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Sport Klage wegen Fußball-„Schmach“ abgewiesen
Sportbuzzer Sport Klage wegen Fußball-„Schmach“ abgewiesen
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12:00 05.04.2012
David Ginola (Mitte) wird gefoult: Rufmordklage gescheitert.
David Ginola (Mitte) wird gefoult: Rufmordklage gescheitert. Quelle: dpa
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Paris

Alptraum ohne Ende für Frankreichs größten Fußball-„Prügelknaben“ der 1990er Jahre: Der frühere Bleus-Stürmer David Ginola, der wegen einer verunglückten Flanke zum Sündenbock für die verpasste Qualifikation zur WM 1994 wurde, ist mit einer Rufmord-Klage gegen den damaligen Nationalcoach Gérard Houllier gescheitert. Das Strafgericht im südfranzösischen Toulon wies die Klage auf Schmerzensgeld von 5000 Euro am Mittwoch „wegen Unregelmäßigkeiten“ zurück. Houllier hatte Ginola in seinem Buch „Secrets de coach“ (Trainer-Geheimnisse) als „Dreckskerl“ bezeichnet und den 45-Jährigen wieder für die Schlappe verantwortlich gemacht.

Die Schmach vom 17. November 1993 gilt noch heute als eine der schwärzesten Stunden in der Geschichte der “Équipe tricolore“. Im entscheidenden Quali-Spiel gegen Bulgarien stand es im Pariser Prinzenpark 20 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit noch 1:1, Frankreich hatte das WM-Ticket sicher, da bekam Ginola den Ball an der rechten Eckfahne der Bulgaren. Anstatt das Leder zu halten, versuchte er eine Flanke, die missglückte. Beim anschließenden Konter traf der spätere Bayern- und Mainz-Stürmer Emil Kostadinow zum 1:2.

In der Klageschrift seien die Aussagen Houlliers nicht in voller Länge wiedergegeben worden - deshalb werde die Klage zurückgewiesen, hieß es. Die „Wahrheit werde man somit nie kennen“, so das Gericht. Und in Frankreich wird man einen kleinen Fehler mit großen Folgen weiterhin „la Ginola“ nennen.

frx/dpa