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Sport Manuel Neuer: „Wir sind
 gar nicht so
 unerfahren“
Sportbuzzer Sport Manuel Neuer: „Wir sind
 gar nicht so
 unerfahren“
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07:34 01.06.2010
Manuel Neuer, 
neuer Mann
 im WM-Tor der
 deutschen Elf.
Manuel Neuer,
 neuer Mann
 im WM-Tor der
 deutschen Elf. Quelle: dpa
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Herr Neuer, erzählen Sie doch mal, wie das so war, als Ihnen der Bundestrainer mitgeteilt hat, dass Sie jetzt Deutschlands Nummer 1 sind.
Ich habe mich die ganze Bundesligasaison nur auf meine Spiele mit Schalke 04 konzentriert und so lange alles andere ausgeblendet. Erst danach ging es darum, um die Nummer 1 in der Nationalmannschaft zu kämpfen. Erst alleine, dann kam Tim Wiese dazu und danach Jörg Butt. Ich war auch gespannt, und auch als Profi ist man erleichtert, wenn man dann von der Entscheidung hört. Da ist schon eine Last von mir abgefallen.

Wie hat denn Tim Wiese reagiert? Hat er aus Enttäuschung wie ein Rockstar sein Hotelzimmer etwas umgestaltet? Hat sich im Verhältnis zu ihm und Jörg Butt etwas geändert, seitdem Sie die Nummer 1 sind?
Wir haben alle Einzelzimmer. Und ich war noch nicht in Tims Zimmer. Aber Spaß beiseite: Wir haben nach wie vor ein gutes, offenes Verhältnis. Daran wird sich künftig nichts ändern.

Was bedeutet das Verletzungspech für die Mannschaft, die in Südafrika sehr jung sein wird?
Vor allem für die Spieler (Michael Ballack, Christian Träsch, Heiko Westermann, d. Red.) ist das sehr ärgerlich. Sie haben sich das ganze Jahr auf die WM vorbereitet. Doppelt ärgerlich ist es für Heiko. Er ist ein sehr guter Freund von mir, wir machen auch in der Freizeit viel gemeinsam. Ich hatte mich schon gefreut, dass wir zwei Schalker in Südafrika dabei sind.

Wird das Alter des Teams bei der WM eine Rolle spielen? Auch Sie sind mit 24 Jahren und vier Länderspielen unerfahren.
Ich finde, wir sind gar nicht so unerfahren. Viele Nationalspieler sind schon sehr lange dabei und seit Jahren Stammspieler. Ich habe auch schon international gespielt, in der Champions League und in der Europa League. Und ich habe unter Beweis gestellt, dass ich meinen Mann stehen kann.

Sie haben einen besonderen Stil, als Torwart zu spielen. Wer ist Ihr Vorbild?
Anfangs war das Jens Lehmann. Ich war und bin Schalke-Fan, damals hat er dort gespielt. Er ist ein moderner Torwart, ich habe versucht, das nachzumachen. Später war auf internationaler Ebene der Niederländer Edwin van der Sar mein Vorbild.

Am kommenden Sonntag fliegen Sie mit der Nationalmannschaft mit dem neuen Riesen-Airbus von Frankfurt nach Johannesburg …
… gibt es dafür mehr Meilen zu sammeln? Ich bin gespannt und will heile ankommen.

Mirko Slomka, der heutige 96-Trainer, hat damals auf Schalke den Mut gehabt, Sie als unerfahrenen und jungen Spieler n der 1. Liga ins Tor zu stellen. Haben Sie noch Kontakt zu ihm, hat er Ihnen vielleicht zur Nummer 1 gratuliert?
(lacht) Nein, er hat mir keine SMS geschickt. Aber wenn wir uns über den Weg laufen, dann wird er mir mit Sicherheit gratulieren.

Interview: Heiko Rehberg

31.05.2010
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