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Sport Die Enkelin siegt im Sand
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07:45 02.09.2013
Laura Ludwig (l) und Kira Walkenhorst jubeln am 31.08.2013 nach ihrem Sieg im Finale bei den deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften in Timmendorf. Quelle: dpa
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Timmendorf

"Das reicht nicht mehr." Helga Jülicher hat die Hoffnung aufgegeben. Bei jedem Punkt hat sie mitgefiebert, hat angefeuert. "Komm, Alex" und "hoch Alex" hat Helga Jülich von ihrem Platz ganz oben auf der Tribüne des Center Courts am Timmendorfer Strand hinabgerufen. Aber jetzt steht es 6:12, und ihr Enkel Alexander Walkenhorst, der unten im Sand mit seinem Partner Lars Flüggen im Finale um die deutsche Beachvolleyball-Meisterschaft steht, verliert gerade das Spiel.

Dabei hatten Walkenhorst, der 2,06-Metermann, mit seinem überragenden Block, der die Gegner in Timmendorfer Strand reihenweise verzweifeln ließ, und Flüggen, der mit spektakulären Abwehraktionen immer wieder für ein Raunen auf der Tribüne sorgte, so ein starkes Turnier gespielt. Im Halbfinale hatten sie die an Nummer 1 gesetzten Sebastian Dollinger und Stefan Windscheif niedergerungen, doch am Ende reichte es trotz gewonnenen 1. Satzes gegen Markus Böckermann und Mischa Urbatzka (FC St. Pauli), die neuen deutschen Meister, nicht zum Sieg. Es ist der erste große Titel der beiden Hamburger, die sich nur Böckeratzka nennen. Sie folgen damit Kay Matysik und Jonathan Erdmann nach, die zehn Minuten vor Meldeschluss das Turniers verletzungsbedingt absagen mussten.
Eigentlich wollte Alexander Walkenhorst es seiner Schwester ja gleich tun. "Sie legt immer vor, und ich versuche nachzulegen", hatte er nach dem Halbfinalsieg gesagt. "Aber die Latte liegt schon ziemlich hoch."  Denn Kira Walkenhorst hatte am Sonnabend zusammen mit Laura Ludwig das Finale der Frauen gewonnen. Erst bezwangen sie im Halbfinale die Vizeweltmeisterinnen Karla Borger und Britta Büthe, dann setzten sie sich in strömendem Regen gegen die Nummer 2 der Welt, Katrin Holtwick und Ilka Semmler durch. Auch hier war es Kira Walkenhorst die 1,81 Meter große kleine Schwester von Alexander, die sich im Block ein ums andere mal den Ball holte.
Und auf der Tribüne mit dabei: die Großeltern Helga (72 Jahre) und Winfried Jülich (73), die ihren Enkelkindern schon sooft im Wohnmobil hinterher gefahren sind. Nass bis auf die Haut saßen sie unter ihren schwarzen Regen-Ponchos und feuerten ihre Enkelin an - so wie sie es schon immer taten. "Seit der E-Jugend begleiten wir die beiden", sagt Winfried Jülich. Beide seien ja quasi direkt vom Sandkasten in den Sand zum Beachvolleyball gekommen.

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Aber hätten die beiden erwartet, dass ihre heute 22-jährige Enkelin und ihr 25-jähriger Enkel im Finale um die deutsche Meisterschaft stehen und auch international den Durchbruch geschafft haben (Kira) oder kurz davor sind (Alex)? "Sagen wir so", setzt der Großvater an, "wir haben damit gerechnet, dass sowas passieren wird." Eigentlich hatten ja beide darauf gehofft, "dass wir mit zwei Smarts nach Hause fahren", sagt er und lächelt verschmitzt. Aber den Smart für den Turniersieg durfte nur Kira mit nach Hause nehmen.
Aber eine deutsche Meisterin und einen deutschen Vizemeister, "auch das ist doch doll", sagt Helga Jülich, die einen großen Anstecker mit einem Foto von dem jungen Alex und der jungen Kira Arm in Arm im Sand an ihrer Brust stecken hat. Und stolz sind sie auf ihre Enkel immer - ganz egal, wie es im Sand ausgeht.

Von Manuel Becker

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