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Sportbuzzer Sport Kaum Publikum auf deutschen Fanmeilen
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23:55 11.07.2010
Bereits am Sonnabend beim Public Viewing auf der Gilde Parkbühne in Hannover kamen weniger Fußballfans.
Bereits am Sonnabend beim Public Viewing auf der Gilde Parkbühne in Hannover kamen weniger Fußballfans. Quelle: Florian Petrow
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Überall im Land dasselbe Bild: Meist wenige Spanier und niederländische Fans in Orange unter sich. Die Masse der deutschen Fans kapitulierte vor der tropischen Hitze. Viele guckten zuhause oder in klimagekühlter Umgebung in Bars und Restaurants.

Auf der bundesweit größten Party-Zone in Berlin tummelten sich am heißesten Tag des Jahres in der Hauptstadt (38,2 Grad) nur wenige tausend Unerschütterliche. „Es ist eher ruhig“, sagte eine Sprecherin. Nicht anders die gedämpfte Szenerie in Fußball-Hochburgen wie München, Köln, Dortmund oder Hamburg. Schon am Vorabend beim Spiel um den dritten Platz zwischen Deutschland und Uruguay (3:2) war das nachlassende Interesse offenbar geworden.

Das letzte WM-Spiel der deutschen Mannschaft am Samstagabend hatten auf der Straße des 17. Juni nur noch 100.000 Besucher gesehen. Andere Spiele der Nationalmannschaft wurden von bis zu 300.000 Menschen verfolgt. Die Händler auf der Fanmeile zeigten sich unzufrieden mit den vergangenen Wochen, weil zu wenig Fans gekommen seien und sie Verluste gemacht hätten.

Auch auf der zweitgrößten deutschen Fanmeile in Hamburg blieben die Fans wegen der Hitze ermattet fern. Schon am Samstag waren auf dem Heiligengeistfeld nur etwa 5000 Menschen erschienen, wo bei deutschen Spielen in der Vorrunde und bei K.o.-Spielen gegen England und Argentinien sich bis zu 70.000 Fans zum gemeinsamen Feiern versammelt hatten. Mehr als 5000 waren es auch am Sonntag nicht.

Die Fans der beiden Finalmannschaften ließen sich auch eher selten auf den bis zu 2000 Fanpartys zwischen Flensburg und Garmisch blicken. Nur vereinzelt flatterten spanische oder niederländische Flaggen im Hamburger Fan-Beachclub. Traditionell verfolgten Bürger aus den beiden Ländern „ihr“ Endspiel in den Restaurants, die auch sonst als ihre Treffpunkte gelten. So blieb man mehr unter sich, ganz anders als vor vier Jahren bei der WM 2006 in Deutschland, als die Fanmeilen international bunt gemischtes Publikum hatten.

„Oranje“ gegen „España“: In München war noch am meisten los. „Wir sind dicht“, sagte Carlos Umbreit, Inhaber der Bar „Olé Madrid“. Alle 160 Plätze seien reserviert, die Tische bereits mit Rosen in den Landesfarben gelb und rot dekoriert. „Und wenn Spanien gewinnt, dann gibt es Freibier.“

Im Großraum München leben nach Angaben des „Holland Club“ etwa 4000 Niederländer und damit 4000 potenzielle „Oranje“-Fans. Viele von ihnen trafen sich schon vor dem Spiel in der Gaststätte „Pinguin“ im Münchner Szenestadtteil Haidhausen. Inhaber Darius Nodjoumi hatte ungefähr 500 Gäste - „alles echte Niederländer“, wie er betonte.

Trotz der vielen leeren Flächen auf der mehr als 50 Meter breiten Straße des 17. Juni konnten die Veranstalter in Berlin ein positives Fazit ziehen. Mehr als 1,5 Millionen Fans sahen auf acht Großbildleinwänden die Live-Übertragungen der 64 WM-Spiele aus Südafrika. Damit war das einzige offizielle Fanfest des Fußball- Weltverbandes FIFA in Deutschland die weltweit erfolgreichste Meile. Zusammen kamen zu den Fanfesten der FIFA in Berlin, Sydney, Rio de Janeiro, Mexiko-Stadt, Paris und London etwa 3,4 Millionen Fans.

dpa