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Sport „Natürlich war es ein Fehler“
Sportbuzzer Sport „Natürlich war es ein Fehler“
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20:00 16.05.2014
FIFA-Präsident Joseph Blatter bezeichnet WM-Vergabe 2022 an Katar als „Fehler“. Quelle: dpa
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Zürich/Paris

Zumindest die Schlagzeilen waren Joseph Blatter mal wieder sicher. „Natürlich war es ein Fehler“, sagte der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA in einem Interview mit dem Schweizer Sender RTS über die Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 nach Katar. „Aber wissen Sie, man macht viele Fehler im Leben. Der Technische Bericht zu Katar hat eindeutig gesagt, dass die Temperaturen im Sommer zu hoch sind.“ Hört, hört. Einsicht beim mächtigsten Fußballfunktionär?

Das wäre der Ehre dann wohl doch zu viel. Blatter, der alte Meister der Winkelzüge, hat seine Wahlkampftour begonnen, und er ist genüsslich dabei, gegen seinen vermeintlichen Gegenkandidaten Michel Platini auszuteilen. Platini, einst Blatters Zögling, als Chef des europäischen Verbandes UEFA inzwischen aber längst auf Distanz zu seinem einstigen Mentor gegangen, gilt als einziger Kandidat, der eine erneute Wiederwahl Blatters zum FIFA-Präsidenten im kommenden Jahr womöglich verhindern könnte. Und Platini ist bekennender Anhänger und Unterstützer einer WM in Katar.

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Was also liegt näher, als den vermeintlichen Kontrahenten bei einem ohnehin umstrittenen Thema ein bisschen in die Enge zu treiben? Offenbar habe es politischen Druck gegeben, Katar zum Ausrichterland der WM 2022 zu küren, sagte Blatter weiter. „Man weiß gut, dass große Firmen aus Frankreich und Deutschland in Katar arbeiten, aber sie arbeiten nicht nur für die WM“, sagte er.

Informationen über Einflüsse aus Deutschland blieb Blatter schuldig. Klar war aber, wen er noch im Blick hatte: Blatter spielte auf das Treffen von Platini mit dem damaligen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und dem Emir von Katar im Elysée-Palast kurz vor der WM-Vergabe an. Obendrein ist Platinis Sohn wirtschaftlich in der Golfregion engagiert. Die französische Regierung jedenfalls wies Blatters Vorwürfe einer politischen Einflussnahme umgehend zurück. Die Behauptungen „entbehren jeglicher Grundlage“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Freitag.

Noch hat sich Platini nicht geäußert, ob er im Mai nächsten Jahres gegen Blatter antreten will. Sollte er angesichts des Wirbels um die Katar-WM auf eine Kandidatur verzichten, wäre der Weg für Blatter frei, der in dem Interview auch betonte: „Ich habe nicht nur Lust, ich bin entschlossen weiterzumachen.“

Bei einer Wiederwahl dürfte Blatter bis 2019 im Amt bleiben. Ob die WM 2022 dann im Sommer stattfindet, im Winter, in Katar oder auf dem Mond, dürfte ihm dann sehr schnell egal sein.

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