einer vom Verein festgelegten Transfersumme im niedrigen dreistelligen Euro-Bereich freikaufen und so eine drei-monatige Sperre verhindern. „Diese Regelung verstößt gegen rechtsstaatliche Prinzipien“, hieß es am Dienstag in einer Presseerklärung der Anwälte Andreas Hüttl und Jürgen Scholz, die nun eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt haben.

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Und die beiden Juristen rechnen sich offenbar gute Chancen aus. „Die allgemeine Handlungsfreiheit wird verletzt, da der Spieler nicht selber entscheiden kann, wo er spielt“, hieß es in der Erklärung. Zudem stellten derartige Vorgänge eine Diskriminierung da: Kinder wohlhabender Eltern würden weiterspielen können, Kinder nicht so vermögender Eltern hingegen gesperrt werden.

Kurios: Besagte Regelung trifft ausgerechnet jene Vereine besonders hart, die von ihr eigentlich profitieren sollten: die Amateurklubs. Weil sich die Nachwuchsabteilungen der Profiklubs jahrelang kostenlos bei den kleinen Klubs „bedient“ hatten, änderte der DFB die Wechselbestimmungen. Auf diese Art sollten Amateurvereine für die Ausbildung junger Fußballer entschädigt werden, wenn diese von Profiklub abgeworben werden.

Für Zufriedenheit hat die Regelung aber nie gesorgt. Der Vorsitzende des Jugendausschusses im Niedersächsischen Fußball-Verband, Walter Fricke, reagierte am Dienstag dennoch überrascht. „Wir hören immer wieder, dass die kleinen Vereine unzufrieden sind“, sagt er. „Aber bis heute hat auch noch kein Verein einen Antrag gestellt, diese Regelung zu ändern.“

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