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Sport Entsetzen über "Fußball brutal" im Finale
Sportbuzzer Sport Entsetzen über "Fußball brutal" im Finale
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18:42 12.07.2010
Die brutalste Szene: Nigel de Jong tritt seinem Gegenspieler Xabi Alonso mit gestrecktem Bein in die Brust.
Die brutalste Szene: Nigel de Jong tritt seinem Gegenspieler Xabi Alonso mit gestrecktem Bein in die Brust. Quelle: afp
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Das Finale zwischen den Niederlanden und Spanien geht als eines der härtesten in die Geschichte der WM ein. Vierzehn gelbe Karten und eine gelb-rote sprechen für sich. Die Brutalität des Spiels dominiert deshalb auch die meisten Kommentare.

"Als Spektakel war es schrecklich, das hässlichste aller WM-Finals. Aber ein Abend, an dem der gute Name des niederländischen Fußballs von einem Rüpel-Auftritt beschmutzt wurde, ging am Ende gerecht aus", schreibt The Times.

Ähnlich schreibt The Sun: „Winiesta. Die Gerechtigkeit siegt mit Spaniens Weltherrschaft. Andres Iniesta hat Spanien an die Weltspitze geschossen und damit die größte Fiesta gestartet, die das Land je gesehen hat. Für die Holländer blieb nur die Schande, neun gelbe Karten bekommen und Johnny Heitiga durch Gelb-Rot nach 109 Minuten verloren zu haben.“

Und der Daily Mirror kommentiert: „Spanien holte den Cup in einem foulen Finale.“ The Guardian bringt es auf den Punkt: "Nach einem WM-Finale, das so giftig war, muss das Stadion erst einmal dekontaminiert werden."

Auch in Frankreich haben die Niederländer mit ihrer Spielweise wenige Sympathien gewonnen: "Im Gefolge ihres Duos van Bommel - de Jong, auf der Höhe ihres (schlechten) Rufs, hatten die Niederlande der technischen Überlegenheit der Spanier nichts als eine selten faire Aggressivität entgegenzusetzen", schreibt die Tageszeitung Monde. Und Le Figaro verweist auf die Kartenstatistik: "14 gelbe Karten, von denen zwei dunkelrot gefärbt waren. Das sagt alles."

In vielen Ländern bekommt die niederländische Mannschaft für ihr brutales Auftreten schlechte Presse. Ekstra Bladet aus Dänemark schreibt: "Die Niederlande stempelten in ihre Pässe ziemlich unsympathischen und total berechnenden Kontrafußball. Mit hochgeklappten Stollen. De Jong und van Bommel spielten wie Rausschmeißer in einer Kneipe." Berlingske Tidende wählt einen anderen Vergleich: "Mark van Bommel und Nigel de Jong als Abräumer traten so hart auf wie Hafenarbeiter aus Rotterdam."

Ähnlich sieht es die Zeitung Österreich: "Brutaler Final-Thriller - Spanien Weltmeister. Skandal-Schiedsrichter zerstörte Spiel. Es hätte ein Fußballfest werden sollen, doch es wurde eine Schlacht. Vor allem die Holländer langten ordentlich zu."

Und die Schweizer Boulevardzeitung Blick sieht den Schiedsrichter in einer neuen Rolle: "Der ehemalige Polizei-Sergeant Howard Webb muss Sheriff spielen." Doch gleichzeitig ist man in der Schweiz auf eine Sache besonders stolz: "Weltmeister-Besieger. Als einzige."

Katzenjammer in Holland

Große Enttäuschung herrscht dagegen in Holland: "Die WM in Südafrika geht für die Niederlande als drittes Fußballtrauma in die Geschichte ein", schreib De Telefraaf. Einige Zeitungen geben den Schiedsrichter die Schuld für die bittere Niederlage: "Oranje fühlt sich bestohlen", schreibt das Allgemeen Dageblatt. "Vor allem durch einen Tölpel von einem Schiedsrichter ist die niederländische Elftal gestern Abend im Finale der Weltmeisterschaft untergegangen."

Ausgewogener dagegen die Tageszeitung De Volkskrant: "Spanien war fußballerisch besser, was keine Überraschung war. Daher hat der Europameister verdient gewonnen." Selbstkritisch resümiert der Autor die Turnierleistung der holländischen Mannschaft: "Ihr Spiel war gepaart mit zu vielen Fouls, gespickt mit 24 gelben und einer roten Karte. Was das angeht, ist es Zeit, sich zu besinnen."

dpa