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Sport Großer Aufwand, wenig Ertrag
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00:15 18.09.2013
Von Jörg Grußendorf
Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht lässt seine Wut an einer Bande aus. Quelle: dpa
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Braunschweig

Wäre jemand erst nach dem Schlusspfiff ins Eintracht-Stadion gekommen, er hätte wohl zunächst nach der Höhe des Heimsiegs gefragt. Mit zwei, drei oder gar vier Toren Unterschied? So jedenfalls feierten die Braunschweiger Zuschauer gestern Abend ihr Team. Doch ein Blick auf die Anzeigetafel verriet die nüchterne Wahrheit. 1:1 war da zu lesen. Es war also auch im fünften Anlauf nach dem Aufstieg nichts mit dem ersten Bundesliga-Heimsieg für die „Blau-Gelben“. Zu mehr als einem Unentschieden hatte es gegen einen schwachen 1. FC Nürnberg nicht gereicht.
Nun ließe sich anführen, dass die Fußballfans in Braunschweig gemeinhin mit sehr wenig zufrieden sind. Auch gestern bekamen sie über weite Strecken spielerisch eher wenig geboten. Aber, und das unterschied den Auftritt der Eintracht von den Vorwochen, als das Team gegen Frankfurt und Hamburg gar nichts zu bestellen hatte: Die Mannschaft zeigte einen unbändigen Willen, hängte sich rein, ging fast keinem Zweikampf aus dem Weg – und erspielte sich auch erstmals sehr viele Torchancen. Aber sie belohnte sich nicht wirklich.

„Die Jungs haben mutig gespielt, mit Risiko, und haben den Abschluss gesucht“, sagte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht. „Ein ,Dreier‘ wäre möglich gewesen.“ Das sah auch Nürnbergs Coach Michael Wiesinger so: „Es war ein super glücklicher Punkt für uns, den hat uns Raphael Schäfer mit einer überragenden Leistung gerettet.“ Der FCN-Torhüter machte auch die besten Braunschweiger Tormöglichkeiten zunichte, wuchs regelrecht über sich hinaus.

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Den herrlichen Treffer von Omar Elabdellaoui aber hatte auch der erfahrene Torwart nicht verhindern können
(70. Minute). Es war das zweite Saisontor der Eintracht, aber der Ausgleich zum 1:1 blieb gestern auch der einzige Braunschweiger Treffer.
Zuvor hatte es gar nach der fünften Niederlage in Folge ausgesehen – trotz Chancenplus und erheblich höheren Engagements. Adam Hlousek hatte die Nürnberger überraschend in Führung gebracht (28.). Und gleich nach der Pause hätte Daniel Ginczek fast noch das 2:0 für die Gäste erzielt. Es wäre unverdient, aber die sichere Niederlage gewesen.

Für Braunschweigs Manndecker Ermin Bicakcik hatte der erste Punktgewinn sogar so etwas wie Symbolwirkung. „Wir sind auf einem guten Weg, jetzt kann der erste ,Dreier‘ kommen“, sagte er.
Den hätte sein Team gegen den „Club“ eigentlich einfahren müssen. Denn mit Werder Bremen und jetzt Nürnberg hatte der BTSV zwei der derzeit schwächsten Bundesligamannschaften bereits zu Gast. Die magere Ausbeute ist ein Pünktchen. Zu wenig für das große Ziel, das Klassenerhalt heißt. Bei aller Leidenschaft, bei allem Willen fehlt es doch an einigem in den Braunschweiger Reihen. Darum überrascht es im Rückblick immer mehr, dass die Eintracht während der Transferfrist nichts tat, während andere Klubs versuchten, Defizite im Kader mit Neuverpflichtungen zu beseitigen.

Das gestrige 1:1 nach einer beherzten Leistung mag ein Punkt für die Moral gewesen sein. Aber: Nürnberg war richtig schwach. Die Eintracht-Verantwortlichen müssen sich daher nach dem 5. Spieltag bereits fragen lassen, ob sie nicht äußerst fahrlässig gehandelt haben, ihren Kurs, jedes finanzielle Risiko zu scheuen, beizubehalten (der Spieleretat umfasst lediglich rund 17 Millionen Euro). Die Weiterentwicklung der Spieler, auf die sowohl Trainer Lieberknecht als auch Manager Marc Arnold setzen, muss jetzt ganz schnell sichtbar werden. Insofern war das Remis gegen Nürnberg zumindest ein Anfang.

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