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Sport Schwungvoller Abstieg
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08:31 04.09.2013
Von Heiko Rehberg
„Die Stadt ist superklasse. Und es sind Nationalmannschaftskollegen dort, die mir helfen werden.“ Mesut Özil hat Madrid nicht freiwillig verlassen, kann sich aber mit London schnell anfreunden. Quelle: dpa
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Hannover

Hannover. Fast stündlich wird derzeit auf der großen Fußballbühne mit Millionensummen jongliert. Und fast stündlich muss die Fußballgeschichte umgeschrieben und um einen Superlativ erweitert werden; das staunende Publikum kommt da kaum mehr mit.
Seit Montag gibt es einen neuen teuersten Spieler der Welt. Er heißt Gareth Bale, ist 100 Millionen Euro schwer und spielt für Real Madrid, wo sie Cristiano Ronaldo zuliebe so tun, als sei der Waliser nur der zweitteuerste Kicker auf dem Globus.
Ein paar Stunden später bekam auch Deutschland einen neuen teuersten Fußballer: Für 50 Millionen Euro wechselte Mesut Özil von Real Madrid zum FC Arsenal nach London – und zwar unfreiwillig, weil die Spanier ihn nach dem Bale-Transfer ganz schnell loswerden wollten.

Nun muss einem Özil nicht leidtun, sein Vertrag beim FC Arsenal bis 2018 soll mit fünf Millionen Euro Gehalt pro Jahr

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dotiert sein, da wird das Heimweh nach Madrid schnell nachlassen, und als Stadt ist London schließlich auch nicht zu verachten. Vor allem aber darf der 24-Jährige dort, was sie ihm bei Real nicht mehr versprechen konnten und wollten: spielen!
Am Freitagabend in München, beim WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich (20.45 Uhr, live im ZDF), wird auf dem Spielberichtsbogen hinter dem Namen Özil erstmals „FC Arsenal“ stehen. Es ist für den Mittelfeldspieler ein Abstieg, aber wer von Real Madrid kommt, muss alles außer FC Barcelona und FC Bayern München als Abstieg empfinden. Drei Jahre hat er bei Real gespielt, die Fans dort mochten sein leichtes Spiel und seine zauberhaften Pässe. Die spanischen Medien lobten ihn an seinen guten Tagen in den Himmel und verdammten ihn, wenn er in wichtigen Spielen auf Tauchstation ging; eine Angewohnheit, die bislang verhinderte, dass in Madrid aus dem Fast-Weltklassespieler Özil ein Weltklassespieler wurde.

Für Özil bietet der Wechsel die Chance, an diesen Schwächen zu arbeiten. Und wo lernt man am besten Biss und Stehvermögen, wenn nicht in der englischen Premier League, wo Kreativspieler immer ein bisschen höher springen müssen als in Spanien, Italien oder der Bundesliga: Die Abwehrhaudegen der Teams aus der zweiten Tabellenhälfte langen dort kräftig zu, die Fans akzeptieren außer einem offenen Schienbeinbruch nicht viele Verletzungen als Grund für eine Auswechslung.

Setzt sich der Fußballfeingeist auf der Insel durch, wird Bundestrainer Joachim Löw mit einem anderen, noch besseren Özil zur Weltmeisterschaft nach Brasilien fahren. Löw darf das nicht zugeben, aber der Wechsel ist in seinem Interesse. Er hätte nichts davon gehabt, wenn sein Spielmacher in der WM-Saison meistens auf der luxuriösen Real-Bank gesessen hätte.

Der wortkarge Özil, der am Dienstag sagte, dass er in Madrid nicht mehr das Vertrauen von Trainer Carlo Ancelotti gespürt habe, braucht eine Wohlfühlumgebung, um sich und sein Spiel entfalten zu können. Dass er bei Arsenal mit Per Mertesacker und Lukas Podolski auf zwei Nationalelfkollegen trifft, wird ihm die Eingewöhnung erleichtern.

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