Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Sport Markus Babbel steht bei Hertha BSC vor dem Abflug
Sportbuzzer Sport Markus Babbel steht bei Hertha BSC vor dem Abflug
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:10 18.12.2011
Markus Babbel wird seine Vertrag bei Hertha BSC nicht verlängern Quelle: dpa
Anzeige
Sinsheim

Mit einem unwürdigen Possenspiel geht bei Hertha BSC die Zeit von Markus Babbel zu Ende. Beim Hauptstadtclub ist zum Ende der Bundesliga-Hinrunde der Streit um die Zukunft des 39-jährigen Trainers eskaliert. Dass Babbel beim DFB-Pokal-Spiel am Mittwoch gegen den 1. FC Kaiserslautern noch auf der Bank sitzt, gilt als unwahrscheinlich. Präsident Werner Gegenbauer machte nach dem 1:1 (0:1) der Berliner am Samstag bei 1899 Hoffenheim das Zerwürfnis zwischen der sportlichen Leitung um Manager Michael Preetz und Babbel deutlich und bezichtigte den Coach sogar der Lüge: „Die Geschichte, die er heute erzählt hat, entspricht nicht dem, was Michael Preetz Stein und Bein schwört.“

Nach Medienberichten soll Michael Skibbe zum 1. Januar den Job beim Aufsteiger übernehmen. Der Ex-Frankfurter hat aber einen Dreijahresvertrag beim türkischen Erstligisten Eskisehirspor.

Anzeige

Nachdem Babbel und Preetz in Interviews scheibchenweise ihre Version der Entscheidung erzählten, wonach Babbel seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird, sagte Gegenbauer über den Hertha-Coach: „Jetzt sollte man nicht mit Baron-Münchhausen-Geschichten kommen.“

Babbel selbst gab nach dem Abpfiff im Pay-TV-Sender Sky erstmals seine Entscheidung bekannt, nachdem er dazu tagelang geschwiegen hatte. „Ich habe mich immer daran gehalten, was mir vorgegeben wurde. Es geht darum, dass ich rechtzeitig Bescheid gegeben habe, und das war Anfang November in der Länderspielpause.“ Aus Gründen, „die ich nicht näher bringen will“, habe er sich entschieden, sich zu verändern. Nur zwei Stunden zuvor hatte Preetz betont, mit Babbel nie ein derartiges Gespräch geführt zu haben. „Da hat er vielleicht nicht richtig zugehört“, bemerkte der Noch-Coach.

Der Manager wiederum erklärte, er sei erst am Dienstag in Kenntnis gesetzt worden, und schloss aus, im November etwas überhört zu haben: „Wenn es um so zentrale Sachen geht, sind meine Ohren auf Empfang geschaltet.“ In der Pressekonferenz wiederum  verweigerte der bockige Babbel dann eine klare Aussage („Der Verein weiß, was ich vor habe. Mehr gibt es nicht zu sagen“). Er sei Angestellter des Vereins, halte sich an Absprachen und würde „wahnsinnig gerne, das, was ich hier angefangen habe, bis zum Vertragsende durchziehen.“

Immerhin räumte der Ex-Nationalspieler am vorläufigen Ende des Hickhacks ein: „Das war unglücklich. Ich denke, wir haben da beide nicht die beste Figur abgegeben.“ Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski machte das Spielchen sogar mit und imitierte einen Journalisten. „Und, sind Sie bei der Weihnachtsfeier noch Trainer bei Hertha?“, fragte er seinen Kollegen. „Arschloch“, antwortete Babbel grinsend und beide klopften sich auf den Rücken.

Bestätigen wollte Preetz einen Bericht der „Bild“ nicht, wonach er sich vor einigen Tagen mit dem potenziellen Nachfolger Skibbe getroffen habe, meinte aber: „Ich kann nur sagen, dass wir nicht nur für den einen Fall vorbereitet sind.“

Zuletzt hatte der Verein entschieden, bis zum Rückrundenstart am 21. Januar beim 1. FC Nürnberg die Trainerfrage geklärt zu haben. Babbel hatte die Berliner im Sommer zurück ins Oberhaus geführt. Das 1:1 vor 25 550 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena war nur vom Spielverlauf her ein glückliches Ende für ihn: Roman Hubnik lenkte den Ball in der 91. Minute zum 1:1 über die Torlinie. Es war die achte Punkteteilung der Remis-Könige der Liga und das sechste Spiel ohne Sieg hintereinander. Zahlenspiele, die bei diesem Theater keine große Bedeutung hatten. 

dpa