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Sport „Bei Not am Mann helfe ich gern“
Sportbuzzer Sport „Bei Not am Mann helfe ich gern“
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00:21 05.05.2014
Foto: Am Sonntag wird er das Heimspiel des HSV Hannover zum letzten Mal als Trainer bestreiten: Alfred Thienel.
Am Sonntag wird er das Heimspiel des HSV Hannover zum letzten Mal als Trainer bestreiten: Alfred Thienel. Quelle: Florian Petrow (Archiv)
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Hannover

Wenn der HSV Hannover in der 3. Handball-Liga am Sonntag den MTV Altlandsberg empfängt, dann endet beim HSV eine kleine Ära. Nicht nur die Spieler Christian Redeker und Felix Richter verabschieden sich – auch für den langjährigen Trainer Alfred Thienel, der die Mannschaft gemeinsam mit Stephan Lux betreut, wird es das letzte Heimspiel. Zeit für eine Bilanz.

Herr Thienel, spüren Sie schon Wehmut?
Ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Daher wird am Sonntag Wehmut vorhanden sein. Und wenn wir jetzt darüber sprechen, wird mir das erst so richtig klar. Meine Entscheidung steht aber fest.

Es gibt keine Hintertür?
Niemand hat versucht, mich zu überreden, meine Entscheidung wurde respektiert. Natürlich kann es sein, dass mir nach zwei Jahren etwas fehlt. Und wenn zwischendurch mal Not am Mann ist, helfe ich gern, so weit es meine Zeit zulässt. Ich will aber jetzt aufhören, wo es mir noch Spaß macht – statt irgendwann den Punkt zu erreichen, dass ich mich durch eine Saison schleppen muss.

Sie hören also nur aus zeitlichen Gründen auf?
Ja, ich möchte mehr Zeit für meine Familie haben, vor allem für meine beiden Enkelkinder. Ich will nicht mehr drei- bis viermal in der Woche beim Training in der Halle stehen – und am Wochenende folgt dann das Punktspiel. Auch meine Handballzeitungen habe ich erst mal abbestellt.

Was müsste passieren, damit Sie es sich noch einmal anders überlegen?
Außer Zeit müsste ich auch ein Ziel haben. Mit meiner A-Lizenz könnte ich ja auch eine Erstligamannschaft trainieren. Allerdings sehe ich den Handball noch als Hobby – und unter dieser Voraussetzung lässt sich der Sport nur bis zur 3. Liga mit dem Beruf vereinbaren. 

Was waren in den vielen Jahren die Höhepunkte?
Dazu zähle ich das Erreichen des Viertelfinals der deutschen Meisterschaft mit der A-Jugend vor fünf Jahren. Außerdem gehört der Zweitliga-Klassenerhalt in der Saison 2009/2010 zusammen mit Stephan Lux, mit dem ich auch meine A-Lizenz gemacht habe, zu den besonderen Momenten. Für mich hat aber auch die menschliche Schiene eine hohe Bedeutung: Zu vielen Spielern, die bei uns als Jugendliche ausgebildet wurden und später den Sprung in die Bundesliga geschafft haben, ist ein guter Kontakt erhalten geblieben.

Sie waren so lange dabei – da waren Sie geradezu Mister Handball in Anderten …
Die Grundlage in der Vereinsstruktur hat Klaus Graafmann gelegt, ich habe das nur fortgeführt. Ich habe unter ihm viel gelernt. Er war immer hart, aber fair. Und ich meine, dass ich das auch war.

Traditionell fällt die Saisonvorbereitung in einen Teil der Sommerferien – was für einen Lehrer immer die Urlaubsplanung durchkreuzt. Dieses Problem haben Sie in diesem Jahr nicht mehr ...
(lacht) Stimmt, und in diesem Jahr beginnen die Ferien sehr spät, daher liegt die Vorbereitung sogar komplett in den Ferien. Noch habe ich keinen Urlaub geplant. Aber wenn ich da bin, schaue ich bestimmt mal bei den Jungs vorbei.

Interview: Stephan Hartung

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