Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Sport Glauben Sie ans Finale, Herr Guardiola?
Sportbuzzer Sport Glauben Sie ans Finale, Herr Guardiola?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:05 12.05.2015
„Das Spiel wird für sich sprechen“: Münchens Trainer Pep Guardiola.
„Das Spiel wird für sich sprechen“: Münchens Trainer Pep Guardiola. Quelle: Peter Kneffel
Anzeige
München

Klar Schiff machen, das war Pep Guardiola wichtig. Nicht das Interesse von Manchester City und die Gerüchte um einen vorzeitigen Abschied im Sommer sollten Thema der Pressekonferenz sein, sondern das Rückspiel um den Finaleinzug in der Champions League gegen den FC Barcelona heute (20.45 Uhr, live im ZDF). Also stellte der Bayern-Trainer leicht gereizt und verärgert gestern Vormittag in München in eigener Sache gleich mal klar: „Oh, Jungs! Ich habe es 200 Millionen Mal gesagt an der Säbener Straße. Ich habe noch ein Jahr Vertrag. Ich werde nächste Saison hierbleiben. Das ist alles.“ Punkt.

Nur eine Frage ärgerte den 44-Jährigen noch mehr. Ob ein Ausscheiden nach dem 0:3 im Hinspiel seinen Nimbus als einen der oder sogar den besten Trainer der Welt beschädigen würde? „Ich bin nicht hier, um der beste Trainer der Welt zu sein. Das ist scheiße“, sagte Guardiola angesäuert. Dann schluckte er seinen Ärger runter, sammelte sich und sagte: „Ich bin hier, um diesem Verein und den Spielern zu helfen. In Barcelona habe ich mein Bestes getan, wie von Anfang an in München. Am Ende ist es vielleicht genug. Wenn nicht, tut es mir leid.“ Man spürte: Die Anspannung ist immens hoch, der Reizfaktor ebenso.

Alle Augen werden wie schon beim Hinspiel auf den Katalanen gerichtet sein, als er eine seiner empfindlichsten Auswärtsniederlagen einstecken musste. Und das in seiner Heimat. Gegen Barcelona brauche man „Herz“, sagte Guardiola. Dann tippte er sich auf die Stirn. „Und Kopf!“ Seine Strategie: „Wir müssen gut verteidigen, das ist das Erste. Wir müssen das Spiel kontrollieren.“ Die „deutsche Mentalität“, also volle Attacke, wörtlich „nach vorne, nach hinten, nach vorne, nach hinten“, sei kein guter Plan, so Guardiola. Siehe das 0:4 im Halbfinal-Rückspiel der vergangenen Saison in der „Königsklasse“, als man zu leidenschaftlich versuchte, ein 0:1 gegen Real Madrid aufzuholen.

Doch auf wen soll Guardiola im Rückspiel heute Abend setzen? Wer steht besonders im Fokus?

Was ist mit Bastian Schweinsteiger?

Da wäre Thomas Müller. Im Pokal gegen Dortmund und beim 0:3 im Hinspiel wurde der unberechenbare, niemals aufgebende Müller vorzeitig ausgewechselt. Vor der Trainerbank lieferte er sich in Barcelona ein emotionales Wortgefecht mit Guardiola. Die Bayern besetzten die Pressekonferenz gestern bewusst mit dem 25-Jährigen, kaum ein anderer strahlt dieses „niemals aufgeben“ besser aus als er. „Wir sind der FC Bayern, im Fußball ist vieles möglich. Bis der Schiedsrichter abpfeift, werden wir daran glauben“, sagte er und sprach von einem „Ausrufezeichen, das die Fußballwelt nicht erwartet“.

Und was ist mit Bastian Schweinsteiger? Der Weltmeister steht auf der Kippe. Bleibt er in der Startelf? Trotz seiner achten Meisterschaft gibt es in München Zweifel, ob der Vize-Kapitän die Mannschaft noch zu großen Triumphen führen kann. Die Saison ist eine verlorene, niemals wurde Schweinsteiger, der bis Mitte November wegen Sprunggelenksproblemen fehlte, so richtig fit. Der 30-Jährige bräuchte mal wieder eine dieser großen Schlachten wie im WM-Finale von Brasilien, um seinen Wert fürs Team unter Beweis zu stellen. Im Mittelfeld haben ihm Philipp Lahm und Thiago längst den Rang abgelaufen.

Debatte um Mario Götze

Und dann ist da noch die Personalie Mario Götze. Sein WM-Finaltor aus dem Sommer 2014 ist längst vergessen. Münchens Ehrenpräsident Franz Beckenbauer nannte ihn am Wochenende abschätzig „einen Jugendspieler“. Nach starker Hinrunde mit sieben Bundesligatoren baute Götze nach der Winterpause ab, hat in den vergangenen zwölf Pflichtspielen nicht mehr getroffen. Guardiola vertraut ihm nicht. Gibt er ihm gegen Barcelona trotzdem eine weitere Chance?

Auch wenn die Chancen auf ein Wunder klein sind, so hoffen die Bayern, die seit vier mal hintereinander verloren haben, doch auf ein zweites 6:1-Porto-Spiel. „Wir brauchen‘s“, sagt Müller. Der Ausgang und Erfolg dieser Saison hängt an dieser Champions-League-Partie gegen Barcelona. „Das Spiel wird für sich sprechen“, sagte Guardiola. Glaubt er an das Unmögliche?

Von Patrick Strasser

Sport Nicolas Kiefer wird Trainer - Ein Weltklasse-Duo für die Tennistalente
Carsten Schmidt 11.05.2015
11.05.2015