Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Sport Jogi Löw vor Vertragsverlängerung? - DFB-Chef: „Zwei-Jahres-Vertrag“
Sportbuzzer Sport Jogi Löw vor Vertragsverlängerung? - DFB-Chef: „Zwei-Jahres-Vertrag“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:34 09.07.2010
Bleibt er zwei weitere Jahre Bundestrainer? Joachim Löw.
Bleibt er zwei weitere Jahre Bundestrainer? Joachim Löw. Quelle: afp
Anzeige

Nach dem Ausscheiden im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Spanien blickt Fußball-Deutschland auf Bundestrainer Joachom Löw. Verlängert der Nationalcoach seinen Vertrag? Die Fans flehen, die DFB-Spitze macht den Kniefall - und Joachim Löw soll einen neuen Zwei-Jahres-Vertrag als Bundestrainer unterschreiben. Das ist offenbar der Wunsch von DFB-Präsident Theo Zwanziger. „Ein Vier-Jahres-Vertrag war bislang nie ein Thema, das war bislang auch die Philosophie von Joachim Löw“, erklärte der Verbands-Chef in der „Bild“-Zeitung (Freitag-Ausgabe).

Offiziell will sich der Bundestrainer, der nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft mit seinem neuen, jungen Team die Bedingungen für eine Vertragsverlängerung maßgeblich bestimmen kann, mit den Details seiner Zukunftsplanung erst nach dem Turnier auseinandersetzen. „Erst nach der WM werde ich mich mit meiner Zukunft befassen“, wiederholte Löw.

Viele Zeichen stehen auf Verlängerung - zunächst bis zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. „Langfristige Verpflichtungen sind nicht so gut, auch aus wirtschaftlichen Erwägungen. Es ist vernünftig, immer von Turnier zu Turnier zu denken“, sagte Zwanziger, der dem 50-jährigen Löw schon den Roten Teppich ausgerollt hat. Laut „Bild“ könne der Bundestrainer auch mit einer Aufstockung seines derzeitigen Gehaltes von geschätzten 2,5 Millionen Euro jährlich rechnen.

„Hier passiert nichts mehr, auch am Sonntag nicht“, hatte Teammanager Oliver Bierhoff bereits vor dem „kleiner Finale“ der WM betont, in dem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Samstag in Port Elizabeth auf Uruguay trifft. Löw wird erst das Gespräch mit Bierhoff und seinem Trainerstab suchen, bevor er mit der DFB-Spitze verhandelt und seine Zukunft endgültig festlegt. Ende Juli möchte Zwanziger einen neuen Löw-Kontrakt vom DFB-Präsidium absegnen lassen.

Zwanziger hat sein Werben um Bundestrainer Joachim Löw am Freitag im ARD-Morgenmagazin fortgesetzt, aber noch keine Einigung mit dem Bundestrainer über eine Vertragsverlängerung erzielt. „Es gibt keine Verabredungen, die wir je getroffen hätten. Aber die Chancen stehen gut, weil der Bundestrainer weiß, dass wir hinter ihm stehen“, sagte Zwanziger. Nach dem erfolgreichen Turnier in Südafrika wächst der Druck auf die DFB-Bosse, eine Einigung mit Löw herbeizuführen. „Wir haben seit Jahren eine sehr gute Nachwuchsarbeit und exzellente Möglichkeiten für die Zukunft. Das sind Voraussetzungen, die einen ehrgeizigen Trainer wie Löw interessieren dürften“, erklärte Zwanziger in dem ARD-Interview weiter.

„Seitdem Joachim Löw bei der Nationalmannschaft ist, sind wir viel stärker geworden. Wir sind eine der besten Mannschaften der Welt, waren in allen Turnieren vorne dabei“, votierte auch Mittelfeld-Chef Bastian Schweinsteiger nach der 0:1-Niederlage gegen Spanien für Löw. Doch der 50-Jährige hat sich nach dem Turnier erst noch eine Bedenkzeit erbeten. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat für Sonntag in Erasmia noch eine letzte große Pressekonferenz angekündigt, auf der Löw und Zwanziger ihr WM-Fazit ziehen wollen. An eine ganz schnelle Einigung aber glaubt auch Zwanziger nicht: „Ich erwarte jetzt zunächst, dass es zu einem Gespräch mit dem Bundestrainer kommt.“

Schon unmittelbar nach der Enttäuschung über das verpasste WM-Finale am Kap warb der Präsident nochmals ausdrücklich um Löws Weiterbeschäftigung: „Fakt ist, dass dieses Team bei der WM funktioniert hat. Und ein gut funktionierendes Team sollte man nicht auseinanderreißen.“ Die Nationalmannschaft sei natürlich das Flaggschiff des DFB: „Und ich gehe davon aus, dass wir Lösungen finden werden, die man in Deutschland von uns erwartet.“

„Der Trainer hat in entscheidenden Situationen gezeigt, was er imstande ist zu leisten mit so einer jungen Mannschaft“, erklärte der 101-malige Nationalstürmer Miroslav Klose, der auf gute Verhandlungen der DFB-Funktionäre setzt. „Jeder weiß, was wir vom Trainer halten und dass er ein sehr, sehr guter Trainer ist“, unterstrich Philipp Lahm, dem Löw in Südafrika das Kapitänsamt übertragen hat.

Verlängerungs-Verhandlungen zwischen der sportlichen Leitung um Löw und der Verbandsspitze waren zu Jahresbeginn mit viel Getöse und unter gegenseitigen Schuldzuweisungen geplatzt. Inzwischen beteuern alle Beteiligten, dass das Verhältnis wieder intakt sei. Auch Lukas Podolski möchte unbedingt unter Löw im DFB-Team weitermachen: „Die Enttäuschung sitzt jetzt auch bei ihm tief. Das muss man erst mal verdauen. Ich denke und hoffe, dass er in den nächsten Tagen oder Wochen seinen Vertrag verlängert. Wir haben uns unter ihm sehr gut entwickelt. Ich hoffe, dass er noch länger unser Trainer bleibt.“

Franz Beckenbauer ist wie andere schon sicher, dass Löw bleibt. „Was zusammengehört, muss auch zusammenbleiben. Das weiß er auch“, sagte der „Kaiser“ im TV-Sender „Sky“ mit dem Hinweis auf die junge Mannschaft, die Löw aufgebaut hat. „Er hat noch eine Mission zu erfüllen, und ich bin überzeugt, dass er seinen Vertrag verlängern wird. Bundestrainer in Deutschland ist ein Traumjob.“

Selbst Bierhoff, dessen Zukunft beim DFB nach den Querelen mit Zwanziger und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach schon beendet schien, ist wieder im Rennen. „Oliver Bierhoff ist immer einer meiner großen Vertrauten gewesen. Und es ist Fakt, was wir beide schon fünfmal gesagt haben: Was im Februar passiert ist, ist ausgeräumt, ist abgehakt. Unser Verhältnis ist intakt“, sagte Zwanziger.

dpa

Mehr zum Thema

Die deutsche Nationalmannschaft sucht am Tag danach Gründe für die Halbfinalniederlage gegen Spanien. Denn in keinem Augenblick gegen Spanien war zu erkennen, was die junge deutsche Mannschaft vor allem im Achtelfinale und im Viertelfinale ausgezeichnet hatte: ihr Mut, ihre Unbekümmertheit, ihre Entschlossenheit.

08.07.2010

Ganz Fußball-Deutschland möchte, dass Joachim Löw weiter Chef des neuen, frischen DFB-Teams bleibt. Doch eine Entscheidung schon in Südafrika wird es nicht geben. Der Verbands-Chef rollt Löw den Roten Teppich aus. Sogar Manager Bierhoff könnte plötzlich weitermachen.

08.07.2010

Spanien hat verdient gewonnen, aber dem jungen deutschen Team gehört die Zukunft - so lautet der Tenor der internationalen Pressestimmen zum Halbfinale der WM.

08.07.2010