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Sport Neuner gewinnt elfte Goldmedaille
Sportbuzzer Sport Neuner gewinnt elfte Goldmedaille
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20:05 03.03.2012
Magdalena Neuner jubelt während der Flower-Zeremonie. Quelle: dpa
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Ruhpolding

Für Magdalena Neuner war ihr Sturmlauf zu Gold „Gänsehaut pur“, für den Rest der deutschen Biathleten gab es beim Auftakt in die Einzel-Rennen der Heim-WM nichts zu holen. Während Rekord-Weltmeisterin Neuner ihrer Ansage gleich Großtaten folgen ließ und im ersten Einzel-Rennen in Ruhpolding ihren elften WM-Titel gewann, standen Andrea Henkel, Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer mit hängenden Köpfen da. Lediglich Turin-Olympiasieger Michael Greis freute sich über seine Laufleistung, doch am Schießstand verspielte der 35-Jährige als 26. eine gute Ausgangsposition für das Verfolgungsrennen am Sonntag. „Ich bin von den Toten wieder auferstanden“, sagte der 35-Jährige.

Neuner gewann vor der Weißrussin Darja Domratschewa und Wita Semerenko aus der Ukraine in beinahe schon unglaublicher Manier. Für Deutschlands „Sportlerin des Jahres“ war es die 15. WM-Medaille in ihren fünf Jahren im Biathlon-Zirkus. 16 Tage vor ihrem letzten Rennen beim Weltcup-Finale in Chanty-Mansijsk verteidigte sie ihren Sprint-Titel, den sie 2011 in Sibirien gewonnen hatte. „Das war wirklich ein perfektes Rennen“, sagte sie. „Ich habe mich heute richtig super gefühlt. Ich hatte richtig Bock auf das Laufen. Ich bin mit einem inneren Lächeln auf die Strecke gegangen.“

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In der oberbayerischen Frühlingssonne gewann sie auch die Materialschlacht im tiefen Schnee. „Da habe ich unseren Technikern voll vertraut.“ Der Rekord-Weltmeisterin ist nun auch der Sprint-Weltcup nicht mehr zu nehmen. Bis zur Heim-WM hatte sie sechs von acht Weltcup-Rennen über die 7,5 Kilometer gewonnen. Und im ersten Einzel-Rennen bei der WM wurde sie ihrer Favoritenrolle gerecht. „Es ist ganz, ganz wichtig, dass man sich weniger um die anderen als um sich selbst kümmert. Ich habe versucht, mein eigenes Ding zu machen. Das ist vielleicht das Geheimnis“, sagte sie.

Mit breiter Brust waren auch ihre Teamkollegen aufgrund ihrer Vorleistungen in den WM-Sprint gegangen. Doch ein Dutzend Fehler am Schießstand warfen die Skijäger beim Sieg des Franzosen Martin Fourcade vor dem Norweger Emil Hegle Svendsen und dem Schweden Carl Johan Bergmann aussichtslos zurück.

Vorjahressieger Arnd Peiffer kam über die zehn Kilometer nur als 37. ins Ziel. Der in dieser Saison bisher so starke Andreas Birnbacher gehörte als 16. genau wie Simon Schempp als 19. zu den Geschlagenen. Florian Graf beendete sein WM-Debüt auf Rang 34. Am Sprint hängt das Verfolgungsrennen am Sonntag (13.15 Uhr/ZDF und Eurosport). „Für den Andi ist noch alles drin. Für die anderen weiter hinten Platzierten geht es darum, ein ordentliches Rennen zu machen“, meinte Peiffer.

Danach im Damen-Jagdrennen (16.00 Uhr/ZDF und Eurosport) über die zehn Kilometer hat Magdalena Neuner nun allerbeste Chancen, das Titel-Dutzend voll zu machen. Ihre dritte WM-Medaille soll her - nach Sprint-Gold und Bronze mit der Mixed-Staffel. Keine guten Aussichten haben dagegen Tina Bachmann (Platz 22/1:55,3 Minuten zurück/3 Schießfehler), Franziska Hildebrand (29/2:24,1/1), Andrea Henkel (34/2:36,9/3) und Miriam Gössner (37/2:49,0/4), die es allesamt nicht unter die Top 20 schafften.

Die 28 000 Zuschauer in der ChiemgauArena feierten nach der Männer-Enttäuschung ihren Liebling Neuner. Unter dem strahlend blauen Himmel und bei Plusgraden hielten sie Plakate für „Gold-Lena“ in die Höhe. „Nur ein Kuss, Magdalena“ - oder „Danke, Lena!“

Locker, leicht und gut gelaunt winkte Neuner kurz vor dem Start noch einmal in die Fernsehkameras. Ohrenbetäubend war der Jubel, als sie sich auf die Strecke machte. „Bei dem tiefen Schnee ist es gut, von den Leuten getragen zu werden. Es war so toll, wie das ganze Stadion getobt hat. Es hat Spaß gemacht.“

Mucksmäuschenstill war es, als Neuner erstmals an den Schießstand kam. Fünf Schuss, fünf Treffer - die Wallgauerin räumte alle Scheiben sauber ab. Doch auch die vor ihr gestartete Konkurrenz blieb fehlerfrei. Domratschewa, Semerenko oder Ekholm - sie alle trafen auch im Stehen. Doch Neuner war auch bei ihrem zweiten Auftritt am Schießstand die Ruhe in Person. Fünf Schuss und wieder fünf Treffer. „Oh, wie ist das schön!“, hallte es durch die proppenvolle Arena.

frx/dpa

03.03.2012
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