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Sport Löw bittet zur Experimentierstunde
Sportbuzzer Sport Löw bittet zur Experimentierstunde
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20:38 02.03.2010
„Ich traue mich alles“: Bundestrainer Joachim Löw versprach gegen Argentinien ein feuriges Spiel – die Zigarre in seiner Hand blieb natürlich aus. Quelle: ap
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Doch an Mut wird es Löw nicht fehlen. Schon vor dem Duell mit seinem Kollegen nahm er den ehemaligen Weltklassespieler auf die Schippe. Zur Pressekonferenz brachte der Bundestrainer eine jener Zigarren mit, wie sie Maradona am Vortag während des Trainings geraucht hatte, und bat Pressesprecher Harald Stenger um Feuer und Aschenbecher.

„Ich traue mich alles“, erklärte der 50-jährige Löw auch zur möglichen riskanten Variante, im Spiel gegen Superstar Lionel Messi und Co. gleich die Neulinge Thomas Müller und Toni Kroos mit ins kalte Wasser zu werfen. In so einem Test 100 Tage vor dem WM-Turnier sei er als Trainer durchaus bereit, „das eine oder andere Risiko zu gehen“, betonte Löw. Allerdings ließ er noch offen, ob der Münchener Müller und der Leverkusener Kroos schon von Beginn an eine Chance bekommen oder erst später eingewechselt werden. Denn gerade auf der rechten Seite erwartet das Nationalteam in der Abwehrarbeit gegen Barcelonas Weltfußballer Messi eine besonders schwere Aufgabe. Der Bundestrainer ist sich der Gefahren bewusst; nicht nur vor der Heim-WM vor vier Jahren hatte eine völlig misslungene Generalprobe gegen einen Großen im Weltfußball für heftige Aufregung gesorgt. Auch vor dem Welt-Championat 2002 hatte Deutschland den Klassiker gegen Argentinien mit 0:1 verloren. Und nochmals vier Jahre zuvor ging der 
WM-Test gegen Brasilien mit 1:2 in die Hose. „Das ist ein Test, den wir sehr, sehr ernst nehmen“, sagte Löw, der das 1:4 in Italien vor der WM 2006 und die sich daran anschließenden Nachwehen natürlich noch im Kopf hat. „Wir wissen alle, für die WM-Stimmung und Vorfreude ist es auch wichtig, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen und vor allem ein gutes Spiel zeigen“, sagte Löw.

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Als eines der wichtigsten Experimente will Löw den Münchener Bastian Schweinsteiger wie bei den Bayern in die Mittelfeld-Zentrale versetzen, auch wenn Michael Ballack damit nicht besonders glücklich zu sein scheint. Der Kapitän wollte vor der versammelten Weltpresse nicht darüber reden, „wie es sein wird“, falls er im defensiven Mittelfeld die noch defensivere Rolle besetzen muss. Auch Löw ging auf das neue Problem nur wenig ein: „Michael ist stark, wenn er aus der Defensive kommt.“ Die sogenannten „Sechser“ müssten ohnehin „in Abstimmung Akzente nach vorn setzen“.

Keine Gespräche vor der WM: „Zum letzten Mal“ hat Bundestrainer Löw gestern klargestellt, dass er neue Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung erst nach der WM aufnehmen wird. Es war eine Antwort auf die Forderung von Franz Beckenbauer, noch vor dem Turnier eine Lösung zu finden. „Solche Nebenkriegsschauplätze stören bei einer WM. Es wäre gut, wenn das vorher gelöst würde“, hatte das DFB-Präsidiumsmitglied gesagt und Löw sowie DFB-Präsident Theo Zwanziger aufgefordert, ihre „starren Haltungen“ aufzugeben. Löws Kontrakt mit dem Deutschen Fußball-Bund endet am 31. Juli. Das Scheitern der Verhandlungen hatte im vergangenen Monat für großen Wirbel gesorgt.

dpa / r.

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