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Sport Leichtathletik-Dachverband verhandelt über WM-Berichterstattung
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14:36 09.03.2011
Bei den Leichtathletik Hallen-Europameisterschaften hat der DLV bereits Werbung gemacht.
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Im Verhandlungspoker um die Live-Übertragung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Sommer aus Daegu und 2013 aus Moskau ist wieder Bewegung. Der Weltverband IAAF und seine Medienrechteagentur IEC teilten am Mittwoch mit, zu neuen Gesprächen mit ARD und ZDF bereit zu sein. „Die IAAF wird alles tun, um ein zufriedenstellendes Ergebnis für alle Parteien zu erzielen, die eine flächendeckende Versorgung der deutschen TV-Zuschauer sicherstellt“, erklärte IAAF Präsident Lamine Diack am Mittwoch.

Nach dem Scheitern der ersten Verhandlungen drohte das Aus der Live-Berichterstattung von der WM. IEC soll dabei zwar von ursprünglich 15 auf zwölf Millionen Euro Lizenzgebühren heruntergegangen sein, das fanden ARD/ZDF jedoch immer noch nicht akzeptabel. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten hätten kaum mehr als die Hälfte zahlen wollen. Daraufhin hatten sämtliche Kaderathleten und ehemalige Größen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in einem offenen Brief an alle Intendanten von ARD/ZDF und Politiker gegen den TV-Verzicht protestiert.

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„Es ist eine schöne Entwicklung und nun hoffen wir, dass beide Verhandlungspartner einen Weg im Interesse der Sportler und der Fernsehzuschauer finden“, sagte DLV-Präsident Clemens Prokop. Die Initiative der Athleten habe dazu „einen Anstoß“ gegeben.

Nicht unwahrscheinlich ist, dass die IAAF im Interesse ihrer Sponsoren nun auch in die eigene Tasche greift, um einen TV-Abschluss für den europäischen Kernmarkt Deutschland zu erreichen. Dann könnte die schwedische Agentur IEC ARD und ZDF eine TV-Lizenzgebühr für beiden Welttitelkämpfe von unter zehn Millionen Euro anbieten.

Werbung in eigener Sache haben die DLV-Asse am vergangenen Wochenende bei den Hallen-Europameisterschaften in Paris gemacht, wo sie zehn Medaillen gewannen. „In Paris hat man gesehen, dass wir eine interessante und junge Nationalmannschaft haben, die auch zu großen Erfolgen bei der WM und bei den Olympischen Spielen in der Lage ist“, sagte Helmut Digel, deutsches Mitglied im IAAF-Council. ARD und ZDF hatten keine Live-Bilder von der EM gezeigt. In die neuen Verhandlungen mit den Fernsehanstalten würde die IAAF positiv gehen. „Der gute Wille ist da“, so Digel.

An einer für beide Seiten akzeptablen Lösung glaubt auch WM-Rechteinhaber IEC. Genährt wird der Optimismus durch das Vorhaben der ARD, für geschätzte 54 Millionen Euro einen Dreijahresvertrag mit einem Box-Promoter abschließen zu wollen. „Da die ARD offensichtlich willens ist, gegenwärtig erhebliche Summen für andere Premium-Sportarten auszugeben, sind wir zuversichtlich, dass sie auch bereit ist, einen fairen Preis, der den Wert von Weltklasse-Leichtathletik und der hervorragenden Leistungen deutscher Athleten widerspiegelt, zu bezahlen“, meinte Nick Haigh von IEC.

dpa

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