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Sport BVB-Boss Watzke greift hart durch
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17:13 01.11.2013
Randale im Revier-Derby: Vermummte BVB-Fans feiern sich nach dem Zünden von Feuerwerken selbst. Quelle: dpa
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Frankfurt

Am Mittwochabend empfing BVB-Boss Hans-Joachim Watzke in seinem Büro nicht alltäglichen Besuch. Mit den Spitzen der Dortmunder Ultras arbeitete der Borussen-Geschäftsführer die Pyrotechnik-Randale im Derby bei Schalke 04 auf. Glaubt man Watzkes Worten, dürfte es für die Fanvertreter ein recht ungemütliches Treffen gewesen sein. „Es wird für die gesamte Ultrabewegung massive Einschnitte geben“, verkündete Watzke am Donnerstagabend auf einer Podiumsdiskussion in Frankfurt.

Als Sofortmaßnahme wurde den Ultras eine Choreographie am Freitagabend im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart untersagt und damit die Chance genommen, sich wieder positiv darzustellen. „Das habe ich verboten“, erklärte Watzke und betonte: „Die Null-Toleranz-Politik in Sachen Pyrotechnik können wir nicht aufgeben.“

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Watzke schüttelt immer noch den Kopf, wenn er an die Bilder vom vergangenen Samstag zurückdenkt. Dortmunder Chaoten hatten vor dem Anpfiff Leuchtraketen in die Zuschauerränge und auf den Platz gefeuert und damit fast einen Abbruch provoziert. „Was mich am meisten ankotzt ist, dass wir 32 Spieltage gar nichts haben, unsere Fans beim Derby dann aber komplett durchdrehen“, kritisierte Watzke.

Deshalb greift der 54-Jährige jetzt mit harter Hand durch. Bei dem Treffen am Mittwochabend habe er den Spitzen der Ultras verschiedene Szenarien einer Bestrafung aufgezeigt, berichtete Watzke. Bis zum kommenden Dienstag habe er den Ultras Zeit gegeben, sich für eine Variante zu entscheiden. Sollten sie dies nicht tun, werde der Verein bis zum Ende der kommenden Woche eine Strafe festlegen. „Das wird einschneidend“, versicherte Watzke.

Auch den BVB werden die Ausschreitungen teuer zu stehen kommen. Derzeit ermittelt der DFB-Kontrollausschuss. Und die Krawalle könnten durchaus zum Bumerang für die Fans werden, denn seit geraumer Zeit wird über die Abschaffung von Stehplätzen in den Stadien diskutiert. „Das wäre ein desaströses Ergebnis, wenn es nur noch Sitzplätze gäbe“, sagte Watzke.

Er wünscht sich zugleich, dass in Europa mit gleichen Maßstäben gemessen wird. „Als wir in der Champions League in Neapel gespielt und einige Fans vor der Partie Pyrotechnik abgefackelt haben, standen da 30 Polizisten rum und haben das mit ihren Handys fotografiert“, erzählte Watzke. Solche Erlebnisse erleichtern nicht gerade die Diskussion mit den Fans.

Davon kann auch Heribert Bruchhagen ein Lied singen. „Wir versuchen, mit Dialog und harten Strafen dagegen vorzugehen“, sagte der als zweiter Podiumsgast geladene Vorstandschef von Eintracht Frankfurt.

Genutzt hat es bisher wenig. Erst in der Vorwoche wurden die Hessen von der UEFA zu einer saftigen Geldstrafe in Höhe von 25 000 Euro verdonnert, weil Eintracht-Fans beim Europa-League-Spiel in Nikosia bengalische Feuer abgebrannt hatten. Bruchhagen sieht dem letzten Auswärtsspiel in der Gruppenphase am 28. November bei Girondins Bordeaux daher mit gemischten Gefühlen entgegen: „Wir fahren mit 12 000 Leuten dorthin. Nachdem wir in Zypern schon große Probleme hatten, habe ich ein bisschen Angst.“

dpa

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